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Pietro Carnesecchi

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Datei:Pietro Carnesecchi.jpg
Domenico Puligo: Bildnis des Pietro Carnesecchi, um 1527, Öl auf Holz, 59,5 × 39,5 cm, Galleria degli Uffizi, Florenz

Pietro Carnesecchi (* 24. Dezember 1508 in Florenz; † 1. Oktober 1567 in Rom) war ein italienischer Humanist, Notar, Papstsekretär und Märtyrer der Reformation.

Leben[Bearbeiten]

Carnesecchi war ein Sohn des florentinischen Kaufmanns Andrea Carnesecchi und seiner Frau Ginevra Tani. Ungefähr ab 1518, im Alter von zehn Jahren, wurde er im Haus seines Onkels, des Kardinals Bernardo Dovizi da Bibbiena in Rom erzogen und erwarb eine humanistische Bildung. Während des Sacco di Roma (1527) hielt er sich bis Anfang 1529 in Florenz auf. Er wurde zuerst Notar, dann Apostolischer Protonotar bei der Kurie und ab 1533 wurde er Sekretär Papst Clemens VII., der Carnasecchis Karriere bis zu seinem Tod im September 1534 förderte. Als Sekretär korrespondierte er mit Girolamo Aleandro und Pier Paolo Vergerio. 1534 wurde zum Statthalter von Tivoli bestimmt, und er erhielt Titel und Nutzen der Abteien von S. Pietro in Eboli und S. Maria von Gavello und Pfründe in Frankreich und Spanien. Mit vielen kirchlichen Persönlichkeiten wie Claudio Tolomei, Giovanni Mauro, Paolo Giovio, Giovanni Della Casa, Pietro Bembo, Giovanni Morone, Ercole Gonzaga und Jacopo Sadoleto war er freundschaftlich verbunden.<ref>Antonio Rotondò: Carnesecchi, Pietro. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 20: Carducci–Carusi. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1977.</ref>

In Rom traf Carnesecchi erstmals den Reformer Juan de Valdés, dem er 1536 nach Neapel folgte und von dem er den Gedanken der Rechtfertigungslehre Martin Luthers annahm. Nach Valdés’ Tod verließ Carnesecchi Neapel. 1537 ging er nach Paris und hielt sich am Hof der französischen Königin Katharina von Medici auf. Dort konnte er unbesorgt leben, da Papst Paul III. ihn schützte. 1542 ging er nach Venedig. Unter dem Verdacht, protestantische Lehren zu verbreiten, wurde er nach Rom gerufen, wegen Ketzerei verurteilt, dann aber begnadigt. Sein Prozess wurde niedergeschlagen. 1566 wurde er allerdings auf Betreiben Cosimos I. de’Medici erneut verhaftet und der römischen Inquisition ausgeliefert. Diesmal wurde Carnesecchi nach einem langen Prozess zum Tode verurteilt und enthauptet; sein Leichnam wurde verbrannt.

Gedenktag[Bearbeiten]

2. Oktober im Evangelischen Namenkalender.<ref>Frieder Schulz: Das Gedächtnis der Zeugen – Vorgeschichte, Gestaltung und Bedeutung des Evangelischen Namenkalenders. In: Jahrbuch für Liturgik und Hymnologie, Band 19. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1975, S. 69–104, Namenliste S. 93–104 (Digitalisat)</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Antonio Rotondò: Carnesecchi, Pietro. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 20: Carducci–Carusi. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1977.
  • Friedrich Wilhelm Bautz: Pietro Carnesecchi. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 933–934.
  • Karl Alfred von Hase: Process und Martyrium Carnasecchis, in: Jahrbücher für protestantische Theologie, III, 1877, S. 148–189.
  • T. Brieger: Aus italienischen Archiven und Bibliotheken. Beiträge zur Reformationsgeschichte, in: Zeitschrift für Reformationsgeschichte, V, 1882, S. 584–613.
  • Manfred E. Welti: Kleine Geschichte der italienischen Reformation (= Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte. Bd. 193). Mohn, Gütersloh 1985, ISBN 3-579-01663-6, S. 29–75 (Digitalisat in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Pietro Carnesecchi – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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