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Kanonierblumen

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Kanonierblumen
Datei:PileaCadierei.jpg

Aluminiumpflanze (Pilea cadierei)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Gattung: Kanonierblumen
Wissenschaftlicher Name
Pilea
Lindl.

Die Kanonierblumen (Pilea), auch Artilleriepflanzen oder Schleuderblumen genannt, sind die größte Gattung innerhalb der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). Einige der Arten werden als Zierpflanzen verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Aquatic and wetland plants of southwestern United States (1972) (19561996638).jpg
Illustration bei Aquatic and wetland plants of southwestern United States, 1972 von Pilea pumila

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Bei Kanonierblumen-Arten handelt es sich zumeist um ausdauernde krautige Pflanzen oder Halbsträucher, seltener auch um Sträucher. Brennhaare haben die Pflanzen nicht. Bei vielen Arten sind die Stängel sukkulent und brechen sehr leicht ab. Allerdings wurzeln abgebrochene Pflanzenteile leicht wieder an.

Die einfachen Laubblätter stehen fast immer gegenständig, wobei gegenüberliegende Blätter gleich oder auch verschieden ausgebildet sein können. Es gibt sowohl Arten mit kreuzgegenständiger wie mit zweizeiliger Blattstellung. Oft gehen vom Blattgrund drei deutliche Blattadern in einem Bogen zur Blattspitze. Die Blattfläche ist bei vielen Arten durch die auf der Blattunterseite hervortretenden Blattadern runzelig. Nebenblätter können fehlen, oder es stehen zwei häutige Nebenblätter an jedem Stängelknoten, wobei diese dann meist in den Blattachseln und nicht zwischen den Blattbasen stehen.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütenstände sind blattachselständig, wobei bei einigen Arten die Tragblätter auch reduziert sind, so dass ein scheinbar endständiger Blütenstand entsteht. Die Blütenstände bestehen aus verschiedenen Anordnungen kleinerer knäueliger Teilblütenständen und enthalten viele Blüten.

Die Blüten können zwittrig oder eingeschlechtig sein, und es gibt sowohl monözische wie diözische Arten. Die unauffällige Blütenhülle besteht aus meist vier oder fünf Zipfeln.

Die Pollen werden durch die sich plötzlich entspannenden Staubfäden aus den Staubbeuteln geschleudert. Die Samen sind mit meist etwa 0,3 mm Durchmesser sehr klein. Dafür produzieren die Pflanzen außerordentlich viele Samen. Bei einigen Arten werden auch die Samen durch eine plötzliche Streckung der Reste der Staubblätter aus der Frucht katapultiert; daher haben die Kanonierblumen-Arten auch ihren Namen.

Datei:Pilea 2015-06-16 351.jpg
Pilea depressa
Datei:Pilea grandis kz1.jpg
Pilea grandis
Datei:Friendship Plant (Pilea involucrata).jpg
Eingehüllte Kanonierblume (Pilea involucrata)
Datei:Pilea longicaulis 1.jpg
Pilea longicaulis
Datei:Starr 080604-6102 Pilea microphylla.jpg
Kleinblättrige Kanonierblume (Pilea microphylla)
Datei:Pilea pumila01.jpg
Pilea pumila
Datei:Pilea rotundinucula - 圓果冷水麻 by 石川 Shihchuan - 002.jpg
Pilea rotundinucula
Datei:Pilea microphylla 2015-06-16 335.jpg
Pilea serpyllacea
Datei:Pilea serpyllifolia - Berlin Botanical Garden - IMG 8711.JPG
Pilea serpyllifolia

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Pilea-Arten sind weltweit von den Subtropen bis Tropen verbreitet. Einige wenige Arten kommen auch in gemäßigten Breiten vor. Die meisten Arten bilden Unterbewuchs in schattigen, feuchten Wäldern.

Je nach Auffassung enthält die Gattung Pilea 250 bis 400 Arten. Hier eine Auswahl:

Nutzung[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Einige Arten werden als Zierpflanzen verwendet. Auch in Botanischen Gärten bilden sie manchmal den Unterbewuchs in den Tropenhäusern. Da diese Arten gleich bleibend hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit brauchen, eignen sie sich auch gut für Terrarien.

Zu diesen Arten gehören z. B.:

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Urania Pflanzenreich. Band 3: Blütenpflanzen 1. 1. Ausgabe. Urania-Verlag, Leipzig 1991, ISBN 3-332-00367-4.
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  • P. W. Ball: Pilea Lindley. In:
  • Chen Jiarui, Alex K. Monro: Pilea. In: Textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • David E. Boufford: Pilea. In: Textgleich online wie gedrucktes Werk.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="EuroMed"> Pertti Uotila: Urticaceae. Datenblatt Pilea In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011. </ref> <ref name="FoC2003"> Chen Jiarui (陈家瑞 Chen Chia-jui), Alex K. Monro: In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-27-X. Pilea Lindley. S. 92–106 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Kanonierblumen (Pilea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien