Piri Piri
Piri Piri ist die portugiesische Bezeichnung für Chilischoten, weiterhin ein Beiname für scharfe Gerichte in Portugal sowie die Bezeichnung einer pikanten Gewürzsoße. Der Begriff wird auch in Ländern des afrikanischen Kontinents verwendet – dort auch als Peri Peri oder Pili Pili – und hat sich aus den vormals portugiesischen Kolonien heraus verbreitet.
Wortherkunft[Bearbeiten]
Der Begriff Piri Piri findet sich in Swahili und bedeutet Pfeffer, Pfeffer. Portugiesische Händler brachten kleinschotige Pflanzen der Art Capsicum frutescens in die afrikanischen Kolonien. Dort bildete sich der Name Piri Piri oder auch Peri Peri beziehungsweise Pili Pili heraus.<ref name="Pepperworld">Was ist Piri-Piri? In: pepperworld.com. 13. November 2014, abgerufen am 25. Januar 2017.</ref> In Staaten wie dem heutigen Angola, Simbabwe, Südafrika oder Uganda wurde der Anbau kultiviert und aus der ursprünglichen Pflanze die Birdeye-Chili gezüchtet. In Malawi und Simbabwe wird diese großflächig angebaut. In Portugal bezeichnet Piri Piri heute generell scharfe Chilis.<ref>piripíri. Pons, abgerufen am 18. August 2022.</ref>
Piri Piri als Sammelbegriff[Bearbeiten]
In Portugal werden mehr oder weniger alle (roten) Chilisorten unter dem Begriff subsumiert. Kleine und scharfe Früchte werden jedoch bevorzugt und auch häufig in heimischen Gärten angebaut.<ref name="Pepperworld" />
Piri Piri als Gewürz[Bearbeiten]
Sehr oft werden in Portugal, in einigen Gebieten Spaniens und Teilen Afrikas die Chilischoten gebündelt, luftgetrocknet und dann erst als Gewürz verwendet. Die trockenen Chilis können dann zu Pulver weiterverarbeitet werden. Aus den geschroteten Früchten kann auch eine Würzpaste unter Zugabe von Zitronensaft und/oder weiteren Gewürzen hergestellt werden. Diese Variante findet sich in Westafrika verbreiteter als in Portugal.<ref>Piri Piri Chili. In: chilipflanzen.com. 6. Dezember 2015, abgerufen am 25. Januar 2017.</ref>
Piri Piri als Namenszusatz[Bearbeiten]
In der portugiesischen Küche kennzeichnet dieser Zusatz hinter dem Namen des Gerichtes dies als eine scharfe Variante, die mit Chili – meist durch eine Marinade – gewürzt wurde. Über die Landesgrenzen hinweg ist etwa scharfes gegrilltes Hühnchen – Frango Piri Piri – bekannt.<ref>Piri Piri Chicken. The Telegraph, 15. Mai 2015, abgerufen am 26. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Piri Piri als Gewürzsoße[Bearbeiten]
Eine feste Rezeptur existiert nicht. Lediglich die Grundzutaten frische Chilischoten, Zitrone, Öl und Paprika sind dieselben. Je nach Region werden zur Würzung Zwiebeln, Salz sowie Pfeffer, Nelkenpfeffer, Estragon und/oder Lorbeerblätter hinzugefügt. Auch die Schärfegrade können stark variieren. In Teilen Westafrikas gehört die Würzsoße zur Grundausstattung der Küche. Mittlerweile sind diverse Variationen an Rezepten zur eigenen Herstellung in Küchen- und Rezeptportalen zu finden. Ebenso werden fertige Produkte über das Internet vertrieben oder werden im Feinkostsortiment von Supermärkten außerhalb der Herstellungsländer zum Kauf angeboten.<ref>Was ist Piri-Piri? In: justspices.de. 15. September 2015, abgerufen am 25. Januar 2017.</ref>
Quellen[Bearbeiten]
- Rowley Leigh: A fiery challenge for delicate palates. The Financial Times vom 25. September 2004 (englisch), abgerufen am 25. Januar 2017
- Piri Piri auf hotsaucefever.com (englisch), abgerufen am 27. Januar 2017
Weblinks[Bearbeiten]
- Piri-Piri-Soße des portugiesischen Herstellers Maçarico (portugiesisch)
- Egal wie harmlos es klingt: Piri-Piri bringt jeden zum Heulen, Galileo vom 13. Oktober 2015, archiviert vom Original
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />