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Platterbsen

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Platterbsen
Datei:Illustration Lathyrus nissolia0.jpg

Links: Gras-Platterbse (Lathyrus nissolia) und Rechts: Ranken-Platterbse (Lathyrus aphaca)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Fabeae
Gattung: Platterbsen
Wissenschaftlicher Name
Lathyrus
L.

Die Platterbsen (Lathyrus), seltener auch Blatterbsen,<ref>Laut Wikipedia-Suchfunktion in folgenden (historischen) Dokumenten als Blatterbse bezeichnet:

Beschreibung und Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Platterbsen-Arten sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, Ausläufer können vorkommen. Bei einigen Arten sind die Stängel geflügelt. Die je nach Art wechselständigen oder gegenständigen Laubblätter sind meistens paarig gefiedert und enden in einer Ranke. Seltener sind die Laubblätter zu einer Ranke oder zu einem grasartigen Phyllodium reduziert. Die Fiederblättchen sind meistens parallelnervig. Die Nebenblätter sind meistens krautig.

Datei:Lathyrus cicera.JPG
Sektion Lathyrus: Rote Platterbse (Lathyrus cicera)

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die seitenständigen, mehr oder weniger lang gestielten, traubigen Blütenstände enthalten eine bis 30 Blüten. Die Deckblätter sind meist hinfällig und Vorblätter fehlen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist radiärsymmetrisch bis zweilippig und meistens recht kurz. Das Schiffchen ist meistens gekrümmt und eher stumpf. Das oberste der zehn Staubblätter ist frei, die Staubblattröhre ist rechtwinkelig abgeschnitten. Der Fruchtknoten ist gestielt bis annähernd sitzend. Der an der Oberseite häufig abgeflachte, gebogen bis gedrehte Griffel ist an der Oberseite und an den Rändern behaart, selten kahl. Bei manchen Arten ist die Blüte durch eine Drehung der Geschlechtssäule und des Schiffchens asymmetrisch.

Die meistens länglichen und abgeflachten Hülsenfrüchte springen zweiklappig auf und enthalten zwei bis mehrere Samen.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Besonders die Samen enthalten bei mehreren Arten lathyrogene Aminosäuren, die L-Oxalyldiaminopropionsäure und -buttersäure. Sie sind dadurch giftig und lösen den sogenannten Lathyrismus aus. Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich die Propionsäurederivate.

Datei:Gesse à larges feuilles (Lathyrus latifolius).jpg
Sektion Lathyrus: Breitblättrige Platterbse (Lathyrus latifolius)
Datei:Lathyrus bauhinii1 eF.jpg
Sektion Lathyrostylis: Schwert-Platterbse (Lathyrus bauhini)
Datei:Lathyrus digitatus in Laspi.JPG
Sektion Lathyrostylis: Lathyrus digitatus
Datei:Lathyrus alpestris 02.jpg
Sektion Orobus: Lathyrus alpestris
Datei:Lathyrus aureus1.jpg
Sektion Orobus: Lathyrus aureus
Datei:Lathyrus laevigatus (Gelb-Platterbse) IMG 21852.JPG
Sektion Orobus: Gelbe Platterbse (Lathyrus laevigatus)
Datei:Lathyrus linifolius 01.jpg
Sektion Orobus: Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius)
Datei:Lathyrus niger (Schwarz-Platterbse) IMG 7523.JPG
Sektion Orobus: Schwarzwerdende Platterbse (Lathyrus niger)
Datei:Lathyrus pannonicus2 eF.jpg
Sektion Orobus: Pannonische Platterbse (Lathyrus pannonicus)
Datei:Lathyrus vestitus ssp. alefeldii1CEJO.jpg
Sektion Orobus: Lathyrus vestitus subsp. alefeldii
Datei:Lathyrus clymenum1LEST.jpg
Sektion Clymenum: Purpur-Platterbse (Lathyrus clymenum)
Datei:Lathyrus ochrus.jpg
Sektion Clymenum: Flügel-Platterbse (Lathyrus ochrus)
Datei:Lathyrus nissolia 290407.jpg
Sektion Nissolia: Gras-Platterbse (Lathyrus nissolia)

Blütenbiologie[Bearbeiten]

Blütenökologisch handelt es sich um nektarführende Schmetterlingsblumen mit einem Bürstenmechanismus. Die Bestäubung erfolgt vorwiegend durch Hautflügler (Hymenoptera). Einige Arten sind auch autogam, selten kommen auch bodennahe, kleistogame Blüten vor.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Platterbsen-Arten sind vor allem in den temperaten Gebieten der Nordhemisphäre beheimatet, einige Arten reichen bis ins tropische Ostafrika und ins temperate Südamerika. In den Tropen fehlen sie. Das Mannigfaltigkeitszentrum liegt in den östlichen Teilen des Mittelmeergebietes, kleinere Zentren gibt es in Nord- und Südamerika.<ref name="Asmussen" />

Die Platterbsen-Arten wachsen an vielfältigen Standorten wie offenen Wäldern, Waldrändern, Wiesen, Weiden, Äckern, Berghängen, Marschen, Küsten, Sanddünen und Straßenrändern.<ref name="Asmussen"/>

Systematik[Bearbeiten]

Synonyme für Lathyrus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Aphaca Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill., Konxikas Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Orobus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.<ref name="GRIN" />

Die Gattung Platterbsen (Lathyrus) gehört zur Tribus Fabeae (Synonym: Vicieae) in der Unterfamilie der Faboideae.<ref name="GRIN" /> Sie bildet mit rund 160 Arten die artenreichste Gattung. Sie wird in mehrere Sektionen untergliedert, was großteils auch durch molekulargenetische Analysen gestützt wird. Hier eine Liste mit ausgewählten Arten:<ref name="Kenicer"/>

Die in Mitteleuropa vorkommenden Arten sind:<ref name="SF" />

Bedeutung[Bearbeiten]

Unter den Platterbsen gibt es Nahrungs- und Futterpflanzen sowie Zierpflanzen. Einige Arten werden zur Stickstoffdüngung und als Dünenstabilisierer eingesetzt, wieder andere sind bedeutende Unkräuter.<ref name="Kenicer" />

Quellen[Bearbeiten]

  • Syed Irtifaq Ali: Lathyrus. In: Syed Irtifaq Ali (Hrsg.) Flora of West Pakistan. Band 100: Papilionaceae. Stewart Herbarium, Rawalpindi 1977, S. 275 (online).
  • Bojian Bao, Gregory Kenicer: Lathyrus. In:
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Kosmos-Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. Über 1600 Pflanzenarten. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1994, ISBN 3-440-06223-6.
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Asmussen">Conny B. Asmussen, Aaron Liston: Chloroplast DNA characters, phylogeny, and classification of Lathyrus (Fabaceae). In: American Journal of Botany. Band 85, Nr. 3, 1998, S. 387–401 (Abstract).</ref> <ref name="Kenicer">Gregory J. Kenicer, Tadashi Kajita, R. Toby Pennington, Jin Murata: Systematics and biogeography of Lathyrus (Leguminosae) based on internal transcribed spacer and cpDNA sequence data. In: American Journal of Botany. Band 92, Nr. 7, 2005, S. 1199–1209, DOI:10.3732/ajb.92.7.1199.</ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> <ref name="SF"></ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Platterbsen (Lathyrus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien