Poritz (Bismark)
Poritz Stadt Bismark (Altmark)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(140)&title=Poritz 52° 40′ N, 11° 30′ O
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| Höhe: | 36 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 8,55 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 140 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 16 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 21. Dezember 1973 | |||||
| Postleitzahl: | 39629 | |||||
| Vorwahl: | 039089 | |||||
Lage von Poritz in Sachsen-Anhalt
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| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Poritz ist ein Ortsteil der Stadt Bismark im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie[Bearbeiten]
Poritz, ein Straßendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt drei Kilometer westlich von Bismark in der Altmark am Flohgraben, der im Westen in das Flüsschen Milde strömt, die wenige Kilometer nordöstlich zusammen mit der Unteren Milde zur Biese wird. Nordwestlich des Dorfes beginnt das EU-Vogelschutzgebiet „Milde-Niederung/Altmark“.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nachbarorte sind Butterhorst im Nordwesten, Vienau im Norden, Büste im Nordosten, Döllnitz im Osten, Wartenberg und Berkau im Süden und Karritz im Südosten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Mittelalter bis Neuzeit[Bearbeiten]
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1341 als to pordiz, als Heinrich und Fritz von Buzt den Bauern zu Büste Holzungen und Weiden überließen.<ref name="Riedel-17 S. 495" /> Im Jahre 1358 wird das Dorf als in villa porditze erwähnt, als der Knappe Ditrich von Wultitz Hebungen aus dem Dorf an Bürger in Stendal verkaufte.<ref name="Riedel-5 S. 105" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Portz aufgeführt. Es gehörte unter anderem Johannes Bust, dem prefectus de Portz und dem civis Arnd Porz. Es gab eine Mühle. Der Krug musste als Abgabe zwei Pfund Pfeffer leisten.<ref name="Landbuch" /> Weitere Nennungen sind 1427 in villa Portze, 1540 Portze, 1699 Poritz, 1687 Poertze<ref name="HOB-12"/> und 1804 Poritz, ein Dorf mit zwei Gütern und einer Windmühle.<ref name="Bratring-1" />
1909 berichtete Wilhelm Zahn, dass auf der Nordwestseite des Dorfes eine Flur die Bezeichnung das „Alte Dorf“ trug. Wahrscheinlich lag dort nach einer Zerstörung das frühere Dorf.<ref name="Zahn-Wüstungen" />
Landwirtschaft[Bearbeiten]
Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 34 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 730 Hektar, eine Kirchenbesitzung hatte 57 Hektar, eine Gemeindebesitzung hat 1 Hektar Land. 57 Hektar sind auf 13 Siedler aufgeteilt worden. Im Jahre 1958 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ III „Eintracht“.<ref name="HOB-12" />
Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]
Heinrich Sültmann nimmt Bezug auf die Namen 1341 und 1358 porditze, 1341 pordiz, 1375 und 1540 portz. Er erkennt darin die slawische Endung „itz“ und den Eigennamen „Porad“ und übersetzt zu „Poradsdorf“.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /><ref name="Sültmann-1932" />
Aleksander Brückner erkennt im Namen das altslawische Wort „po“ für „nach“.<ref name="Brückner" />
Franz Mertens meinte 1956, die Namen 1341 porditz, 1375 portz und 1427 portze seien vom wendischen „por reka“ abzuleiten, übersetzt als „beim Fluss“.<ref name="Mertens-Gardelegen" />
Früher floss die Biese näher am Dorf, somit könnte es sein, dass der Name „Flussniederung“ bedeutet.<ref name="Pieper 2019" />
Archäologie[Bearbeiten]
Im Jahre 1950 wurde von Funden aus den Jahren zwischen 1948 und 1949 berichtet.
In den Jahren 1956 und 1959 sind im Dorfkern Ausgrabungen vorgenommen worden, die auf eine frühe Besiedlung deuten.<ref name="Kirchen-IV" />
Im Nordwesten des Dorfes befinden sich die überbauten Reste einer mittelalterlichen Wasserburg, die als Bodendenkmal unter Schutz steht.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Dort stand das ehemalige von Jeetzesche Herrenhaus, das 1767–1768 an Stelle der alten Wasserburg erbaut worden war.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" />
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Ursprünglich gehörte das Dorf zum Stendalischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag der Ort im Kanton Bismark im Distrikt Stendal auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Poritz aus dem Landkreis Stendal in den Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Am 21. Dezember 1973 ist Poritz in die Stadt Bismark (Altmark) eingemeindet worden.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Seit dem 1. Januar 2010 gehört der Ortsteil Poritz auch zur neu gebildeten Ortschaft Bismark (Altmark).<ref name="AB SDL 2009-17" />
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1971:<ref name="HOB-12" />
Religion[Bearbeiten]
- Die evangelische Kirchengemeinde Poritz, die früher zur Pfarrei Poritz gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Garlipp im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
- Die ältesten überlieferten evangelischen Kirchenbücher für Poritz stammen aus dem Jahre 1652.<ref name="Machholz" />
- Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Die evangelische Dorfkirche Poritz ist ein Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert mit schmalem Westquerturm.<ref name="Altmarkkirchen" />
- Die Kirche steht auf dem Ortsfriedhof, der von einer Feldsteinmauer umgeben ist.
- Auf dem Friedhof steht eine Denkmalanlage für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, ein großer Findling mit Widmung in der Mitte, umkreist von Feldsteinen mit den Namen der Gefallenen.<ref name="Denkmalprojekt" />
- Ein früheres Gutshaus und der Pfarrhof stehen unter Denkmalschutz.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
In Poritz verstarb der preußische Generalleutnant Adam Friedrich von Jeetze (1689–1762).
Literatur[Bearbeiten]
- Renate Pieper: Geschichtliches aus 39 Orten der Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark). Bismark 2019, S. 179–182, Poritz.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks[Bearbeiten]
- Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark): Ortschaft Bismark. In: stadt-bismark.de. 13. Mai 2020.
- Poritz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="AB SDL 2009-17">Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag Einheitsgemeinde Stadt Bismark. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr. 17, 12. August 2009, ZDB-ID 2665593-7, S. 192–201 (landkreis-stendal.de [PDF; 7,0 MB; abgerufen am 30. Oktober 2021]).</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 24. Dezember 2021.</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 262 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Brückner">Aleksander Brückner: Die slavischen Ansiedlungen in der Altmark und im Magdeburgischen (= Preisschriften, gekrönt und herausgegeben von der Fürstlich-Jablonowskischen Gesellschaft zu Leipzig. Band 22). 1879, S. 77, 66 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Denkmalprojekt">Poritz, Stadt Bismark, Landkreis Stendal. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. November 2012, abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>
<ref name="EW-2021">Axel Junker: Positive Tendenz bei Umzügen. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 14. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 18.</ref>
<ref name="EW-2022">Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20.</ref>
<ref name="EW-2023">Axel Junker: Bismark verliert weiter Einwohner. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker (E-Paper). 13. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 20.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="HP">Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark): Ortschaft Bismark. In: stadt-bismark.de. 13. Mai 2020, abgerufen am 23. Dezember 2021.</ref>
<ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Einheitsgemeinde Bismark (Altmark), §15 Ortschaftsverfassung. 31. Oktober 2018, abgerufen am 5. Dezember 2021.</ref>
<ref name="Kirchen-IV">Gudrun Walinda: Kirchen in der Altmark. Ausflüge zu steinernen Zeugen der Geschichte. Hrsg.: Landkreis Stendal, Amt für Wirtschaftsförderung. IV. Region Bismark, Kläden, Stendal, Mittlere Uchte, 1996, S. 10–11.</ref>
<ref name="Kunstdenkmale-Stendal">Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 150–152.</ref>
<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 322 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.uni-potsdam.de ( vom 24. März 2019 im Internet Archive)).</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Mertens-Gardelegen">Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308, S. 215.</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Garlipp. Abgerufen am 18. August 2021.</ref>
<ref name="Pieper 2019">Renate Pieper: Geschichtliches aus 39 Orten der Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark). Bismark 2019, S. 179–182, Poritz.</ref>
<ref name="Riedel-17 S. 495">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-5 S. 105">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Sültmann-1932">nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“.</ref>
<ref name="Wissen-2">Helmut Kurt Block (Hrsg.): Das Wissen der Region. Bismark-Kläden und Umland. Band 2. Edition Kulturförderverein Östliche Altmark, Altenzaun 2007, ISBN 978-3-9811747-0-0, S. 28.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>
<ref name="Zahn-Wüstungen">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 387, Nr. 411 Altes Dorf bei Poritz (uni-jena.de).</ref> </references>
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