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Portulak (Gattung)

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Portulak
Datei:P villosa.jpg

Portulaca villosa

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Portulakgewächse
Gattung: Portulak
Wissenschaftlicher Name der Familie
Portulacaceae
Juss.
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Portulaca
L.

Portulak (Portulaca) ist die einzige Pflanzengattung der Familie der Portulakgewächse (Portulacaceae) in der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:121 Portulaca oleracea L.jpg
Illustration des Sommer-Portulak (Portulaca oleracea)
Datei:Curtis's botanical magazine (Plate 3064) (8410387977).jpg
Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, Tafel 3064 von Portulaca gilliesii

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Portulaca-Arten wachsen als einjährige bis zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen.<ref name="FloraZambesiaca1961" /><ref name="FoNA" /> Viele Arten sind durch verdickte Blätter, verdickte Sprossachsen oder Speicherwurzeln sukkulent. Die Wurzeln können knollig oder fleischig sein oder es sind kleine Pfahlwurzeln.<ref name="FoNA" /> Die verzweigten Stängel sind selbstständig aufrecht bis niederliegend, kriechend.<ref name="FloraZambesiaca1961" /><ref name="FoNA" /> Die oberdischen Pflanzenteile sind meist kahl, aber Blütenstände und die Stängelknoten können behaart sein.<ref name="FoNA" /> Die meisten der einjährigen Arten sind zart und winzig.

Die meist wechselständig, selten fast gegenständig angeordneten Laubblätter<ref name="FoNA" /> sind kurz gestielt oder ungestielt.<ref name="FloraZambesiaca1961" /> Die einfachen Blattspreiten sind flach bis mehr oder weniger stielrund, oft fleischig und fast immer ganzrandig.<ref name="FoNA" /> Die Blattspreiten sind meist kahl. Nebenblätter fehlen manchmal; sind sie vorhanden, sind sie meist in axilläre Haare geteilt.<ref name="FloraZambesiaca1961" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die mehr oder weniger ungestielten Blüten stehen einzeln oder zu bis 30 in endständigen, zymösen oder seltener rispigen Blütenstände, die von zwei bis einigen Hochblättern umgeben sind.<ref name="FloraZambesiaca1961" /><ref name="FoNA" />

Die Blüten sind meist groß und auffällig, jedoch kurzlebig und oft kleistogam. Fast alle Arten sind zwittrig. Eingeschlechtige Blüten treten nur sehr selten und dann sind die Arten zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Bei vielen Arten öffnen sich die Blüten nur bei Sonnenschein, deshalb werden sie wie viele andere Arten unterschiedlicher Gattungen auch Mittagsblumen genannt.<ref name="FoNA" />

Die Blüten sind radiärsymmetrisch. Die Kelchblätter sind vermutlich nicht echt, sondern verschobene, modifizierte Hochblätter (Brakteen), während die Kronblätter verschobene Kelchblätter darstellen und echte Kronblätter fehlen. Die krautigen bis trockenhäutigen „Kelchblätter“ sind an ihrer Basis verbreitert. Die fünf bis sieben „Kronblätter“ sind meist frei.<ref name="FoNA" /> Es sind meist viele (selten nur vier, meist sechs bis 40, selten bis zu 100)<ref name="FloraZambesiaca1961" /><ref name="FoNA" /> Staubblätter vorhanden. Der unterständige oder halbunterständige Fruchtknoten ist mindestens im oberen Bereich einkammerig.<ref name="FloraZambesiaca1961" /><ref name="FoNA" /> Es sind meist viele oder selten wenige bis nur eine Samenanlagen in frei-zentraler Plazentation vorhanden.<ref name="FloraZambesiaca1961" /><ref name="FoNA" /> Der einfache Griffel endet in zwei bis einigen (meist 3 bis 8, selten bis zu 18) Narben.<ref name="FloraZambesiaca1961" /><ref name="FoNA" />

Die häutigen, pergamentartigen Kapselfrüchte öffnen sich im Querschnitt (transversal) und enthalten viele Samen.<ref name="FloraZambesiaca1961" /><ref name="FoNA" /> Die winzigen Samen sind selten braun, meist schillernd grau bis glänzend schwarz und kugelig bis nierenförmig. Die Samenschale (Testa) ist kahl oder unterschiedlich skulptiert: warzig, gekörnt oder stachelig.<ref name="FloraZambesiaca1961" /><ref name="FoNA" />

Chromosomensätze[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 4, 5, 8 oder 9.<ref name="FoNA" />

Systematik, botanische Geschichte und Verbreitung[Bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Gattung Portulaca wurde durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 1, 1753, Seiten 445–446<ref name="Linné1753" /> und Genera Plantarum, 5. Auflage, 1754, Seite 204 aufgestellt.<ref name="FloraZambesiaca1961" /> Der Familienname Portulacaceae wurde 1789 von Antoine Laurent de Jussieu in Genera Plantarum veröffentlicht.<ref name="Jussieu1789" /> Die Typusart ist Portulaca oleracea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. Synonyme für Portulaca Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Halimus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.Browne, Lemia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vand., Lamia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Endl., Merida Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Neck., Meridiana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. f., Portulacca Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Haw. nom. inval., Sedopsis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Endl.) Exell & Mendonca.<ref name="Eggli2002_428" /><ref name="POWO" />

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Datei:Portulaca amilis.jpg
Portulaca amilis
Datei:Portulaca confertifolia (8676299773).jpg
Portulaca confertifolia
Datei:Portulaca conspicua (15249131289).jpg
Portulaca conspicua
Datei:Portulaca elatior.jpg
Portulaca elatior
Datei:Portulaca eruca 01.jpg
Portulaca eruca
Datei:Portulaca filifolia.jpg
Portulaca filifolia
Datei:Portulaca gilliesii (8677405266).jpg
Portulaca gilliesii
Datei:Portulaca grandiflora2 ies.jpg
Halbgefülltblühende Sorte von Portulaca grandiflora
Datei:Portulaca halimoides 3.jpg
Portulaca halimoides
Datei:Portulaca intraterranea flower.jpg
Blüte im Detail von Portulaca intraterranea
Datei:Starr 050406-6131 Portulaca lutea.jpg
Portulaca lutea
Datei:Starr 061213-2377 Portulaca molokiniensis.jpg
Portulaca molokiniensis
Datei:Portulaca mucronulata (8677405828).jpg
Portulaca mucronulata
Datei:Portulaca mundula.jpg
Portulaca mundula
Datei:Portulaca oleracea MHNT.jpg
Sommer-Portulak (Portulaca oleracea)
Datei:Starr 021108-0055 Portulaca pilosa.jpg
Portulaca pilosa
Datei:Portulaca umbraticola (984002773).jpg
Portulaca umbraticola
Datei:Portulaca werdermannii.jpg
Portulaca werdermannii

DNA-Analysen haben die schon lange gehegte Vermutung bestätigt, dass die Portulacaceae s. l. keine einheitliche, monophyletische Familie bilden, sondern ausgeprägt paraphyletisch sind. Die sehr große Variabilität der morphologischen Merkmale und sogar die sonst als „konservativ“ geltenden Blütenmerkmale sind kein zuverlässiges Mittel zur Unterscheidung von Gattungen und Arten. Dies führte dazu, dass nur noch die Gattung Portulaca in der Familie Portulacaceae s. str. verblieben ist. Die überwiegende Anzahl der früher hier eingeordneten Gattungen sind bei der Angisperm Phylogeny Group in der Familie der Montiaceae enthalten.

Sehr nahe verwandt mit den Portulacaceae s. str. sind die Kakteengewächse (Cactaceae), Anacampserotaceae und Talinaceae. Forschungsergebnisse legen nahe, dass diese sogar innerhalb der Portulakgewächse verschachtelt sind.<ref name="Edwards2005" /> Sollten die Cactaceae als eigenständige Familie erhalten bleiben, wären die Portulacaceae in wenigstens zwei einzelne Familien zu teilen. Entweder belässt man die Portulacaceae s. l. als paraphyletische Familie oder – wenn man nur monophyletische Taxa zulässt – sind es monogenerische Familien wie Portulacaceae s. str., Anacampserotaceae und Talinaceae.<ref name="Nyffeler2007" />

Ebenfalls relativ nahe verwandt sind die in einer Klade stehenden Halophytaceae, Didiereaceae, Basellaceae und Montiaceae. Nach Applequist et al. 2003 wurde die bisherigen Gattungen der Portulacaceae Calyptrotheca, Ceraria und Portulacaria in drei erstbeschriebene Unterfamilien der Familie Didiereaceae gestellt.<ref name="Applequist2003" />

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Die Portulaca-Arten sind, bis auf die Polargebiete, weltweit verbreitet. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in der Südhalbkugel. Sie gedeihen meist in ariden tropischen und subtropischen Gebieten. Verbreitungsschwerpunkte liegen in Afrika und Südamerika. Nur wenige Arten besiedeln gemäßigte Gebiete.

Zur Gattung Portulaca s. l. gehören je nach Autor 100 bis 152 Arten:<ref name="Eggli2002_430-433" /><ref name="POWO" />

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jagdish Vishnu Dalavi, Rupali Chougule, Varsha Dilip-Jadhav (Rathod), Shrirang Yadav: Variation in Seed Micromorphology in Portulaca. In: Phytomorphology: An International Journal of Plant Morphology, Volume 69, Issue 1-2, August 2019, S. 15–24.
  • G. Ocampo, J. T. Columbus: Molecular phylogenetics, historical biogeography, and chromosome number evolution in Portulaca (Portulacaceae). In: MolecularPhylogenetics and Evolution, Volume 63, 2012, 97e112.
  • Reto Nyffeler, Urs Eggli: Disintegrating Portulacaceae: a new familial classification of the suborder Portulacineae (Caryophyllales) based on molecular andmorphological data. In: Taxon, Volume 59, 2010, 227e240.
  • R. Matthew Ogburn, Erika J. Edwards: Anatomical variation in Cactaceae and relatives: Trait lability and evolutionary innovation. In: American Journal of Botany, Volume 96, 2009, S. 391–408.
  • Roger Charles Carolin: A review of the family Portulacaceae. In: Taxon, Volume 23, 1974, S. 725–728.
  • J. Jage: 47. Familie: Portulacaceae. In: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, 2. Auflage, Volume 3, Issue 2, 1979, S. 1183–1221.
  • Roger Charles Carolin: Notas sobre Portulacaceae de la Argentinia. In: Parodiana, Volume 3, Issue 2, 1987, S. 329–332.
  • B. L. Nyananyo: The systematic significance of seed morphology and anatomy in the Portulacaceae (Centrospermae). In: Folia Geobot. Phytotax., 23, 1988, S. 275–79 & plates 8-13.
  • M. Prabhakar, P. Leelavathi, B.K.V. Kumar: SEM studies on seeds of Indian Portulacaceae and their taxonomic significance. In: Asian J. Pl. Sci. Volume 2, 1990, S. 9–14.
  • Roger Charles Carolin: A review of the family Portulacaceae. In: Austral. Journ. Bot. Volume 35, Issue 4, 1993, S. 383–412.
  • L. I. Malyschev, G. A. Peschkova (Hrsg.): Portulacaceae - Ranunculaceae. In: Flora of Siberia Series Volume 6, 2003.
  • Lonnie J. Guralnick, Michael D. Jackson: The Occurrence and Phylogenetics of Crassulacean Acid Metabolism in the Portulacaceae. In: International Journal of Plant Sciences, Band 162, Nummer 2, 2001, S. 257–262, DOI:10.1086/319569.
  • B. L. Nyanannyo, S. I. Mensah: Distribution and origins of members of the Family Portulacaceae (Centrospermae). In: Journal of Applied Sciences & Environmental Management, Band 8, Nummer 2, 2004, S. 59–62.
  • Gilberto Ocampo, J. Travis Columbus: Molecular phylogenetics, historical biogeography, and chromosome number evolution of Portulaca (Portulacaceae). In: Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 63, Issue 1, 2012, S. 97–112. doi:10.1016/j.ympev.2011.12.017
  • Maria Angélica Oliveira Marinho, Gustavo Souza, Leonardo P Felix, Reginaldo De Carvalho: Comparative cytogenetics of the ACPT clade (Anacampserotaceae, Cactaceae, Portulacaceae, and Talinaceae): a very diverse group of the suborder Cactineae, Caryophyllales. In: Protoplasma, Volume 256, Issue 3, Mai 2019, S. 805–814. doi:10.1007/s00709-018-01334-2 Epub 2019 Jan 3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Jussieu1789"> Antoine Laurent de Jussieu: Genera Plantarum, secundum ordines naturales disposita juxta methodum in Horto Regio Parisiensi exaratam. Paris 1789, S. 312 eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Linné1753"> Carl von Linné: Species Plantarum. 1. Auflage, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 445–446 eingescannt bei botanicus.org. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Portulaca bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Eggli2002_430-433"> Urs Eggli: Portulaca. In: Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Band 2: Zweikeimblättrige Pflanzen (Dicotyledonen), Eugen Ulmer, Stuttgart 2002, ISBN 3-8001-3915-4, S. 430–433. </ref> <ref name="Eggli2002_428"> Urs Eggli: Portulaca. In: Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Band 2: Zweikeimblättrige Pflanzen (Dicotyledonen), Eugen Ulmer, Stuttgart 2002, ISBN 3-8001-3915-4, S. 428. </ref> <ref name="Applequist2003"> Wendy L. Applequist, Robert S. Wallace: Expanded circumscription of Didiereaceae and its division into three subfamilies. In: Adansonia, Séries 3, Volume 25, Issue, 2003, S. 13–16. Volltext-PDF. </ref> <ref name="FoNA"> James F. Matthews: In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 4: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 1, Oxford University Press, New York und Oxford, 8. April 2004, ISBN 0-19-517389-9. Portulaca, S. 496 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Edwards2005"> Erika J. Edwards, Reto Nyffeler, Michael J Donoghue: Basal cactus phylogeny: implications of Pereskia (Cactaceae) paraphyly for the transition to the cactus life form. In: American Journal of Botany, Volume 92, Issue 7, 2005, S. 1177–1188. doi:10.3732/ajb.92.7.1177 online. </ref> <ref name="Nyffeler2007"> Reto Nyffeler: The closest relatives of cacti: insights from phylogenetic analyses of chloroplast and mitochondrial sequences with special emphasis on relationships in the tribe Anacampseroteae. In: American Journal of Botany, Volume 94, 2007, S. 89–101 (doi:10.3732/ajb.94.1.89, PDF). </ref> <ref name="Sivaramakrishna2020"> Pasupuleti Sivaramakrishna, Pulicherla Yugandhar: A new species of the genus Portulaca L. (Portulacaceae) from the Eastern Ghats, India. In: Journal of Asia-Pacific Biodiversity, September 2020. doi:10.1016/j.japb.2020.08.010 </ref> <ref name="FloraZambesiaca1961"> H. Wild: Portulacaceae In: Flora Zambesiaca, Volume 1, 1961: online. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Portulak (Portulaca) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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