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Prescottia

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Prescottia
Datei:Prescottia stachyodes (as Prescottia colorans) - Edwards vol 22 pl 1915 (1836).jpg

Prescottia stachyodes, Illustration

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Cranichideae
Untertribus: Cranichidinae
Gattung: Prescottia
Wissenschaftlicher Name
Prescottia
Lindl.

Prescottia ist eine Pflanzengattung in der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Die etwa 17 Arten sind in der Neotropis verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Arten der Gattung Prescottia sind terrestrisch wachsende, ausdauernde krautige Pflanzen. Die büschelweise entspringenden Wurzeln sind behaart, fleischig und oft knollig verdickt. Die Laubblätter stehen in einer grundständigen Rosette, sie sind deutlich oder kaum gestielt. Die fleischige Blattspreite ist oval.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Der endständige, traubige Blütenstand ist meist lang, aufrecht, mit einigen Hochblättern besetzt und im oberen Bereich behaart. Er trägt zahlreiche kleine Blüten, die dicht beisammenstehen. Der Fruchtknoten ist ungestielt und drüsig behaart. Die Blüten sind nicht resupiniert.<ref name="FoNA" /><ref name="AckermanPridgeon2003" /><ref name="Garay1978" />

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Die Blütenhüllblätter sind von dünner Textur. Die drei Sepalen sind am Grund meist schüsselförmig verwachsen, der freie Teil ist ausgebreitet oder zurückgeschlagen. Die Petalen sind schmal und mit der Basis der Sepalen verwachsen. Die Lippe ist im Gegensatz zu den anderen Blütenhüllblättern fleischig, sie ist hauben- oder muschelförmig über die Blüte gebreitet. An der Basis ist sie abrupt verschmälert (genagelt) und mit dem Säulenfuß verwachsen, sie bildet dort zusammen mit der Basis der anderen Blütenblätter ein Nektarium. Die Säule ist kurz und fleischig, vorne geflügelt, an der Basis kurz über die Ansatzstelle am Fruchtknoten hinausreichend (Säulenfuß). Die Narbe besteht aus nur einer Fläche. Das Staubblatt enthält vier mehlige Pollinien.<ref name="FoNA" /><ref name="AckermanPridgeon2003" /><ref name="Garay1978" />

Die Kapselfrüchte sind oval.<ref name="FoNA" /><ref name="AckermanPridgeon2003" /><ref name="Garay1978" />

Ökologie[Bearbeiten]

Bei Prescottia densiflora wurden Bienen aus der Familie Halictidae als Blütenbesucher beobachtet, die durch Duft und Nektar angelockt werden. Andere Arten sind selbstbestäubend.<ref name="AckermanPridgeon2003" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Prescottia ist von Florida und Mexiko südwärts über Zentralamerika und Karibische Inseln bis in die Nordhälfte Südamerikas verbreitet. Die südlichsten Vorkommen finden sich in Argentinien, Paraguay und Uruguay.<ref name="WCSP" /> Es werden Höhenlagen bis zu 3000 Metern besiedelt. Die Standorte liegen meist im Schatten von Wäldern oder Gebüschen.<ref name="AckermanPridgeon2003" />

Systematik und botanische Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Prescottia oligantha.jpg
Prescottia oligantha
Datei:Prescottia plantaginifolia.jpg
Prescottia plantaginifolia

Die Gattung Prescottia wurde 1824 von Lindley (in der Schreibweise Prescotia) in Exotic Flora, Containing Figures and Descriptions of New, Rare or Otherwise Interesting Exotic Plants Band 2, Teil 13, Tafel 115 aufgestellt. Der Gattungsname Prescottia ehrt den britischen Arzt und Botaniker John D. Prescott (1760–1837).<ref name="Burkhardt2018" /> Typusart ist Prescottia plantaginifolia.<ref name="AckermanPridgeon2003" /><ref name="WCSP" />

Die Gattung Prescottia gehört zur Subtribus Cranichidinae aus der Tribus Cranichideae in der Unterfamilie Orchidoideae innerhalb der Familie der Orchidaceae. Die Gattung war namensgebend für die Subtribus Prescottiinae, in der Prescottia mit einigen in den Hochlagen der Anden beheimateten Gattungen zusammengefasst wurde. Diese sind allerdings nicht besonders nah mit Prescottia verwandt.<ref name="Salazar et al 2003" />

Es gibt etwa 24 Prescottia-Arten:<ref name="WCSP" />

Nicht mehr zu dieser Gattung wird gerechnet:<ref name="WCSP" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • James D. Ackerman: Prescottia. In: Flora of North America. Band 26, S. 519 (efloras.org).
  • Leslie A. Garay: 225 (1). Orchidaceae (Cypripedioideae, Orchidoideae and Neottioideae). In: Gunnar Harling, Benkt Sparre (Hrsg.): Flora of Ecuador. Band 9, 1978, ISSN 0347-8742, S. 174.
  • Alec M. Pridgeon, Phillip Cribb, Mark W. Chase, Finn Rasmussen (Hrsg.): Genera Orchidacearum. Orchidoideae (Part 2). Vanilloideae. Band 3. Oxford University Press, New York/Oxford 2003, ISBN 0-19-850711-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="FoNA"> James D. Ackerman: Prescottia. In: Flora of North America. Band 26, S. 519 (efloras.org). </ref> <ref name="AckermanPridgeon2003"> James D. Ackerman, Alec Pridgeon: Prescottia. In: Genera Orchidacearum. Band 3, S. 47–50.</ref> <ref name="Burkhardt2018"> Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018. [1] </ref> <ref name="Garay1978"> Leslie Garay: Prescottia. In: Flora of Ecuador. Band 9, S. 174. </ref> <ref name="Salazar et al 2003"> Gerardo A. Salazar, Mark W. Chase, Miguel A. Soto Arenas, Martin Ingrouille: Phylogenetics of Cranichideae with emphasis on Spiranthinae (Orchidaceae, Orchidoideae): evidence from plastid and nuclear DNA sequences. In: American Journal of Botany. Band 90, Nr. 5, 2003, S. 777–795. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Prescottia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien