Proton Mail
| Sprachen | u. a. Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch/Brasilianisch, Slowenisch, Rumänisch, Türkisch, Ukrainisch |
|---|---|
| Sitz | Plan-les-Ouates, |
| Betreiber | Proton AG |
| Benutzer | 100 Millionen (April 2023)<ref name="Yen 2023 q773">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig There are now over 100 million Proton Accounts.] In: Proton. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 12. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> |
| (aktualisiert Aug. 2023) | |
| https://proton.me/ | |
Proton Mail ist ein Ende-zu-Ende-verschlüsselter E-Mail-Dienst des schweizerischen Unternehmens Proton AG.
Er wurde durch Jason Stockman, Andy Yen und Wei Sun, Mitarbeiter an der CERN-Forschungseinrichtung, im Jahr 2013 gegründet und ist in 25 Sprachen, u. a. Deutsch, Englisch und Französisch, verfügbar.<ref name="techcrunch: swiss secure" /><ref name="cointelegraph: protonmail collects" />
Protons Server sind an zwei Standorten in der Schweiz gelegen, ausserhalb der Gerichtsbarkeit der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten.<ref name="ProtonMail: why Switzerland" /> Dennoch musste Proton auf Anordnung eines Schweizer Gerichts mithelfen, die IP-Adresse eines von Europol gesuchten französischen Klimademonstranten zu enthüllen.<ref>Protonmail unter starker Kritik: Klimaaktivist nach Herausgabe von IP-Adresse verhaftet. Der Standard vom 7. September 2021.</ref>
Proton Mail hatte im August 2014 etwa 250'000 Benutzer;<ref name="ProtonMail: join us" /> im Juni 2015 hat sich die Nutzerzahl auf 500'000 verdoppelt;<ref name="bizjournals">Encrypted email service with MIT ties opens to general public.</ref> Ende 2015 lag sie bei rund einer Million.<ref name="faz Ritter" /> 2020 war Proton Mail mit 20 Millionen Nutzern der grösste Anbieter für verschlüsselte E-Mail-Kommunikation der Welt.<ref>What can you use instead of Google and Facebook? In: BBC News. 24. Januar 2020 (bbc.com [abgerufen am 4. Oktober 2022]).</ref> Im April 2023 lag die Nutzerzahl bei 100 Millionen.<ref name="Yen 2023 q7732">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig There are now over 100 million Proton Accounts.] In: Proton. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 12. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Seit Anfang 2022 benutzt SimpleLogin Protons-Infrastruktur<ref>SimpleLogin | About. Abgerufen am 1. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und ist in der Proton-Premiummitgliedschaft erhalten.<ref>Proton and SimpleLogin are joining forces. 8. April 2022, abgerufen am 1. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Funktionen[Bearbeiten]
Ver- und entschlüsselt wird im Webbrowser. Da die Server von Proton Mail die Daten der Benutzer verschlüsseln, ist keine Passwortwiederherstellung möglich, und auch bei staatlichem Zwang gegen den Diensteanbieter können die Benutzerdaten nicht entschlüsselt werden.<ref name="ProtonMail: faq5" /><ref name="TheHackerNews: protonmail nsa proof" />
Bei Proton Mail ist es möglich, den E-Mails ein Ablaufdatum zu geben. Dabei wird ein Link zur eigentlichen Nachricht als E-Mail verschickt. Die Nachricht lässt sich mit einem Passwort schützen – das ist bei externen Empfängern (kein Proton-Mail-Postfach) erforderlich. Wenn das Ablaufdatum erreicht ist, wird die Nachricht automatisch vom Server gelöscht und der Link im Postfach des Empfängers ist damit ungültig.
Sicherheit[Bearbeiten]
Proton Mail verwendet eine Kombination aus einem asymmetrischen und einem symmetrischen Kryptosystem, um die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu gewährleisten. Wenn ein Benutzer ein Konto erstellt, erzeugt der Webbrowser einen öffentlichen und einen persönlichen RSA-Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel wird für die Verschlüsselung der E-Mails und der Daten verwendet. Der persönliche Schlüssel, der für die Entschlüsselung der Daten zuständig ist, wird symmetrisch mit AES-256 verschlüsselt. Hierbei dient das Mailbox-Passwort als Schlüssel (der symmetrischen Verschlüsselung). Auf diesem Weg ist es möglich, den privaten (an sich geheimen) Schlüssel in verschlüsselter Form bei Proton Mail zu hinterlegen, sodass er auf jedem Client beim Anmelden verfügbar ist.
Nachrichten, die von einem Proton-Mail-Benutzerkonto zu einem anderen Proton-Mail-Benutzerkonto verschickt werden, sind mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers verschlüsselt. Nachrichten, die von einem Proton-Mail-Benutzerkonto zu einem Nicht-Proton-Mail-Benutzerkonto verschickt werden, werden verschlüsselt oder unverschlüsselt verschickt. Das Nicht-Proton-Mail-Mitglied bekommt einen Link, der ihn auf die Seite von Proton Mail bringt. Mit einem zuvor vereinbarten Schlüssel entschlüsselt der Browser die E-Mail.<ref name="SA Security: ProtonMail keys" />
Der Quellcode und die Verschlüsselung sind quelloffen und können daher überprüft werden, was die Sicherheit und das Vertrauen in den Dienst erhöhen soll.<ref name="blog-open-source">Proton Mail is Open Source!—Proton Blog. 13. August 2015, abgerufen am 2. August 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Datensicherung[Bearbeiten]
IMAP und POP3-Protokolle für externe E-Mail-Clients stehen ausschliesslich mit einem zahlungspflichtigen Benutzerkonto zur Verfügung. Das lokale Sichern von Nachrichten ist dementsprechend (Stand: 2024) nicht kostenfrei möglich. Mit dem Proton Export Tool ist es jedoch möglich, E-Mails als JSON- oder EML-Dateien zu exportieren.<ref>How to import and export emails. Abgerufen am 2. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Server[Bearbeiten]
Proton Mail besitzt eigene Server-Hardware und Netzwerke, um ihre Verwaltung keinem Drittanbieter anvertrauen zu müssen. Da die Server im Jahr 2014 überlastet waren, begannen die Gründer, den Serveraufbau auszuweiten.<ref name="Infosecurity: ProtonMail overwhelmed" />
Um den Austausch zwischen den Benutzern und den Servern zu schützen, wird Transport Layer Security (TLS) verwendet. Der Quellcode ist offengelegt worden.
Proton Mail Bridge[Bearbeiten]
Die Proton Mail Bridge ist eine kostenpflichtige Anwendung, die auf dem lokalen Computer installiert wird, im Hintergrund läuft und die E-Mails nahtlos verschlüsselt und entschlüsselt. Sie ermöglicht die vollständige Integration des Proton-Mail-Kontos mit jedem Programm, das IMAP und SMTP unterstützt, wie z. B. Microsoft Outlook, Mozilla Thunderbird und Apple Mail.<ref>Introducing Proton Mail Bridge, email encryption for Outlook, Thunderbird, and Apple Mail In: proton.me, 6. Dezember 2017, abgerufen am 7. Dezember 2017.</ref>
Kurzdomain pm.me[Bearbeiten]
Mit Proton Mail 3.13 wurde die Kurzdomain pm.me eingeführt. Diese lässt sich optional und kostenfrei im Konto aktivieren. Eine pm.me-Adresse kann zum Beispiel mündlich einfacher weitergegeben werden als die längere protonmail.com-Adresse. Nutzer des kostenlosen Dienstes können mit der pm.me-Adresse derzeit nur empfangen (und mit der Adresse proton.me bzw. protonmail.com antworten), solange sie ihr Konto vor Juni 2022 erstellt haben<ref>How to manage Proton free personal email addresses In : proton.me, abgerufen am 8. September 2023.</ref>; zahlende Nutzer haben zusätzlich die Möglichkeit, mit der pm.me-Adresse zu senden.<ref>ProtonMail v3.13 Release Notes In: proton.me, 29. März 2018, abgerufen am 24. Mai 2018.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Proton Mail wurde im Jahr 2013 wegen der Enthüllung der Snowden-Affäre gegründet und wurde von Gmail (Einfachheit der Bedienung) und Snapchat (Selbstzerstörung von Nachrichten) inspiriert.
Finanzierung[Bearbeiten]
Am 17. Juni 2014 startete Proton Mail mit dem Ziel, 100'000 US-Dollar einzuwerben, eine Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo. Am 30. Juni 2014 wurde das PayPal-Konto von Proton Mail gesperrt und so die Entnahme von 251'721 US-Dollar verhindert. Ein Vertreter von PayPal gab als Grund an, dass es Zweifel über die Rechtmässigkeit der Verschlüsselung gab. Die Behauptungen waren nicht nachvollziehbar, und die Sperre wurde am nächsten Tag wieder aufgehoben.<ref name="DailyDot: PayPay freeze" /><ref name="ProtonMail: PayPal freeze" /> Die Kampagne endete am 31. Juli 2014. Bis dahin hatten 10'576 Spender insgesamt 550'377 US-Dollar gespendet.
Am 18. März 2015 bekam Proton Mail zwei Millionen US-Dollar von Charles River Ventures und der {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Mit dieser Summe wurde die Zahl der Mitarbeiter aufgestockt (im August 2021 waren es 360<ref name="faz Ritter" />) und das Angebot ausgeweitet.<ref name="IndieGoGo: ProtonMail" /><ref>Proton Mail has raised $2M USD to protect online privacy. In: proton.me. Abgerufen am 29. August 2015.</ref>
DDoS-Angriff 2015[Bearbeiten]
Im November 2015 war Proton Mail Ziel eines massiven DDoS-Angriffs und wurde zur Zahlung eines Geldbetrags erpresst.<ref>Protonmail zahlt Erpressern 5800 Franken.</ref><ref>De puissantes attaques informatiques mettent à genoux la société genevoise ProtonMail.</ref> Seit dem Aufbau von Schutzmassnahmen nach diesem Angriff wird der Internetverkehr von Proton Mail im Falle von Angriffen auf die Webseite über Frankfurt am Main geroutet, ansonsten über Zürich.<ref>Proton Mail, Israel, and Radware relationship.</ref>
Proton Mail 3.1[Bearbeiten]
Mit Proton Mail 3.1 wurden Android- und iOS-Apps sowie die Unterstützung eigener Domains eingeführt.<ref>We have launched support for custom domains and paid accounts!—Proton Mail Blog. 26. Februar 2016, abgerufen am 2. August 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Darüber hinaus gibt es bezahlte Benutzerkonten mit mehr Funktionen als die kostenfreie Version.
Freie Software[Bearbeiten]
Seit April 2020 ist der Quellcode aller Programme, mit denen der Nutzer auf seine Proton-E-Mails zugreifen kann (Android, iOS, Bridge und das Netzprogramm), auf GitHub frei verfügbar, unter GPL-3.0- und MIT-Lizenzen.<ref>proton.me</ref>
Kooperation mit Behörden[Bearbeiten]
Anfang September 2021 gab das Unternehmen bekannt, dass IP-Adressen und weitere, nicht näher spezifizierte, personenbezogene Daten von Nutzern auf Anordnung der Polizeibehörde Europol herausgegeben wurden. Durch ein Rechtshilfeabkommen der Schweizer Behörden mit Europol sei Proton Mail bei Behördenanfragen gesetzlich zur Kooperation verpflichtet. Im Anschluss gab Yen im Namen des Unternehmens eine Stellungnahme ab, in der er Nutzern, die anonym bleiben wollten, empfahl, Proton Mail nur über den Tor-Browser zu verwenden.<ref>Alexander Fanta: ProtonMail gab IP-Adressen von Nutzer:innen heraus. In: Netzpolitik.org. 6. September 2021, abgerufen am 8. September 2021.</ref><ref>Andy Yen: Important clarifications regarding arrest of climate activist. 6. September 2021, abgerufen am 8. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im März 2026 berichtete 404media, dass das FBI einen Proton Mail-Nutzer mithilfe von Zahlungsdaten identifizierte, die Schweizer Behörden bei Proton abgefragt und weitergeleitet hatten. Der Vorfall führte zu einer Debatte über die Verlässlichkeit des Schweizer Datenschutzrechts, mit dem Proton wirbt.<ref>Joseph Cox: Proton Mail Helped FBI Unmask Anonymous ‘Stop Cop City’ Protester. In: 404media. 5. März 2026, abgerufen am 10. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Stefan Krempl: Proton: Nutzeridentifizierung durchs FBI bringt Schweizer Datenschutz ins Wanken. In: heise online. 7. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website
- protonmailrmez3lotccipshtkleegetolb73fuirgj7r4o4vfu7ozyd.onion – Onion Service, nur über das Tor-Netzwerk erreichbar.<ref name="protonma-Tor_Hidd">Tor Encrypted Email. In: proton.me. Abgerufen am 1. Juli 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Wie eine kleine Schweizer Firma gegen die Marktmacht von Apple ankämpft, Neue Zürcher Zeitung, vom 18. August 2021
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive> <ref name="techcrunch: swiss secure"> John Biggs: ProtonMail Is A Swiss Secure Mail Provider That Won’t Give You Up To The NSA. In: techcrunch.com. 23. Juni 2014, abgerufen am 29. August 2015. </ref> <ref name="cointelegraph: protonmail collects"> William Suberg: ProtonMail collects over US$10,000 in BTC donations in 6 weeks. In: cointelegraph.com. 30. Juni 2014, abgerufen am 29. August 2015. </ref> <ref name="ProtonMail: why Switzerland"> Why Switzerland? In: proton.me. 19. Mai 2014, abgerufen am 29. August 2015. </ref> <ref name="ProtonMail: join us"> About. In: proton.me. Abgerufen am 29. August 2015 (Zugriff nur über login möglich). </ref> <ref name="TheHackerNews: protonmail nsa proof"> Swati Khandelwal: ProtonMail: ‘NSA-Proof’ End-to-End Encrypted Email Service. In: thehackernews.com. 26. Mai 2014, abgerufen am 29. August 2015. </ref> <ref name="SA Security: ProtonMail keys"> How are ProtonMail keys distributed? In: stackexchange.com. security.stackexchange.com, 2014, abgerufen am 29. August 2015. </ref> <ref name="Infosecurity: ProtonMail overwhelmed"> Über-Secure ProtonMail Beta Maxes Out Servers in Just 60 Hours. In: infosecurity-magazine.com. Abgerufen am 29. August 2015. </ref> <ref name="DailyDot: PayPay freeze"> Patrick Howell O’Neill: PayPal freezes account of email encryption startup ProtonMail [Update]. In: dailydot.com. 1. Juli 2014, abgerufen am 29. August 2015. </ref> <ref name="ProtonMail: PayPal freeze"> Paypal Freezes Proton Mail Campaign Funds. In: proton.me. 30. Juni 2014, abgerufen am 29. August 2015. </ref> <ref name="IndieGoGo: ProtonMail"> IndieGoGo: ProtonMail. In: indiegogo.com. Indiegogo, abgerufen am 29. August 2015. </ref> <ref name="ProtonMail: faq5"> Proton Mail Sicherheit. In: proton.me. Proton Mail, 18. März 2015, abgerufen am 29. August 2015. </ref> <ref name="faz Ritter"> Johannes Ritter: Vom Physiker zum digitalen Freiheitskämpfer. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 17. August 2021. S. 20 </ref> </references>