Pruppach (Pyrbaum)
Pruppach Markt Pyrbaum
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(218)&title=Pruppach 49° 17′ N, 11° 14′ O
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dim=10000 | globe= | name=Pruppach | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 404 (394–414) m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 218 (1. Jan. 2018)<ref>Mitteilungsblatt für den Markt Pyrbaum – Ausgabe Juni 2018. (PDF; 7,7 MB) Markt Pyrbaum, S. 4, abgerufen am 14. Februar 2025.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 90602 | |||||
| Vorwahl: | 09180 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Pruppach ist ein Gemeindeteil des Marktes Pyrbaum im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Pruppach liegt in der Gemarkung Oberhembach.<ref>Webkarte. ALKIS-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 17. Mai 2026.</ref>
Geographie[Bearbeiten]
Das Dorf liegt auf einer Waldlichtung ca. 3 km südwestlich von Pyrbaum unterhalb des südöstlich auf einem Hügel befindlichen Burgstalls Pruppach. 550 m nördlich des Dorfes verläuft der Finsterbach am Rand des Pruppacher Waldes. Die nach Pyrbaum führende Kreisstraße NM 6 durchquert den Ort.<ref name=":0">BayernAtlas. Kartenviewer des Freistaats Bayern, abgerufen am 2. Februar 2026.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Erstmals wird der Ortsname in einer Schenkungsurkunde des Jahres 1261 erwähnt. Hier tritt der Ortsadelige "Conradus de Brukkebach" als Zeugen einer Schenkung des Konrad von Sulzbürg an das Kloster Seligenporten auf.<ref name=":1" /><ref>Historische Ortsnamen. Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 3. Februar 2026.</ref>
Ein nicht vollendeter Burgenbau?[Bearbeiten]
In dieser Zeit erhielten die Sulzbürger Dienstmannen, die Gebrüder Konrad und Wirnt, von Konrad von Sulzbürg – dem Neffen des Klostergründers zu Seligenporten – den Auftrag zu einem Burgenbau und nannten sich seither nach dem Dorf "Brukkebach" zu Füßen der befestigten Anlage. Ihre Aufgabe war vermutlich in den kriegerischen Zeiten die Sicherung der Straße von Neumarkt nach Roth (NM 6), unweit der Kreuzung mit der alten Salzstraße von Hilpoltstein über Allersberg nach Nürnberg (ST 2225).
Allerdings brechen die Nachrichten über ihren Adelssitz Pruppach nach einer Serie von 5 Urkunden bis 1268 unvermittelt ab und im folgenden Jahr werden sie ohne Wohnort bei ihrem Herrn auf der Sulzbürg genannt. Auch macht der beachtenswerte Burgstall von etwa 50 × 70 m Größe einen eher unfertigen Eindruck, zumal dort keinerlei Steinreste zu finden sind. Konrad von Pruppach verschwindet von da an aus den Schriftquellen der Region und ist im Alter und offensichtlich kinderlos als Laienbruder ins Kloster Seligenporten eingetreten.<ref name=":1">W. Stadelmann, Die Herren von Pruppach und Wirnt von Allersberg, Möning und Batzhausen (1261–1520), 30. Jahresbericht des Historischen Vereins Neumarkt, Neumarkt 2013, I. Die Herren von Pruppach und Allersberg (1261–1287), S. 45–48.</ref>
Sein jüngerer Bruder Wirnt dagegen verwaltete spätestens seit 1274 die Sulzbürger Güter in Allersberg und Umgebung, wo seine Herren im Bereich der Allerheiligenkirche in der Bachniederung der Kleinen Roth eine erste, heute völlig verschwundene Burganlage anlegen ließen. Dort begründete Wirnt eine Niederadelsfamilie, in der seine Nachkommen seinen Vornamen (Wirnt) nun als Familiennamen führten. Trotz beschränkter Besitzverhältnisse konnten sie in der westlichen Oberpfalz über 9 Generationen bis 1520 überleben und die Geschichte von Allersberg, Möning und Batzhausen zeitweise mitprägen.<ref>W. Stadelmann, Die Herren von Pruppach und Wirnt von Allersberg, Möning und Batzhausen (1261–1520), 30. Jahresbericht des Historischen Vereins Neumarkt, Neumarkt 2013, S. 45–81</ref>
Das heißt, ganz offensichtlich wurde die Burg Pruppach schon nach wenigen Jahren Nutzung (1261–1268) wieder aufgegeben. Deshalb war das Gebiet bereits militärisch 1286 so bedeutungslos geworden, dass die Gebrüder von Sulzbürg den Wald nebenan dem Kloster Seligenporten schenkten. Und bei der Wolfsteiner Erbteilung 1354 wird nur noch von einem Gehölz, das heißt das Purchstal bei Pruppach und dem Dorf und den Weihern gesprochen, die zur Linie Pyrbaum kamen.<ref>W. Stadelmann, Die Herren von Pruppach und Wirnt von Allersberg, Möning und Batzhausen (1261–1520), V, Der Besitz der Wirnt, S. 71–73. Ein Burgstall bedeutet im späten Mittelalter die Stelle einer verfallenen Burg.</ref>
Pruppach in der Herrschaft und Grafschaft Wolfstein (1260–1740)[Bearbeiten]
Von 1260 an gehörte das Dorf Pruppach zur Herrschaft Sulzbürg-Wolfstein und seit 1354 zur Herrschaft Pyrbaum.<ref>B. Heinloth, Historischer Atlas von Bayern: Neumarkt, München 1967, S. 89, 91.</ref> die 1673 zur Reichsgrafschaft erhoben wurde. Die Wolfsteinischen Besitzverzeichnisse vermelden für 1654 insgesamt 22 Haushalte und für das Jahr 1725 einen mehr, nämlich 23.<ref>Summarische Designation Der Gräfl Wolffsteinischen Reichslehen 1725, S. 6 und 109.</ref> Allerdings bildete die Grenzlage von Pruppach lange Zeit auch Ursache für Streitigkeiten mit Bayern, die erst 1728 endgültig beigelegt wurden.<ref>Heinloth, Neumarkt, S. 105.</ref> Ansonsten geben die Kirchenbücher von Pyrbaum seit 1608/10 deutlich mehr Auskunft vom Leben, Heiraten und Sterben in dem kleinen, seit der Reformation evangelischen Dorf.<ref>Siehe die Kirchenbücher von Pyrbaum im Kirchenbuchportal Archion unter Dekanat Neumarkt.</ref>
Pruppach in Bayern (seit 1740)[Bearbeiten]
Mit dem Tod des letzten Wolfsteiner Grafen Christian Albrecht 1740 fiel die Herrschaft Pyrbaum mit dem Dorf Pruppach an das Kurfürstentum Bayern.
Am Ende des Alten Reiches umfasste Pruppach 21 Höfe unterschiedlicher Größe, die mit allen Rechten zur Kabinettsherrschaft Pyrbaum gehörten.<ref>Heinloth, Neumarkt, S. 276.</ref>
Die mit dem königlichen Gemeindeedikt vom 17. Mai 1818 entstandene Ruralgemeinde Oberhembach, zu der auch Pruppach gehörte<ref>Historisches Lexikon Bayern. In: bavarikon. Bayerische Staatsbilbiothek, abgerufen am 5. Februar 2026.</ref>, hat sich am 1. Oktober 1970 mit einigen anderen Ruralgemeinden zur Gemeinde Pyrbaum zusammengeschlossen.<ref>Richard Bauer, Reinhard Heydenreuter, Gerhard Heyl, Emma Mages, Max Piendl, August Scherl und Bernhard Zittel: Handbuch der Bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. Hrsg.: Wilhelm Volkert. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 533.</ref>
Bis in die 1980er Jahre wurde die Köhlerei betrieben. Von den ehemals 16 landwirtschaftlichen Anwesen waren im Jahr 2002 noch drei in Betrieb. Viele Einwohner pendeln in das 20 km entfernte Nürnberg.
Einwohnerzahl[Bearbeiten]
- 1871: 108 Einwohner
- 1925: 117 Einwohner
- 1950: 132 Einwohner
- 1987: 129 Einwohner<ref>bavarikon. In: Ortsdatenbank. Onlineportal des Freistaats Bayern, abgerufen am 3. Februar 2026.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Chronik der Ortsteile > Pruppach. In: pyrbaum.de. Abgerufen am 17. Mai 2026.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive />
Asbach | Birkenlach | Dennenlohe | Dürnhof | Münchsmühle | Neuhof | Neumühle | Oberhembach | Pruppach | Pyrbaum | Rengersricht | Schwarzach | Seligenporten | Straßmühle