Pultusk (Meteorit)
Pułtusk ist ein Steinmeteorit vom Typ der eisenreichen H-Chondriten, der am 30. Januar 1868 im zentralen Polen, bei Pułtusk niedergegangen ist.<ref>Michał Kazubski: Meteoryt Pułtusk - Muzeum Ziemi. In: Muzeum Ziemi. 30. Januar 2021 (pan.pl [abgerufen am 28. September 2026]).</ref><ref>Center for Meteorite Studies: Pultusk – Buseck Center for Meteorite Studies. 1. Januar 2015, abgerufen am 28. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Fall des Meteoriten konnte in weiten Teilen von Zentraleuropa von Augenzeugen beobachtet werden. Dieses Ereignis gilt als einer der größten Steinmeteoriten-Schauer, der je beobachtet werden konnte. Das Streufeld hatte eine Ausdehnung von etwa 20 km × 7 km. Mit einem Gesamtgewicht von 250 kg ist Pułtusk nach dem Meteoriten von Morasko der zweitgrößte in Polen gefundene Meteorit.
Der ursprüngliche Meteoroid hatte vor dem Zerfall in der Atmosphäre eine Masse von knapp 9 Tonnen.<ref>Metbull DB - Entry for Pultusk. Abgerufen am 6. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das größte Stück, das auf der Erdoberfläche gefunden werden konnte, wiegt 9,1 kg, der überwiegende Teil der kleineren Stücke aber nur etwa 1 g. Das Material besteht aus Pyroxen- und Olivin-Chondren, ummantelt von Plagioklas, und hat eine brekzien-artige oder gebänderte Struktur.
Etwa 50 Bruchstücke von 1–10 cm Größe befinden sich in verschiedenen Museen Europas und den USA, von denen die Meteoritical Bulletin Database (Link unten) Fotos zeigt. Die meisten sind dunkel, bei einigen leuchtet rostrotes Eisenoxid heraus.
Im Jahr 2008 wurde zum 140. Jahrestag des Meteorfalls eine Münze herausgegeben, welche die fallenden Steine vor der Silhouette der Stadt zeigt.<ref>Sternwarte Singen e.V. – Meteorite - Münzen u. Medaillen</ref>
Gut beobachtete Flugbahn[Bearbeiten]
Der Bolide konnte noch aus hunderten Kilometern Entfernung beobachtet werden. Johann Gottfried Galle, der Direktor der Sternwarte Breslau, sammelte und dokumentiert zahlreiche Augenzeugenberichte. Er berichtet von einem plötzlichen Funkenregen, der sich zu einer Art bengalischem Feuer steigerte. Nach einiger Zeit erhob sich minutenlanges Knattern und Donnern wie von Kanonen. Die Leute stürzten aus den Häusern und befürchteten Kriegswirren oder eine Feuersbrunst. Manche sprachen von einem Steinregen und begannen, nach Meteoriten zu suchen. Die meisten seien aber in die Narew gefallen.
Auf Basis der Augenzeugenberichte ergaben zeitgenössische Berechnungen der Flugbahn ein Aufleuchten des Meteors in einer Höhe von rund 174 km und ein Erlöschen in rund 18,5 km Höhe – bei einer Leuchtdauer von 4,5 Sekunden.<ref>Tytus Babczyński, Karol Deike, Roman Wawnikiewicz: Notice sur la météorite tombée le 30 Janvier 1868 aux environs de la ville de Pułtusk | Polona. 26. Mai 1868, abgerufen am 29. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Diese Anfangshöhe gilt heute als deutlich überschätzt, da Meteore in der Regel erst unterhalb von etwa 100 km zu leuchten beginnen.
Chemische Zusammensetzung[Bearbeiten]
Das gesamte untersuchte Gestein hat folgende Zusammensetzung (Gewichtsprozent):
- SiO2 36,44 %
- MgO 23,75 %
- Fe 16,02 %
- FeO 9,48 %
- FeS 5,97 %
- CaO 1,82 %
- Al2O3 1,88 %
- Ni 1,61 %
- Na2O 0,83 %.
Dazu kleine Anteile von Cr2O3, MnO, TiO2, P2O5 und K2O. Der gesamte Eisenanteil beträgt 17,62 Gewichtsprozent (nach Diakonov & Kharitonova 1961).
Weblinks[Bearbeiten]
- Museum of the Faculty of Geology of the Warsaw University: Pultusk
- Meteoritical Bulletin Database: Pultusk
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />