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Flossenfüße

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Flossenfüße
Datei:Lialis burtonis.jpg

Burtons Spitzkopf-Flossenfuß (Lialis burtonis)

Systematik
ohne Rang: Amnioten (Amniota)
ohne Rang: Sauropsida
Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
ohne Rang: Geckoartige (Gekkota)
Familie: Flossenfüße
Wissenschaftlicher Name
Pygopodidae
Boulenger, 1884

Die Flossenfüße (Pygopodidae) bilden eine Familie in der Klasse der Reptilien (Reptilia). Sie sind in Australien und mit zwei Arten in Neuguinea endemisch. Sie bewohnen Erdhöhlen an der Oberfläche oder graben tiefere Wohnhöhlen und sind nachtaktiv.

Merkmale[Bearbeiten]

Alle 44 Arten der Flossenfüße ähneln im Erscheinungsbild mit ihren langgestreckten Körpern und den zu verschuppten Fortsätzen oder zu nur einer Kralle zurückgebildeten Hinterbeinen den Schlangen. Die Vorderbeine fehlen ganz. Je nach Art ist der Schwanz genau so lang bis viermal so lang wie die Kopf-Rumpf-Länge. Der Kopf ist kaum vom Körper abgesetzt und konisch zugespitzt. Einige Flossenfüße erreichen nur eine Größe von sieben Zentimetern, die größte Art, der Neuguinea-Flossenfuß (Lialis jicari) wird 75 Zentimeter lang. Flossenfüße häuten sich wie alle Schuppenkriechtiere und streifen die alte Haut im ganzen ab.

Lebensweise[Bearbeiten]

In ihrer Anpassung an den Lebensraum lassen sich die Flossenfüße in zwei Gruppen unterteilen. Die erste lebt eher auf der Bodenoberfläche. Angehörige dieser Gruppe haben einen langen Schwanz, von außen sichtbare Gehörgänge und oft einen stark zugespitzten Kopf. Die zweite Gruppe lebt wühlend im Bodengrund. Bei ihnen sind die Hinterbeine noch stärker reduziert, der Schwanz ist kürzer, der Kopf kegelförmig und die Gehörgänge sind nicht sichtbar.

Flossenfüße ernähren sich von Insekten, Spinnen, kleinen Echsen und Schlangen. Die Gattung der Neuguinea-Flossenfüße (Lialis) hat sich auf Skinke spezialisiert.

Manche Arten aus der Gattung Glattschuppen-Flossenfüße (Delma) haben eine erstaunliche Strategie zur Verteidigung. Bei Gefahr stellen sie sich auf ihren schlanken aber kräftigen Schwanz und springen unter Zuhilfenahme ihrer Schwanzmuskeln mehrmals hintereinander in die Luft, um den Feind zu verunsichern. Zudem wird bei jedem Abheben vom Boden die Richtung geändert. Einige australische Arten sehen jungen Giftnattern (Elapidae) täuschend ähnlich (Mimikry).

Alle Arten legen zwei pergamentschalige Eier.

Systematik[Bearbeiten]

Datei:Common Scalyfoot.jpg
Schlangen-Flossenfuß
(Pygopus lepidopodus)
Datei:Marble-faced Delma (Delma australis) (9391248832).jpg
Delma australis
Datei:Delma demosa on Angas Downs IPA, NT.JPG
Delma desmosa
Datei:Striped legless lizard.jpg
Delma impar
Datei:Gulf Delma (Delma molleri) (9388428685).jpg
Delma molleri
Datei:Pink-tailed Worm-lizard (Aprasia parapulchella) (9105308465).jpg
Schmuckflossenfuß (Aprasia parapulchella)
Datei:Flinders Worm-lizard (Aprasia pseudopulchella) (9388534051).jpg
Aprasia pseudopulchella

Flossenfüße sind eng mit den Geckos (Gekkonidae) verwandt, mit denen sie zahlreiche gemeinsame Merkmale, hauptsächlich im Aufbau des Schädels, haben. Sie sind, wie viele Geckoarten, in der Lage Töne zu erzeugen, säubern wie diese regelmäßig ihre Augen mit der fleischigen Zunge und ihre unteren durchsichtigen Augenlider sind mit den oberen verwachsen. Sie sind die Schwestergruppe der Doppelfingergeckos (Diplodactylidae), die in Australien und im südwestpazifischen Raum endemisch sind.

Die Familie Pygopodidae umfasst derzeit 46 Arten aus 7 Gattungen:<ref name="Reptile Database" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Reptile Database"> Pygopodidae In: The Reptile Database; abgerufen am 23. März 2015. </ref> <ref name="Mahony et al., 2022"> S. V. Mahony, T. Cutajar & J. J. L. Rowley: A new species of Delma Gray 1831 (Squamata: Pygopodidae) from the Hunter Valley and Liverpool Plains of New South Wales. In: Zootaxa, Band 5162, Nummer 5, 2022, S. 541–556, doi:10.11646/zootaxa.5162.5.5. </ref> </references>

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Deckert, Gisela Deckert, G. E. Freytag, Günther Peters, Günther Sterba: Fische, Lurche, Kriechtiere (= Urania Tierreich.). Urania-Verlag, Berlin 1991, ISBN 3-332-00376-3.
  • Harold G. Cogger, Richard G. Zweifel: Enzyklopädie der Reptilien & Amphibien. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-1559-0.
  • Manfred Rogner: Echsen. Band 1: Geckos, Flossenfüsse, Agamen, Chamäleons und Leguane. Ulmer, Stuttgart 1992, ISBN 3-8001-7248-8.
  • W. Bryan Jennings, Eric R. Pianka, Stephen Donnellan: Systematics of the Lizard Family Pygopodidae with Implications for the Diversification of Australian Temperate Biotas. In: Systematic Biology. Band 52, Nr. 6, 2003, S. 757–780, doi:10.1093/sysbio/52.6.757.
  • Volker Storch, Ulrich Welsch: Systematische Zoologie. 6., bearbeitete und erweiterte Auflage. Spektrum – Akademischer Verlag, Heidelberg u. a. 2004, ISBN 3-8274-1112-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Flossenfüße (Pygopodidae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien