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Pyridinole

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Die Pyridinole (synonym: Hydroxypyridine) sind eine Gruppe chemischer Verbindungen. Es handelt sich um stellungsisomere hyroxylsubstitutierte Pyridine; sie zählen folglich zu den Stickstoff-Heterocyclen.

Das Tautomerie-Gleichgewicht zwischen 2- bzw. 4-Pyridinol liegt auf der Seite der zugehörigen Pyridin-Ketone<ref name="Ullmann">Shinkichi Shimizu, Nanao Watanabe, Toshiaki Kataoka, Takayuki Shoji, Nobuyuki Abe, Sinji Morishita, Hisao Ichimura: Pyridine and Pyridine Derivatives. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2006. doi:10.1002/14356007.a22_399. Kapitel 3.9: Pyridinols.</ref> (Pyridone, Pyridinone), die systematischen Namen der entsprechenden Derivate enthalten -pyridon- als Namensbestandteil.

Vertreter[Bearbeiten]

Pyridinole
Name 2-Pyridinol
2-Pyridon
3-Pyridinol 4-Pyridinol
4-Pyridon
Strukturformel Tautomere Strukturformeln von 2-Pyridinol/2-Pyridon Mesomere Strukturformeln von 3-Hydroxypyridin Tautomere Strukturformeln von 4-Pyridinol/4-Pyridon
Andere Namen 2-Hydroxypyridin
Pyridin-2-on
Pyridin-3-ol 4-Hydroxypyridin
Pyridin-4-on
CAS-Nummer Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN Vorlage:CASRN
PubChem 8871 7971 12290
Summenformel C5H5NO
Molare Masse 95,10 g·mol−1
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt 104–107 °C<ref name="Merck_2">Datenblatt 2-Hydroxypyridin bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref> 123–126 °C<ref name="Merck_3">Datenblatt 3-Pyridinol bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref> 150–151 °C<ref name="Sigma_4">Datenblatt 4-Hydroxypyridine bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Löslichkeit 450 g·l−1 (Wasser, 20 °C)<ref name="Merck_2" /> 33 g·l−1 (Wasser, 20 °C)<ref name="Merck_3" /> löslich in Wasser<ref name="Alfa_4">Datenblatt 4-Hydroxypyridine bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref>
GHS-
Kennzeichnung
Gefahrensymbol
Gefahr<ref name="Merck_2" />
Gefahrensymbol
Achtung<ref name="Merck_3" />
Gefahrensymbol
Achtung<ref name="Sigma_4" />
H- und P-Sätze 301 315​‐​319​‐​335 315​‐​319​‐​335
309+310<ref name="Merck_2" /> 302+352​‐​304+340​‐​305+351+338<ref name="Merck_3" /> 261​‐​305+351+338<ref name="Sigma_4" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Es sind eine Reihe von Naturstoffen mit Pyridinol-Teilstruktur bekannt:<ref name="Römpp">Eintrag zu Pyridinole. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Synthese[Bearbeiten]

Die Pyridinole sind durch Diazotierung der Aminopyridine und nachfolgender Verkochung zugänglich. 2-Pyridinol kann auch ausgehend von Pyridin-N-oxid durch Reaktion mit Säureanhydriden und nachfolgender Hydrolyse erhalten werden.<ref name="Ullmann" /> 2- und 4-Pyridinol sind auch durch Umsetzung der entsprechenden Pyrone mit Ammoniak zugänglich.<ref name="Römpp" />

Eigenschaften[Bearbeiten]

Tautomerie[Bearbeiten]

2- und 4-Pyridinol stehen jeweils im tautomeren Gleichgewicht mit dem entsprechenden Pyridin-Keton, dem 2- bzw. 4-Pyridon. Das Gleichgewicht liegt bei beiden auf der Seite der Keto-Verbindung.<ref name="Ullmann" /> 2-Pyridinol kann dabei als Lactimform des Lactams 2-Pyridon aufgefasst werden, es handelt sich um eine Lactam-Lactim-Tautomerie.

Vom 3-Pyridinol ist dagegen keine Pyridin-Keton-Form bekannt, stattdessen reagiert die Hydroxygruppe phenolisch, d. h., es ist eine Pyridiniumphenolat-Grenzstruktur formulierbar.<ref name="Ullmann" />

Reaktivität[Bearbeiten]

2- und 4-Pyridinole können durch Phosphorpentachlorid in die entsprechenden Halogenpyridine überführt werden. Elektrophile Substitutionsreaktionen laufen leicht ab, da die Hydroxygruppe Eigenschaften als Elektronendonor aufweist. Bevorzugt werden dabei analog zum Phenol die zur OH-Gruppe ortho- und para-ständigen Substitutionsprodukte gebildet.<ref name="Ullmann" /> Alkylierungen mit Alkylhalogeniden führen bei 2- und 4-Pyridinolen zu Mischungen aus O- und N-alkylierten Produkten, beim 3-Pyridinol dagegen selektiv zum O-alkylierten Produkt.

Verwendung[Bearbeiten]

2-Pyridinol dient als Synthesezwischenstufe für Amphenidon. 3-Pyridinol wird zur Synthese der Cholinesteraseinhibitoren Pyridostigminbromid und Distigminbromid verwendet. 4-Pyridinol ist ein Vorprodukt des Röntgenkontrastmittels Propyliodon. Hydrierung führt zum 4-Piperidinol, das zur Synthese von Pericyazin dient.<ref name="Ullmann" />

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />