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Qwant

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Sprachen 28
Sitz Paris, Frankreich
Gründer Jean-Manuel Rozan und Éric Leandri
Betreiber QWANT S.A.S.<ref name="infogreffe"/>
Registrierung nein
Online seit 2013
(aktualisiert 11. Nov. 2022)
https://www.qwant.com/

Qwant ist eine Websuchmaschine, die vom gleichnamigen französischen Unternehmen entwickelt wird und mit umfassendem Datenschutz wirbt. Mehrheitseigner ist die französische Staatsbank Caisse des dépôts.

Suchmaschine[Bearbeiten]

Datei:Qwant Search Interface.png
Eine Beispiel-Suchanfrage bei Qwant
Datei:Qwant Maps Interface.png
Der Kartendienst von Qwant (eingestellt)

Nach einer zweijährigen Entwicklungsphase wurde die erste beta-Version im Februar 2013 veröffentlicht; die erste stabile Version folgte im Juli desselben Jahres.<ref>Qwant : le nouveau moteur de recherche français est officiellement lancé. In: atlantico.fr. Abgerufen am 31. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Ergebnisseite von Qwant ist in mehrere Spalten aufgeteilt. Neben der klassischen Internetsuche sind die Rubriken News für Informationen von Nachrichtenseiten sowie Bilder, Videos und Shopping optisch getrennt angezeigt. Am oberen Bildrand sind Ergebnisse aus Video- und Bilddateien angeführt.<ref>Benedikt Fuest: QWANT: Europäische Suchmaschine verspricht Datenschutz. In: Welt.de. 4. März 2014, abgerufen am 19. November 2020.</ref>

Nach eigenen Angaben wurden in einem Zeitraum von weniger als 10 Monaten 507 Millionen Suchanfragen registriert. 65 Prozent des Verkehrs entfallen auf Frankreich. In einem Test der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schnitt Qwant im Vergleich zu Google, Bing und DuckDuckGo etwa gleich gut ab, was die Qualität der Suchergebnisse angeht.<ref>Britta Beeger: Die Suchmaschine Qwant ist gar nicht so schlecht. In: FAZ.net. 4. März 2014, abgerufen am 19. November 2020.</ref>

Im Februar 2014 wurde die deutschsprachige Version in Berlin vorgestellt. Außerdem wurde eine Kooperation mit den Entwicklern von Firefox OS geschlossen, welche jedoch inzwischen eingestellt ist.<ref>Benjamin Schischka: Firefox-OS-Standardsuche QWANT in Deutschland gestartet. In: PC-Welt. 4. März 2014, abgerufen am 19. November 2020.</ref> Ebenfalls wurde eine Kooperation mit Tripadvisor geschlossen.

Qwant hat zudem zwei weitere Varianten der Suchmaschine veröffentlicht. Qwant Lite ist eine reduzierte und schnellere Version der Suchmaschine, die sich insbesondere für Nutzer älterer Browser oder Rechner mit geringen Ressourcen eignet. Des Weiteren existiert unter dem Namen Qwant Junior ein Suchportal für Kinder und Heranwachsende, welches für diese Gruppe ungeeignete Suchbegriffe und -ergebnisse ignoriert, allerdings zum Start nur mit Startseiten in englischer bzw. französischer Sprache aufwarten konnte.

Zu ihrem 5. Geburtstag (2018) bekam die Suchmaschine ein neues Design und wurde zudem für Smartphones optimiert.<ref>Daniel Berger: Suchmaschine Qwant: Neues Design zum 5. Geburtstag. In: heise online. 6. Juli 2018, abgerufen am 19. November 2020.</ref>

Im Jahr 2020 wurde Qwant die Standardsuchmaschine in der französischen Verwaltung.<ref name="Braün2020">Elisa Braün: Qwant va changer de tête et s'installer dans l'administration. Abgerufen am 8. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im November 2024 kündigten Qwant und Ecosia die Entwicklung eines gemeinsamen Suchmaschinenindex an. Das Gemeinschaftsunternehmen European Search Perspective (EUSP) sitzt in Paris. Die Kooperation sei offen für weitere europäische Suchmaschinenbetreiber. Dennoch wolle man nicht vollständig auf Technologie und APIs anderer Suchmaschinen verzichten.<ref>Natasha Lomas, Ivan Mehta: Ecosia and Qwant, two European search engines, join forces on an index to shrink reliance on Big Tech. In: TechCrunch. 12. November 2024, abgerufen am 13. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das Europäische Parlament kündigte im Juni 2026 per E-Mail an die Abgeordneten des Europaparlaments an, dass man Google als Standard-Suchmaschine auf den Computern im Parlament durch die französische Alternative Qwant ersetzen wolle, um die digitale Souveränität zu stärken und den Schutz von persönlichen Daten zu sichern.<ref>Martin Holland: Im EU-Parlament: Google wird als Standard-Suchmaschine durch Qwant ersetzt. In: heise online. 3. Juni 2026, abgerufen am 4. Juni 2026.</ref>

Datenschutz und Werbung[Bearbeiten]

Mit Bezug auf den NSA-Skandal wirbt die Suchmaschine mit stärkeren Datenschutzbestimmungen, als dies bei Konkurrenzunternehmen der Fall sei. So würde Qwant keinerlei persönliche Daten sammeln. Qwant setze lediglich einen Cookie für die jeweilige Sitzung, eine permanente Browserdatei werde nicht angelegt. Nach dem Verlassen der Seite werde der Cookie sofort gelöscht. Die Informationen zum Nutzerverhalten würden nicht dauerhaft gespeichert.<ref>Start in Deutschland: Suchmaschine Qwant verspricht Datenschutz. In: Handelsblatt.com. 4. März 2014, abgerufen am 19. November 2020.</ref> Im Unterschied zu anderen Suchmaschinen wie etwa Google oder Yahoo liefere Qwant daher keine personalisierten Suchergebnisse. Für alle Nutzer seien die Suchergebnisse gleich.<ref>Internet – Französische Suchmaschine Qwant wirbt mit Datenschutz. In: Süddeutsche Zeitung. 4. März 2014, abgerufen am 9. August 2020.</ref>

Seit Mitte 2016 sendet Qwant bei jeder Suche folgende pseudonymisierte Benutzerdaten an Microsoft Bing Ads um Werbung anzuzeigen: die ersten drei Byte der IP (/24) des Nutzers, den User-Agent des Browsers und die Suchbegriffe. Eine Zeit lang leugnete Qwant diese Fakten,<ref>CR: Enquête : le moteur Qwant offre-t-il la vie privée de ses utilisateurs à Microsoft ? In: Le Virus Informatique n°40. 9. April 2019, abgerufen am 19. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> bevor es dies Mitte 2021 auf seiner Website klar und deutlich kommunizierte.<ref name="datenschutz">Politique de Confidentialité (Datenschutzerklärung Qwant.com). In: À propos de Qwant. Abgerufen am 19. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Um die Suchergebnisse mit denen von Bing anzureichern und mit kontextbezogener Werbung zu versehen, werden Stand 2023 an Microsoft Irland folgende pseudonymisierte Daten übermittelt: der Zeitpunkt implizit, die Suchbegriffe, der User-Agent des Browsers, die ersten drei Byte der IP (/24), der gesalzene Hash von IP-Adresse und User-Agent, die Region oder Stadt aus der die Suchanfrage stammt, eine zufällige Nonce zur Vermeidung von Verwechslungen. Zur Besucherzählung speichert Qwant ein Cookie mit einer zufälligen Besucher-ID für 13 Monate. Bei Spam, automatisierten Aktivitäten und betrügerischen Klicks auf Werbung wird die vollständige IP-Adresse erfasst. Die Daten werden von Bing 1½ Jahre aufbewahrt.<ref name="datenschutz" />

Finanzierung[Bearbeiten]

Nach eigenen Angaben stammen die Haupteinnahmen aus Werbeanzeigen aus „dem Werbenetzwerk von Microsoft Bing“, die auf Qwants Ergebnisseite angezeigt werden.<ref>Team Qwant: Wie verdient Qwant Geld? In: qwant.com. 20. Juni 2017, abgerufen am 19. Dezember 2023.</ref>

Unternehmen[Bearbeiten]

Altes Logo von Qwant bis zum Relaunch im Juni 2018
Altes Logo von Qwant bis zum Relaunch im Juli 2018

Qwant S.A.S. wurde im Jahr 2011 von den Franzosen Jean-Manuel Rozan und Éric Leandri gegründet<ref name="infogreffe">QWANT à Paris (532867256), CA, bilan, KBIS. SIREN Nr. 532 867 256 R.C.S. Paris. In: Infogreffe. Abgerufen am 19. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und die Suchmaschine nach einer zweijährigen Entwicklungsphase im Januar 2013 auf den Markt gebracht. Nach Angaben der Entwickler wurden bis März 2014 rund 3,5 Millionen Euro an Investitionskapital eingesammelt. Der Umsatz lag damals bei rund 5 Mio. Euro im Jahr, die Mitarbeiterzahl bei 25.<ref>Stefan Krempl: „Entdeckungsmaschine“ Qwant verspricht mehr Datenschutz als Google. In: Heise Online. 4. März 2014, abgerufen am 19. November 2020.
Kurt Sagatz: Google-Alternative Qwant.com: Die Internetsuche wird bunter. In: Tagesspiegel.de. 4. März 2014, abgerufen am 19. November 2020.</ref>

Im Juni 2014 beteiligte sich die Axel Springer SE mit 20 % an Qwant.<ref>Friedhelm Greis: Suchmaschine: Axel Springer steigt bei Google-Konkurrenten Qwant ein. In: Golem. 19. Juni 2014, abgerufen am 19. November 2020.</ref> Die Europäische Investitionsbank gewährte im Jahr 2015 dem Unternehmen einen Kredit über 25 Mio. €.<ref>Die EIB fördert das Start-up-Unternehmen Qwant mit 25 Millionen Euro: Innovative Finanzierung für eine europäische Suchmaschine mit großem Potenzial. Europäische Investitionsbank, 28. Oktober 2015, abgerufen am 8. Dezember 2022.</ref>

Im Juli 2019, so enthüllte La Lettre A, verlangte der Mehrheitseigner Caisse des dépôts Rechenschaft über die Höhe der zwanzig höchsten Gehälter, die „offensichtlich unanständig hoch“ seien.<ref>Robin Carcan: Qwant interpellé sur ses hauts salaires par la Caisse des dépôts - 01/07/2019. In: La Lettre A. 1. Juli 2019, abgerufen am 19. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der Mitgründer Eric Léandri trat am 15. Januar 2020 als Vorsitzender zurück. Sein Nachfolger wurde Jean-Claude Ghinozzi.<ref name="Braün2020" /><ref>Niklas Lewanczik: „Es bleibt unsere DNA, das Recht auf Privatsphäre zu verteidigen“ - Qwant CEO Jean-Claude Ghinozzi im Interview. In: OnlineMarketing.de. 17. Dezember 2020, abgerufen am 8. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach seinem Ausscheiden gründete Léandri das auf digitale Überwachung spezialisierte Unternehmen Altrnativ.<ref name="Braun2022">Elisa Braun: France’s Mr. Privacy turns cybersnooper. In: Politico. 7. Dezember 2022, abgerufen am 8. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="lefigaro 2023">AFP: Le fondateur d'OVHcloud acte le rachat du moteur de recherche Qwant. In: Le Figaro avec AFP. 27. Juni 2023, abgerufen am 4. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Mai 2021 bat Vorstandsvorsitzende Ghinozzi die Anteilseigner um die Zustimmung zur Veräußerung einer Wandelanleihe über 8 Mio. € an Hubble, dem Risikokapitalunternehmen von Huawei.<ref name="Braun2021">Elisa Braun: French search firm Qwant seeks €8M Huawei bailout loan. In: Politico. 12. Juni 2021, abgerufen am 8. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das Unternehmen war in den letzten Jahren nicht profitabel. Es verlor 13 Mio. € im Jahr 2020, 23 Mio. € im Jahr 2019 und 11,2 € Mio. € im Jahr 2018. Die Umsätze für diese Jahre betrugen 7,5 Mio. €, 5,8 Mio. € und 3 Mio. €.<ref name="Braun2021" /> Im Jahr 2021 betrugen die Verluste 9 Mio. €. Nach Informationen der Tageszeitung Politico betrugen die kumulierten Verluste im Dezember 2022 mehr als 80 Mio. € und das Unternehmen war mit mehr als 47 Mio. € verschuldet.<ref name="Braun2022" />

Am 4. Juli 2023 kaufte Octave Klaba und sein Bruder Miroslaw Klaba (Synfonium) Qwant für 14 Millionen Euro. Die Firma ist zu 75 % im Besitz von Octave Klaba und Miroslaw Klaba (über die Unternehmen Jezby Ventures und Deep Code) und zu 25 % im Besitz der Banque des Territories.<ref name="lefigaro 2023" />

Technische Infrastruktur[Bearbeiten]

Die technische Infrastruktur von Qwant besteht aus Hadoop-Clustern für das Web-Crawling, einer MongoDB-Datenbank für unstrukturierte Daten sowie einer selbst entwickelten Index-Engine, welche den Web-Index in Form von JSON-Binaries erstellt und speichert. Die Suchergebnisse werden über Facebooks RocksDB, einer Key-Value-DB, zur Verfügung gestellt.<ref>Antoine Crochet-Damais: Qwant : les secrets techniques du moteur de recherche français. In: Le Journal du Net. 25. April 2014, abgerufen am 19. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eigenen Angaben nach ist der Web-Index aber noch nicht vollständig und wird deshalb durch den Web-Index von Bing ergänzt (Stand: 2018-11-16).<ref>How does Qwant index the web? In: qwant.com. 21. April 2017, abgerufen am 19. November 2020.</ref><ref>Web indexation: where does Qwant’s independence stand? 16. November 2018, abgerufen am 13. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Presseberichten zufolge stammen, gemäß einem internen Bericht der interministeriellen Direktion für digitale Angelegenheiten (DINUM) des französischen Staates von 2019, etwa zwei Drittel der Ergebnisse von Bing.<ref>ActeursPublics: Qwant : la dépendance à Microsoft inquiète la direction du numérique de l’État | À la une | Acteurs Publics. Abgerufen am 13. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Révélations : Qwant, boulet d'État | Le Média. Abgerufen am 13. November 2022.</ref> Seit August 2025 verwendet Qwant auch den europäischen Suchindex Staan, der gemeinsam mit Ecosia entwickelt wurde.<ref>Ivan Mehta: Qwant and Ecosia debut Staan, a European search index that aims to take on Big Tech. In: TechCrunch. TechCrunch Media LLC., 6. August 2025, abgerufen am 8. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Weitere eher datenschutzfreundliche Suchmaschinen sind insbesondere:

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Qwant – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />