Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Aufstetten, Röttingen und Strüth.<ref>Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 28. Februar 2026.</ref> Die Gemarkung Röttingen hat eine Fläche von 18,646 km². Sie ist in 4585 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4066,77 m² haben.<ref>Gemarkung Röttingen (090774). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 28. Februar 2026.</ref> In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Gossenmühle.<ref>Webkarte.ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas.LDBV, abgerufen am 28. Februar 2026.</ref>
Der Tauberraum gehört trotz des Wasserreichtums im Talbereich zu den relativ trockenen Gebieten Frankens und ist durch Merkmale des kontinentalen, trocken-warmen Klimatyps mit geringen Niederschlagsmengen gekennzeichnet.
Es werden jährlich mehr als 30 Sommertage mit Temperaturen über 25 °C und weniger als zehn Frosttage mit Temperaturen unter 0 °C gezählt.
13. und 14. Jahrhundert – Herrschaft Hohenlohe und Hochstift Würzburg[Bearbeiten]
Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung Röttingens war im Jahre 1103, während der Zeit der Stammesherzogtümer liegt der Ort im Herzogtum Franken. Ende 12. / Anfang 13. Jahrhundert gelangte Röttingen in den Besitz der Staufer (Hohenstaufen), die den Titel „Herzoge von Rothenburg“ trugen. 1229 schenkte Kaiser Friedrich II. den Reichshof Röttingen an die Brüder Konrad I. von Hohenlohe (* um 1195; † nach 1249) und Gottfried I. von Hohenlohe (* um 1190; † 1254) als Anerkennung für ihre Verdienste auf dem 5. Kreuzzug. Zudem verlieh er ihnen die Vogtei über einen dortigen Hof. Zum Reichshof gehörte auch eine Vogtei des Klosters Fulda, die zuvor die Staufer bzw. die Schenken von Schüpf als Lehen hatten. Um 1230 existierten in Röttingen noch verschiedene, nebeneinander herlaufende Herrschaftsrechte: die Burg, das fuldische Lehen, die dem Kaiser unterstehende Vogtei und die Zehntrechte. Den Herren von Hohenlohe gelang es als Stadtgründern erstmals, diese zersplitterten Rechte in einer einzigen Hand zusammenzuführen. Ab etwa 1230 verfügten sie ausschließlich über den Ort.
Im Konflikt um das Fuldaer Lehen im Jahre 1230 brach um dieses Lehen ein Streit zwischen den Brüdern Gottfried (von Weikersheim) und Konrad (von Brauneck) aus. Die beiden anderen Brüder, die Deutschordensritter Andreas und Heinrich, vermittelten mit dem Ergebnis, dass Gottfried von Hohenlohe die Vogtei und den Zehnt zu Röttingen im Alleinbesitz erhielt. Am 29. Dezember 1230 wurde in diesem Zusammenhang auch erstmals die Burg urkundlich erwähnt. Die darauffolgenden 115 Jahre unter hohenlohischer Herrschaft wurden für Röttingen prägend. Um 1250 erlangte unter Gottfrieds I. Sohn Konrad I. von Hohenlohe-Röttingen († 1276) der Ort große Bedeutung. Er baute Röttingen zu seinem festen Herrschaftssitz aus, wodurch die Stadt Residenzfunktion erhält. Für Konrad war der Schutz seines Herrschaftssitzes zentral. Die Befestigung wurde vorangetrieben, für das Jahr 1275 ist die Stadtmauer bereits fest urkundlich belegt, Röttingen erhielt offiziell die Stadtrechte. Mit Gottfrieds (* 1265; † 5. November 1309 in Mergentheim) jüngstem Sohn (ebenfalls Gottfried) wurde die eigenständige Linie Hohenlohe-Röttingen begründet. Ab jetzt liegen präzisere Berichte über das Schicksal der Burg vor. 1290 erlosch die Linie Hohenlohe-Röttingen, das Lehen fiel vorübergehend an das Kloster Fulda zurück. 1293 übertrug das Kloster Fulda die Lehenschaft Röttingen (zusammen mit Reichenberg) an die Hohenloher Linie zu Weikersheim. 1298 wurde die Stadt zum Ausgangspunkt der judenfeindlichen Rintfleisch-Pogrome. Im Jahre 1313 erbte Gottfried von Hohenlohe-Möckmühl (* 1294; † 1339) von seinem Bruder unter anderem Reichenberg (neben den Burgen Röttingen und Ingolstadt/Reichelsberg). Unter ihm lebte die alte Herrschaft Hohenlohe-Röttingen und damit auch die Residenzfunktion des Ortes wieder auf. Gottfried vermachte 1316 Burg und Stadt Röttingen seinem Bruder Konrad († zwischen 17. Februar 1329 und 5. Januar 1330). Konrad trieb den baulichen und rechtlichen Ausbau der Stadt massiv voran. Er erreichte bei Kaiser Ludwig IV. dem Bayern 1337 das offizielle Stadtprivileg, welches das Stadtrecht feierlich bestätigte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren alle einzelnen, alten Herrschaftskomponenten verschwunden. Röttingen besaß nun wichtige städtische Rechte und Funktionen: das Marktrecht, den Sitz eines Amtes und eines Gerichtes (Zentrum eines Gerichtssprengels) und in kirchlicher Hinsicht die Errichtung eines Dekanats (Verwaltungsmittelpunkt) sowie den Neubau der Kirche. Röttingen war im Jahre 1336 erneut Ausgangspunkt von Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung (sogenannte Armledererhebung).<ref name="histo" />
1339 ging die Herrschaft Röttingen an Kraft II. von Hohenlohe-Weikersheim über. Mit dem Tod Krafts älteren Halbbruders Konrad kam Weikersheim 1329 zunächst an Krafts Bruder Gottfried II., der schon Röttingen besaß. Als Gottfried II. 1339 starb, erbte Kraft II. dessen Teile und herrschte bis zu seinem Tod 1344. Da die Stadt für die Weikersheimer Linie geografisch am Rand liegt, verlor sie ihre Residenzfunktion und sank an Bedeutung ab. Am 7. November 1345, nur ein Jahr nach seinem Herrschaftsantritt musste sein Sohn, Kraft III., aufgrund finanzieller oder strategischer Zwänge die Herrschaft Röttingen samt umliegender Orte (Riedenheim, Schönstein, Insingen, Sonderhofen, Oberhausen, Bolzhausen, Aufstetten und Sächsenheim) für 1.700 Pfund Heller an das Hochstift Würzburg (für 1.700 Pfund Heller, vorbehaltlich der formalen Genehmigung durch die Abtei Fulda, da es sich um fuldisches Lehen handelte). verkaufen. Röttingen kam unter die Landesherrlichkeit des Hochstifts Würzburg. Ab dem 14. Jahrhundert wurde die Stadt Sitz eines Amtmannes, der als direkter Stellvertreter des Würzburger Fürstbischofs fungierte.<ref name="histo">Ewald Hörmann: Röttingen - ein mittelalterliches Kleinod. Anhang. Tourist-Information, Röttingen 1. Januar 2018, S.1 – 4.</ref>
Mit dem Übergang an Würzburg wurde Röttingen Sitz eines Würzburger Amtmannes. Bei ihm lagen Herrschaft und Verwaltung in einer Hand. Ein entscheidender Unterschied zu früher war, dass der Amtmann kein erblicher Landesherr war, sondern ein Beamter, der vom Fürstbischof jederzeit abgesetzt werden konnte. Im Jahre 1356, nur elf Jahre nach dem Kauf, verpfändete der Würzburger Fürstbischof Albrecht von Hohenlohe die Burg und die Stadt Röttingen vorübergehend an den Grafen Eberhard von Württemberg. Röttingen war eine echte, strategisch ausgebaute Residenzstadt mit eigener Zentralfunktion für die Region (Gericht, Dekanat, Markt, Befestigung). Der Niedergang begann erst, als es durch Erbschaft zur Randnotiz der Weikersheimer Linie wurde, was schließlich den Weg für den Verkauf an das Hochstift Würzburg und die Umwandlung in eine reine Amtsstadt ebnete.<ref name="histo" />
16. bis 18. Jahrhundert – Deutscher Bauernkrieg und Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten]
Röttingen war aufgrund seiner Lage an einer stark frequentierten Heerstraße regelmäßig von Truppendurchzügen betroffen. Dies führte durch Abgaben, Einquartierungen sowie die Beteiligung an Fehden und Kriegen wiederholt zu hohen finanziellen und personellen Belastungen für die Stadt. Während des Deutschen Bauernkriegs solidarisierte sich Röttingen mit den aufständischen Bauern und entwickelte sich zu einem zentralen Stütz- und Sammelpunkt der Bauernhaufen im Taubergrund. Am 20. April 1525 versammelten sich verschiedene regionale Bauernhaufen (unter anderem aus Lauda, Brettheim, Ohrenbach und Mergentheim) bei Röttingen. Auf dieser Versammlung wurde ein Entwurf von vierzehn Kriegsartikeln verfasst. Am 22. April 1525 wurde das Schloss Röttingen durch das sogenannte Brettheimer Fähnlein (eine militärische Einheit der Bauern) zerstört und brannte nieder. An den Folgetagen erfolgte die Einnahme des Schlosses Gelchsheim und Beschlagnahmung des dortigen Getreides aus den zwei Kornkästen sowie die Einnahme der Burg Reichelsberg. Am 18. Juli 1525 war die Bauernsache bereits verloren und Röttingen mußte dem anmarschierten Würzburger Bischof Konrad jegliche Gefolgschaft und Erbhuldigung schwören.<ref>Karl Hofmann: Der Bauernaufstand im Badischen Bauland und Taubergrund 1525. Adelsheim 1. Januar 1902.</ref> Erst unter dem langjährigen Regiment des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn erstarkte die weitgehend vom Weinbau abhängige Wirtschaft der Stadt.
Während des Dreißigjährigen Krieges war das Taubertal, insbesondere zur Zeit des schwedischen Königs Gustav Adolfs, über längere Zeit Kriegsschauplatz. Ganz Franken litt unter ständigen Truppendurchzügen, schweren Schäden durch Einquartierungen und Seuchen. In der Folge verarmten viele Regionen und verloren ihre reichspolitische Bedeutung, während marodierende Soldaten und verarmte Bauern plündernd durch das Land zogen. Für Röttingen bedeutete der Krieg eine massive wirtschaftliche Ausbeutung und einen katastrophalen Bevölkerungsrückgang. Um das Jahr 1645 lebten nur noch etwa 400 Menschen in der Stadt. Nach der Schlacht bei Breitenfeld weitete sich der Krieg ab 1631/32 in vollem Umfang auf Franken aus. Truppen unter Gustav Adolf von Schweden und Bernhard von Sachsen-Weimar besetzten das Amt Röttingen. In diesem Zuge wurden die beiden Bürgermeister der Stadt festgenommen und auf die Festung Würzburg verschleppt. Bis 1650, über fast zwei Jahrzehnte, hinweg musste Röttingen immense Summen an Kriegskosten, Tributen und Verpflegungsaufwendungen aufbringen. Die Gemeinde zahlte insgesamt Tausende Gulden und Reichstaler (nach heutigem Wert weit über zwei Millionen Euro). Durch die ständigen Truppenbewegungen wurden schwere Krankheiten wie Pocken, Tuberkulose, Flecktyphus und die Pest eingeschleppt; zudem grassierte der Milzbrand beim Vieh. Den Höhepunkt der Seuchenwelle bildete das Jahr 1634, in dem allein in Röttingen 316 Menschen an der Pest starben. In den Jahren 1640 und 1645 in der Spätphase des Krieges wurde das Gebiet zusätzlich von französischen Truppen unter General Turenne drangsaliert. Die marodierenden Einheiten unternahmen Streifzüge durch die Region und plünderten die Stadt. Im Jahre 1640 umfasst die Stadtbefestigung insgesamt 14 Wehrtürme.<ref>Torsten Schleicher, Ulrich Wagner: Dreitore-Stadt Röttingen: Warum entstand diese enorme Stadtbefestigung? In: Mainpost. Würzburg 14. Oktober 2021.</ref> 1750 entstand nach dem Abriss des spätgotischen Rathauses am selben Standort das bis heute bestehende, dreigeschossige Rathausgebäude.<ref name="histo" />
Es bedurfte eines Napoleon, um in den Jahren 1803 bis 1814 dem fränkischen Kleinstaatenindividualismus ein Ende zu bereiten. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde. Im Zuge der Säkularisation wurde 1803 das geistliche Fürstentum aufgelöst. Röttingen kam an das Königreich Bayern (zunächst dem Untermainkreis zugeteilt, später dem Bezirksamt Ochsenfurt untergeordnet). Die Burg Brattenstein wird Sitz des Rentamtes. Um den Brandschutz zu verbessern, wurde 1814 eine neue Bauverordnung erlassen. Häuser dürfen im Stadtgebiet nur noch aus Stein errichtet werden. 1822 wurde das Bildungswesen erweitert, Röttingen erhält mit der Mädchenschule sein zweites Schulhaus. Durch die administrative Neugliederung des Königreichs Bayern um 1837 wurde die Region Franken in die Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken aufgeteilt. 1919 kam für Röttingen die Selbstverwaltung.<ref>Bernhard H. Lott: Die Tauber: Von der Quelle bis zur Mündung. Swiridoff, Künzelsau 2005, ISBN 978-3-89929-048-6, S.93 – 95.</ref>
Außerhalb der schützenden Stadtmauer wurde 1838 die Schneidmühle errichtet. In der Herrnstraße wurde 1873 die neue Knabenschule als drittes Schulhaus begründet. Röttingen blieb in dieser Epoche stark landwirtschaftlich geprägt. Es fand kaum industrielle Entwicklung statt, was auch am fehlenden Anschluss an das überregionale Eisenbahnnetz lag. In dieser Zeit werden zudem baufällige Teile der Burg Brattenstein abgetragen.<ref name="histo" /> Früher bestand mit der 36,5 km langen Gaubahn der Bayerischen Staatseisenbahnen vom 30. April 1907 ab ein Bahnanschluss von Ochsenfurt am Main zunächst bis Röttingen in Unterfranken, die am 17. November 1909 bis Weikersheim an der Bahnstrecke Crailsheim–Königshofen verlängert wurde; außerdem erhielt sie gleichzeitig einen 6,1 Kilometer langen Abzweig von Bieberehren nach Creglingen im Taubertal, dessen geplante Verlängerung nach Rothenburg ob der Tauber aber nie Wirklichkeit wurde. Während der Personenverkehr schon 1974 beziehungsweise 1967 endete, bestand bis Anfang der 1990er Jahre Güterverkehr, der wegen einer maroden Brücke zwischen Röttingen–Schäftersheim vorzeitig eingestellt wurde. Danach wurde die Trasse abgebaut und zu großen Teilen zu einem Radweg (Taubertalradweg und Gaubahnradweg) umgestaltet.<ref>Hannelore Grimm: Eisenbahn-Romantik im Ochsenfurter Gau: Vor 115 Jahren ging in Gelchsheim die Gaubahn in Betrieb. In: Mainpost. Würzburg 30. April 2022.</ref>
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Strüth<ref></ref> und am 1. Januar 1978 die Gemeinde Aufstetten eingegliedert.<ref name=Gemeindeverzeichnis1970bis1982> </ref>
Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1731 auf 1673 um 58 Einwohner bzw. um 3,4 %. 1999 hatte die Stadt 1789 Einwohner.
Quelle: BayLfStat
Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem beträchtlich gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren (Mai 2022) 12,9 % der Einwohner evangelisch, 65,9 % katholisch und 21,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.<ref>Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 4. September 2024.</ref>
Die Kommunalwahl am 15. März 2020 brachte folgendes Ergebnis:
Hermann Gabel, genannt Fernando (Zukunft Röttingen) wurde zum neuen Bürgermeister mit 60,99 % der Stimmen gewählt. Sein Vorgänger war Martin Umscheid (CSU/Freie Bürger), im Amt vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2020.
Am 15. September 2024 wurde, wegen gesundheitlicher Gründe des bisherigen Bürgermeisters, neu gewählt. Einzig offizieller Kandidat auf den Stimmzetteln war der CSU-Kandidat Jürgen Boier. Dieser verlor aber gegen Steffen Romstöck (Unabhängige Bürger Röttingen), der von den Bürgern händisch auf die Stimmzettel geschrieben wurde. Steffen Romstöck gewann die Wahl mit 51,9 % der Stimmen.<ref>Kuriose Wahl: Neuer Bürgermeister stand nicht auf Stimmzettel. 16. September 2024, abgerufen am 18. September 2024.</ref>
Röttingen ist Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft mit folgenden Mitgliedsgemeinden: Bieberehren, Riedenheim, Röttingen, Tauberrettersheim. Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen ist der Röttinger Bürgermeister Steffen Romstöck.
Weinmuseum<ref>Weinmuseum Röttingen</ref> in der Burg Brattenstein: dokumentiert die Geschichte des Weinbaus in Röttingen (Lagerweg)
Museumsweinberg: In der Weinbaulage „Feuerstein“ wurde ein Museumsweinberg angelegt. Er dokumentiert auf einer Fläche von 1800 Quadratmetern mit drei Parzellen die Entwicklung des Weinbaues bis in die 1950er Jahre.
Burg Brattenstein (1230 erstmals urkundlich erwähnt), Viereck-Anlage, im Kern 12./13. Jahrhundert, im frühen 17. Jahrhundert stark verändert, weitere Veränderungen im 19. Jahrhundert, Reste von Bergfried und Graben;
Pfarrkirche St. Kilian (13. Jahrhundert), Saalbau, im Kern spätromanisch, die Choranbauten 14. und 15. Jahrhundert, 1606–1614 umgestaltet; mit Ausstattung
Datei:Röttingen, Untergasse 8 20170716 002.jpgHoher BauHoher Bau (Untergasse 8): Um 1210/20 als dreigeschossiger Wohnturm auf quadratischem Grundriss errichtet, kurz danach um einen nur 1,20 m entfernten, südlich freistehenden Turm auf rechteckigem Grundriss ergänzt, der möglicherweise durch einen Holzsteg mit dem Nordturm verbunden war. Dessen Hocheingang befand sich im Burghof auf der Ostseite, wo die Zweiteilung noch an einem schachtartigen Einsprung erkennbar ist. Der Südturm wurde um 1430/40 nach Westen erweitert, mit einstigem Prunkerker im zweiten Obergeschoss, von dem noch die Konsolen erhalten sind. Sigmund von Gebsattel<ref>Nach Deutsche Fachprosa des Mittelalters: Ausgewählte Texte brachte der Ritter Sigmund von Gebsattel genannt Rack, Besitzer des damals Rockenhof genannte Hohen Baues, 1492 einen Bericht über fünf Turniere zu Papier, an denen er 1484-87 in Stuttgart teilgenommen hatte.</ref> verknüpfte die beiden Turmbauten 1494–97 durch Mauern miteinander und setzte einen einstöckigen Fachwerkaufbau mit einer Bohlenstube und zwei Dachgeschossen auf; im Inneren befindet sich sein Wappen an einem Türsturz. Anbauten des 18. und 19. Jahrhunderts. Geringe Reste eines bauzeitlichen Biforium in der Ostwand.<ref>Joachim Zeune, Der Hohe Bau in Röttingen, Unterfranken, in: Burgen und Schlösser, 3/2020, S. 130–144</ref>
St. Georgskapelle (15. Jahrhundert) katholische Friedhofskapelle, rechteckiger Saalbau, 1588, mit Ausstattung
Julius-Echter-Stift, zweigeschossiger, langgestreckter Renaissancebau. Nachdem bereits seit 1331 ein Spital bestand und 1422 durch das Ehepaar von Baldersheim neu errichtet wurde, ließ Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn 1613 den heutigen Bau entstehen. Das 2020 kernsanierte Haus diente ursprünglich als Zuflucht für Bedürftige, Kranke und Pilger. Ein klosterähnlicher Alltag aus Gebet und Arbeit prägte das Leben der Bewohner, die bei Einzug Gehorsam geloben und ihr eigenes Bett mitbringen mussten. Regelverstöße führten bis zum Ausschluss. Die Spitalkirche St. Peter und Paul besitzt einen eingezogenen Chor, dessen netzförmiges Rippengewölbe auf kunstvollen Konsolen mit Wappen und Palmetten ruht. Ein runder Chorbogen verbindet diesen Bereich mit dem einschiffigen Langhaus, das durch spitzbogige Maßwerkfenster hell wirkt. Gekrönt wird der Bau durch einen charakteristischen Dachreiter. Der klassizistische Hochaltar zeigt die Himmelfahrt Christi, flankiert von den Heiligen Stephan und Lorenz. Blickfang ist die spätgotische Madonna auf dem südlichen Seitenaltar – ein wertvolles Holzschnitzwerk aus der Zeit um 1470. Drei Sandstein-Grabsteine erinnern an der Westwand mit Reliefs von Geistlichen und einer Verstorbenen an die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Der spätgotische Nischenbildstock an der Spitalkirche stammt aus der Zeit vor 1500. Charakteristisch für diesen Stil sind der breite, gefasste Schaft und das spitzbogige Gehäuse (Ädikula). Ursprünglich beherbergte die Nische eine hölzerne Pietà aus dem Spätbarock, diese Darstellung Marias mit dem Leichnam Christi gilt heute jedoch als verschollen.<ref name="Ewald">Ewald Hörmann: Röttingen - ein mittelalterliches Kleinod. Tourist-Information, Röttingen 1. Januar 2018, S.29 – 34.</ref>
Auf der Anhöhe nordöstlich der Ortschaft befindet sich das Röttinger Käppele. Nachdem Josef Buchinger 1766 wie durch ein Wunder einen schweren Schneesturm überlebte, stiftete er das Röttinger Käppele. Auf einen Brand im Jahr 1864 folgte der Wiederaufbau; ein späterer Abriss wegen Baufälligkeit führte 1979 zur originalgetreuen Rekonstruktion.<ref name="stadt">Stadt Röttingen (Hrsg.): Herzlich Willkommen in Röttingen. Flyeralarm.de, Röttingen 1. Mai 2025, S.8.</ref>
Im 17. Jahrhundert verfügte Röttingen über eine massive, rund 1.300 Meter lange Stadtmauer, die durch vierzehn Türmen gesichert wurde. Vier davon fungierten als Stadttore: das Rippbacher Tor, das Tauber Tor, der Jakobstorturm und der Hundheimer Torturm. Zusätzlich zur Verteidigungsanlage blieben weitere Bauwerke wie der Schnecken-, Mühl- und Schweinehirtenturm erhalten, seit 1858 stehen noch diese sieben Türme. Mit der Einbeziehung von Burg und Spital in den Mauerring wurde im frühen 15. Jahrhundert der Alte Hundheimer Torturm errichtet. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde das Neue Hundheimer Tor angelegt, der als neuer westlicher Stadtzugang direkt mit dem südwestlichen Eckturm der Befestigung verbunden. Der viergeschossige Torturm mit Fachwerk im obersten Stockwerk kombiniert einen inneren Rundbogen mit einem äußeren Spitzbogen. Stadtseitig ist das Obergeschoss durch einen Mittel-Erker und ein Mansardendach geprägt, während an der Außenseite sogenannte Klauensteine auf ein früheres Fallgitter hinweisen. Ein kurzer Fachwerkgang verbindet den Torturm mit einem benachbarten, niedrigeren Turm. Beide Gebäude werden heute als Wohnraum genutzt. Bei der Renovierung 1922 wurden die ursprünglichen, verrosteten Turmspitzen entfernt und 1926 durch originalgetreue Nachbildungen ersetzt. Historisch sorgten Nachtwächter im Turm für die Sicherheit der Bürger und fungierten zudem als Brandmelder.
Das Jakobstor zählt zu den ältesten Befestigungsbauwerken Röttingens und wird auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert. Der rund zwölf Meter hohe quadratische Turm ist in die Nordseite der Stadtmauer integriert. Das massive Mauerwerk aus Buckelquadern und die markanten Kragsteine weisen staufische Einflüsse wie der Bergfried der Burg Brattenstein auf. Die rundbogige Toröffnung war bewusst niedrig dimensioniert. Sie bot Platz für Gespanne, verhinderte jedoch die Durchfahrt berittener Angreifer. Zum Schutz dieses strategisch wichtigen Punktes verfügte das Tor über mehrstufige Verteidigungseinrichtungen, dem Tor war ein trockener Sohlgraben vorgelagert. Weiterhin erfolgte die Sicherung durch zwei eisenbeschlagene Holzflügel, eine Zugbrücke sowie ein Fallgatter. Für die gelungene Sanierung des Jakobsturms und des angrenzenden Hauses erhielt die Stadt 2009 den Förderpreis des Bezirks Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz.
An der nordöstlichen Stadtmauer befindet sich der Schneckenturm, der im Jahr 1596 für 19 Gulden renoviert und mit einem Schieferdach ausgestattet wurde. Historisch diente der Turm unter anderem als Dienstwohnung für Hebammen. Im Schweinehirtenturm wohnten früher die von der Stadt bestellten Schweinhirten. Der Mühlturm wurde 1595 für 39 Gulden ausgebessert und schiefergedeckt. Das Rippacher Tor wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen, der Rippacher Turm ist heute im Verlauf der Stadtmauer am Friedhofsgelände erhalten. Der 1422 erwähnter Eulenbergturm im Südosten der Stadt war ein Wartturm diente als Signalanlage außerhalb der eigentlichen Stadtbefestigung, er existiert nicht mehr. Die 1617 erbaute und 1729 erneuerte Tauberbrücke, die 1945 gesprengt wurde, war durch den Tauberturm mit einem Brückenwärterhaus gesichert, sie trug eine Statue des Hl. Nepomuk. Wie das Rippacher Tor wurde das Tauber Tor als Stadttore im 19. Jahrhundert gebrochen.<ref name="Ewald" />
Frankenfestspiele Röttingen (vormals Festspiele Röttingen an der Romantischen Straße): alljährlich von Mai bis Mitte August im Hof der Burg Brattenstein mit Jungem Theater, Musical, Operette, Schauspiel und Konzerten, in den Anfangsjahren wurden vorwiegend Theaterstücke von Johann Nestroy aufgeführt
Georg Menig Daheim Kummer und Sorgen und hier im Felde gegenseitiges Morden – die Stadt Röttingen an der Tauber und der Erste Weltkrieg, Herausgegeben durch die Stadt Röttingen, Röttingen 2020, 200 Seiten, Gendi-Verlag (erhältlich in der Tourist-Information Röttingen)
Hartmut Eichinger: Bildbandreihe Röttingen im Zeitenlauf
Band 1: Burg Brattenstein, Erste Burgfestpiele, Europastadt, Röttingen 2017, 48 Seiten, s/w;
Band 2: Leben und Arbeiten, Röttingen 2018, 72 Seiten, s/w;
Band 3: Historische Daten, Bauten und Bilder, Röttingen 2018, 104 Seiten, s/w;
(erhältlich bei der Röttinger Tourist-Information, bei eibe Röttingen oder beim Autor)
Hartmut Eichinger: Chronik der Zimmererfamilie Eichinger Buch über die Zeit seit 1448 mit Berichten über 14 Generationen Zimmereibetrieb in Röttingen, Röttingen 2016 (erhältlich bei eibe Röttingen oder beim Autor)
Hartmut Eichinger: Visionen für Kinder Biografie des Autors mit Berichten über den Aufstieg des väterlichen Zimmereibetriebes zur Firma eibe, Röttingen 2017 (erhältlich bei eibe Röttingen oder beim Autor)
Michael Wieland: Röttingen – Ein Beitrag zur Geschichte dieser Fränkischen Landstadt, Original Würzburg 1858, (im Archiv von Hartmut Eichinger)
Michael Wieland: Röttingen – vermehrter und verbesserter Beitrag zu einer Geschichte dieser Stadt, Original Würzburg 1904, Nachdruck durch H. Eichinger 1990 (erhältlich bei H. Eichinger)