Raffaello Maffei
Raffaello Maffei OSM (auch bekannt als Raffaele Maffei da Volterra, Raffaello Volterrano und Raphael Volaterranus; * 17. Februar 1451 in Rom; † 25. Januar 1522 in Volterra) war ein italienischer Humanist, Schriftsteller, Historiker und Theologe.
Leben[Bearbeiten]
Raffaello Maffei war der Sohn von Gherardo Maffei, einem Professor der Rechtswissenschaft und päpstlichen Sekretär, und seiner Ehefrau Lucia di Giovanni Seghieri. Raffaello Maffei war ein begabter und fleißiger Schüler, der im Klassischen Griechisch mit Angelo Poliziano korrespondierte.<ref>Ada Palmer: Inventing the Renaissance. Myths of a golden age. Head of Zeus, London 2025, S. 309–325.</ref> Er studierte unter anderem bei Georgios Trapezuntios Philosophie und Theologie. Am 21. März 1468 ernannte Papst Paul II. ihn zum „scriptor apostolicus“ (lateinisch: apostolischer Schreiber). Dazu bedurfte es einer Dispens, da er erst siebzehn Jahre alt war.<ref>Stefano Benedetti: Art. Maffei, Raffaele. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Band 67: Macchi – Malaspina. Istituto dell'Enciclopedia Italiana, Rom 2007.</ref> 1480 begleitete Raffaello Maffei Kardinal Giovanni d’Aragona auf einer diplomatischen Mission zu König Matthias Corvinus nach Ungarn.<ref>Florio Banfi: Raffaello Maffei in Ungheria. In: L’Europa orientale, Jg. 17 (1937), S. 462–488.</ref>
Später ließ Maffei sich in Volterra nieder. Maffei entdeckte etwa 1494 die etruskische Stele des Avile Tite und fertigte auch eine Kopie der Inschrift auf der Stele an, die zu den frühesten Abschriften etruskischer Texte zählt. Zu seiner Sammlung von etruskischen Artefakten zählte auch die Kourotrophos Maffei, eine Marmorstatue einer Frau mit Kind. Er übersetzte Werke aus dem Griechischen, schrieb mehrere theologische Schriften und gab 1506 sein Hauptwerk Commentariorum urbanorum libri XXXVIII heraus, in dem er – fast schon lexikalisch knapp und auf den Punkt gebracht – die Kenntnisse seiner Zeit zusammentrug.<ref>Thomas Maissen: Von der Legende zum Modell. Das Interesse an Frankreichs Vergangenheit während der italienischen Renaissance. Helbing und Lichtenhahn, Basel und Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-7190-1369-3, S. 139.</ref>
Raffaello Maffei verstarb im Alter von 70 Jahren und wurde in der Kirche San Lino in Volterra begraben.
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Porträt Maffeis von Theodor de Bry (1597)
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Folio 463 aus den Commentarii Urbani
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Grab Maffeis
Literatur[Bearbeiten]
- Stefano Benedetti: Maffei, Raffaele. In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 67: Macchi–Malaspina. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2006.
- Ada Palmer: Inventing the Renaissance. Myths of a golden age. Head of Zeus, London 2025, ISBN 978-1-0359-1012-0, darin S. 309–325: Raffaele Maffei il Volterrano: A Scholar Fears for his Soul Too.
Weblinks[Bearbeiten]
Fußnoten[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Maffei, Raffaello |
| ALTERNATIVNAMEN | Volterra, Raffaele Maffei da; Volterrano, Raffaello; Volaterranus, Raffaello |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Humanist, Schriftsteller, Theologe und Historiker |
| GEBURTSDATUM | 17. Februar 1451 |
| GEBURTSORT | Rom |
| STERBEDATUM | 25. Januar 1522 |
| STERBEORT | Volterra |