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Raimund Kittl

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Raimund Kittl (* 29. Juli 1932 in Wien; † 28. Februar 2017 in Kaltenhörn<ref name="trp" />) war ein österreichischer Gürtler, Ziseleur und Metallbildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Kittl war gelernter Modell-Bildhauer-Meister sowie Gürtler- und Ziseliermeister. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigte er sich mit der Reparatur und der Restauration von Denkmalen. Später zog er von Österreich nach Deutschland.<ref name="Carstens" /> Er lebte längere Zeit in Flensburg, wo er mit dem Künstler Hein Hoop zusammenarbeitete.<ref name="Carstens" />

1964<ref>Raimund Kittl. Miscellaneous Nonmetallic Mining Companies - Düsseldorf - Germany. In: FindTheCompany.</ref> gründete er in der Bremer Straße 72 auf der Landzunge im Düsseldorfer Hafen seine eigene Gießerei, die neben Abgüssen von neuen Metallobjekten auch Vergrößerungen und Verkleinerungen bestehender Objekte im Sandform- und Wachsausschmelzverfahren herstellte.<ref>Otto J. Groeg: Who’s Who in the Arts: A Biographical Encyclopedia Containing Some 13,000 Biographies and Addresses of Prominent Personalities, Organizations, Associations and Institutions Connected with the Arts in the Federal Republic of Germany. Band 2. Who’s Who-Book & Publishing, 1978. ISBN 3-92122-022-X, S. 503.</ref>

Er war Professor an der Kunstakademie Düsseldorf<ref>Marco Zerwas: Lernort 'Deutsches Eck'. Zur Variabilität geschichtskultureller Deutungsmuster. Logos Verlag, Berlin 2015. ISBN 3-83253-856-9, S. 299.</ref><ref>Archäologie Österreichs, Ausgaben 6-7. Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, 1995. S. 41</ref> und bis zu seiner Pensionierung<ref name="Carstens" /> Leiter der Werkstatt für Kunstgießerei in der Eiskellerstraße 1.<ref>Reichsstudentenführung, Verband Deutscher Studentenschaften: Deutscher Hochschulführer, Band 1-2. Verlag Dr. Josef Raabe, 1992. S. 29.</ref>

1999 übernahm der Ziseleurmeister Rolf Kayser die Kunstgießerei Kittls im Hafen Düsseldorfs,<ref name="WZ2">Helga Meister: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Große Kunst aus einem Guss. Im Medienhafen lassen die Stars der Kunst ihre Werke in der Kunstgießerei Kayser fertigen. (Memento vom 11. April 2016 im Internet Archive) In: Westdeutsche Zeitung vom 15. März 2010.</ref> in der er seine Ausbildung erhalten hatte,<ref name="Chronik">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Chronik. (Memento vom 28. Juni 2017 im Internet Archive) In: kunstgiesserei.com.</ref> und löste seinen Meister in dessen Werkstatt ab.<ref name="RP1">Oliver Burwig: Kunstgießer. Ein Knochenjob für die Kunst. In: Rheinische Post vom 17. April 2015.</ref><ref>Juliane Kaelberlah: Denkmäler in Düsseldorf. Mendelssohn-Denkmal fast fertig. In: Rheinische Post vom 19. Juli 2012.</ref> 2008 trat das Ehepaar Marija und Raimund Kittl endgültig von der Geschäftsführung zurück und bestellte Rolf Kayser als neuen Geschäftsführer.<ref>Kunstguß Kittl GmbH. In: cylex.de.</ref>

Raimund Kittl bezeichnete sich selbst als „Naturalist“. Er besaß nach eigener Aussage die Fähigkeit, schneller einen Kopf zu formen als ihn zu zeichnen.<ref name="Carstens" /> Er lebte lange Zeit in Tetenbüll<ref>Raimund Kittl. In: Open Directory Tetenbüll.</ref> und starb 2017 in Kaltenhörn.<ref name="trp">Raimund Kittl. In: trauer.rp-online.de. Abgerufen am 6. Juni 2024.</ref>

Werk (Auswahl)[Bearbeiten]

Datei:Kaiser W 1.jpg
Die wiederhergestellte Figurengruppe wird auf den Sockel des Deutschen Ecks gehoben, 1993
Datei:Koblenz, Kaiser-Wilhelm-I.-Denkmal -- 2015 -- 7637.jpg
Frontansicht des rekonstruierten Reiterstandbilds Wilhelms I. mit Siegesengel

Einer der Höhepunkte in Kittls Schaffen war 1993 die Rekonstruktion des Reiterstandbilds Wilhelms I. mit Siegesengel am Deutschen Eck in Koblenz.<ref name="Video">Video: Wie ist das Kaiser-Wilhelm-I.-Denkmal entstanden? In: Rhein-Zeitung vom 1. September 2013.</ref>

Das ehemals dort bestehende Reiterstandbild war im März 1945 durch die Artillerie der 3. US-Armee von der Pfeilerhalle geschossen und damit weitgehend zerstört worden.<ref>Heinz Csallner: Deutsche Kaiserdenkmäler in alten Ansichten. Zaltbommel/Niederlande 1982, ISBN 9-02881-961-4, S. 74.</ref> Werner Theisen (ehemaliger Verleger der Rhein-Zeitung) und dessen Ehefrau Anneliese hatten sich 1987 verpflichtet, die Rekonstruktion des zerstörten Standbildes zu finanzieren und es der Stadt Koblenz zu schenken, wozu die Bürgerinitiative Deutsches Eck e. V. gegründet wurde. Zwischen dem Land Rheinland-Pfalz, der Stadt Koblenz, dem Stifter und anderen Gruppierungen entbrannte ein jahrelanger heftiger Streit um die Realisierung des Projekts. Die Bürgerinitiative und Theisen gaben die Rekonstruktion der Figurengruppe im Februar 1989 bei Raimund Kittl in Auftrag, ohne dass eine Einigung mit der Landesregierung getroffen worden war. Die Schenkung der Landzunge am Deutschen Eck durch die Landesregierung an die Stadt Koblenz machte im Mai 1992 den Weg für das Errichten der Rekonstruktion frei.

Als Vorlage für die Rekonstruktion stand Kittl und seinen Mitarbeitern neben den wenigen noch vorhandenen Bruchstücken auch eine verkleinerte Nachbildung des Originalstandbildes zur Verfügung, die im Mittelrhein-Museum aufbewahrt wird. Sie verwendeten nicht wie ursprünglich getriebene und auf ein Eisengerüst montierte Kupferplatten, sondern erstellten 84 Einzelteile aus widerstandsfähigerem Bronzeguss, die sie zu einem Hohlkörper zusammenschweißten. Für die einzelnen Teile wurden unterschiedliche Legierungen genutzt, so dass die entstandene Patina heute verschiedene Farben aufweist und die einzelnen Gussteile deutlich zu unterscheiden sind. Die Außenwand des Objektes ist zwischen 8 und 30 Millimeter dick, es wiegt 69 Tonnen und ist 14 Meter hoch.<ref name="Video" /><ref name="Mittelrhein-Museum">Matthias von der Bank, Ines Heisig (Hrsg.): Mittelrhein-Museum Koblenz. Auswahlkatalog, Petersberg 2017, S. 156–157.</ref>

Unter elf Brücken hindurch wurde die fertiggestellte Rekonstruktion des Reiterstandbildes von Düsseldorf rheinaufwärts verschifft,<ref>Denkmäler. Steinernes Geklump. Wilhelm I. soll wieder am „Deutschen Eck“ bei Koblenz reiten - zum Verdruß der Sozialdemokraten in Mainz. In: Der Spiegel, Ausgabe 5/1992 vom 27. Januar 1992.</ref> wo sie am 16. Mai 1992 an Bord der MS Futura in Koblenz eintraf. Wegen der notwendigen Sanierung des Sockels lagerte die wiederhergestellte Figurengruppe mehr als ein Jahr im Rheinhafen Koblenz, bis sie am 2. September 1993 vom damals größten fahrbaren Gittermastkran Europas auf den Sockel gehoben wurde.<ref>Heroisches Kaiserdenkmal oder „Faustschlag aus Stein“? Das Deutsche Eck in Koblenz. In: Portal Rheinische Geschichte des Landschaftsverbands Rheinland.</ref>

Andere Werke, die von Kittl handwerklich umgesetzt wurden:

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Steensen: Nordfriesland. Menschen von A–Z. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2020, ISBN 978-3-96717-027-6, S. 228f.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Raimund Kittl – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Raimund Kittl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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