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Rainbow Loom

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Datei:Rainbow Loom Canada.png
Rainbow Loom logo
Datei:Rainbow Loom und Nadel.jpg
Rainbow Loom mit „Rainbow Loom Hook“
Datei:Rainbow Loom toy.jpg
Benutzung des Rainbow Looms

Rainbow Loom ist ein kleiner Webstuhl aus Kunststoff, mit dem bunte Gummibänder zu Armbändern und Anhängern verbunden werden. Er wurde im Jahr 2011 von Cheong Choon Ng in Novi (Michigan) entwickelt.<ref name="nyt">Claire Martin: Rainbow Loom's Success, From 2,000 Pounds of Rubber Bands. In: The New York Times. 31. August 2013, abgerufen am 3. Januar 2014.</ref> Bis September 2014 wurden nach Herstellerangaben drei Millionen Sets der Rainbow Looms verkauft.<ref name="Spiegel">Rainbow Loom: Sogar der Papst trägt jetzt Gummi. In: Spiegel Online vom 13. September 2014, online, abgerufen am 26. September 2014.</ref> Die Hersteller der Konkurrenzprodukte FunLoom und Cra-Z-Loom wurden von Ng wegen Patentrechtsverletzungen verklagt.<ref name="nyt" /><ref>Rainbow Loom. YouTube, abgerufen am 24. September 2013.</ref> Die Armbänder werden auch Loop (Schleife) genannt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Rainbow Loom ist eine 51 mal 200 mm große Stecktafel aus Kunststoff.<ref name="plain">Laura DeMarco: The Rainbow Loom bracelet trend is sweeping the nation – and Cleveland. In: The Plain Dealer. 25. Oktober 2013, abgerufen am 3. Januar 2014.</ref> Sie besteht aus drei Reihen versetzt angebrachter (es gibt sie aber auch nicht versetzt), pilzförmiger Stifte, über die kleine bunte Gummibänder gespannt und mit Hilfe einer Art Häkelnadel miteinander verbunden werden. Die dabei entstehenden Verkettungen entsprechen Modellen, wie sie der Mathematiker Hermann Brunn beschrieben hat. Sie können auf dem Webstuhl zu Anhängern, Armbändern und anderen Gegenständen kombiniert werden.<ref name="wsj" /> Die Stifte sind an einer Seite eingekerbt, so dass man mit dem häkelnadelartigen Rainbow Loom Hook unter die gespannten Bänder greifen und einzelne herausnehmen kann.

Die im Handel erhältlichen Sets beinhalten das Steckbrett (auch Loomboard genannt), den Rainbow Loom Hook, Kunststoffclips<ref name="wsj">Sarah E. Needleman, Adam Janofsky: Patent Fight Erupts Over Kids' Fad. In: The Wall Street Journal. 11. September 2013, abgerufen am 3. Januar 2014.</ref> und 600 kleine Gummibänder verschiedener Farbe. Allerdings benötigt man nicht unbedingt für jede Figur das Rainbow Loom, manchmal kann man sie auch mit Hilfe der eigenen Finger ausführen.

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Rainbow Loom bracelet.jpg
Ein Armband mit Fischgrät-Muster aus Loom-Bändern

Der Entwickler Cheong Choon Ng ist ein chinesischstämmiger Einwanderer aus Malaysia, der im Jahr 1991 in die Vereinigten Staaten an die Wichita State University kam, wo er einen Abschluss in Maschinenbau erwarb.<ref name="nyt" /><ref name="aim" /> Im Jahr 2010 arbeitete er als Crashtest-Ingenieur für die Nissan Motor Company. Er beobachtete seine Töchter, wie sie aus Gummibändern Schmuckgegenstände herstellten. Dabei kam ihm die Idee, dazu einen Spielzeugwebstuhl zu bauen. Sein Prototyp, von ihm Twistz Bandz genannt,<ref name="today">Amber Katz: The new Silly Bandz: Rainbow Loom bracelets a hit with kids. In: Today. 15. August 2013, abgerufen am 3. Januar 2014.</ref> bestand aus einer Holzplatte, Reißzwecken und hakenförmigen Zahnarztsonden.<ref name="wsj" /> Von seiner Familie zur Vermarktung der Idee ermutigt,<ref name="nyt" /> investierte er 10.000 $ und beauftragte eine chinesische Firma mit der Herstellung von Einzelteilen, die er im Juni 2011 zu Hause gemeinsam mit seiner Frau zusammensetzte.<ref name="entre">Catherine Clifford: Inventor of the Wildly Popular 'Rainbow Loom' Weaves the American Dream With Rubber Bands in a Detroit Basement. In: Entrepreneur. 26. August 2013, abgerufen am 3. Januar 2014.</ref> Er benannte das ursprünglich als Twist Band bezeichnete Produkt um, nachdem er ein elastisches Haarband gleichen Namens auf dem Markt entdeckt hatte. Sein Bruder und seine Nichte schlugen den Namen Rainbow Loom vor.<ref name="aim">Nissi Unger: 300,000 Pounds of Rubber Bands and Counting. In: Aim! 4. Dezember 2013, S. 10–11.</ref>

Bemühungen, den Webstuhl online und im Spielwarenhandel zu vertreiben, schlugen zunächst fehl – offenbar verstanden die Kunden nicht, wie das Produkt funktionierte.<ref name="nyt" /><ref name="entre" /> Ng setzte eine Website auf und stellte Lehrvideos her, in denen seine Töchter und seine Nichte die Anwendung demonstrierten.<ref name="entre" /> Im Sommer 2012 kam es zu ersten Bestellungen aus dem Handel, hier aus der US-Kette Learning Express Toys, die sich auf Bastelartikel spezialisiert hatte.<ref name="nyt" /> Im Juni 2013 startete die Ladenkette für Kunsthandwerkbedarf Michaels einen Testverkauf in 32 Standorten; im August des gleichen Jahres vertrieb sie das Produkt in allen 1.100 US-Standorten.<ref name="entre" /> Im August 2013 war Rainbow Loom bei 600 Einzelhändlern zu einem Preis zwischen 15 und 17 US-Dollar erhältlich.<ref name="nyt" />

Die Sets werden in der Volksrepublik China produziert. Ng nutzt ein Lagerhaus in der Nähe seines Wohnortes, von wo er den Handel beaufsichtigt.<ref name="nyt" />

Im Jahr 2013 kooperierte Ng mit The Beadery und Toner Plastics, um den Wonder Loom zu produzieren, eine neu gestaltete Version des Rainbow Loom, der in den USA hergestellt wurde. Verkauft wurde der Wonder Loom über Wal-Mart.<ref>Catherine Kavanaugh: Rainbow Loom's creator weaves success from playtime inspiration. In: Crain's Detroit Business. 15. Dezember 2013, abgerufen am 6. Oktober 2014.</ref> Im April 2014 gab Ng eine kleinere Version des Rainbow Loom für unterwegs heraus, den Monster Tail.<ref>Rainbow Loom creator unveils newest creation at Elf-stravaganza. In: WCIV. 10. November 2013, abgerufen am 3. Januar 2014.</ref><ref>Susan Tompor: Rainbow Loom of Wixom creates a toy sensation with $10,000. In: Detroit Free Press. 25. März 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. März 2014; abgerufen am 17. April 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.freep.com</ref> Seit dem Jahr 2014 ist der Rainbow Loom auch in Deutschland erhältlich und hat eine erhebliche Verbreitung auf Schulhöfen und in Kinderzimmern gefunden.<ref name="Spiegel" />

Rezeption[Bearbeiten]

Datei:Rainbow Loom multicolored bands.jpg
Bunte Gummibänder zur Verwendung auf dem Rainbow Loom

Ausgerichtet auf Kinder im Alter zwischen acht und vierzehn Jahren,<ref name="slate">Katy Waldman: Rainbow Loom: What happens when a 26-year-old woman tries out the biggest tween fad of the year? In: Slate. 19. Dezember 2013, abgerufen am 3. Januar 2014.</ref> erlangte Rainbow Loom etwa ab dem Jahr 2013 größere Popularität während der „Summer Camps“ und „Summer Clubs“ in den USA.<ref name="nyt" /><ref name="today" /> Kinder fertigen und tauschen den damit hergestellten Schmuck, insbesondere Armbänder, ähnlich wie Freundschaftsarmbänder. Zudem haben tausende Kinder eigene Anleitungsvideos ins Internet gestellt.<ref name="nyt" /><ref name="plain" /><ref name="today" /> Im Oktober 2013 zeigte Rainbow Looms eigener YouTube-Kanal 66 Anleitungsvideos, die fast vier Millionen Mal angeschaut wurden.<ref name="plain" /> Eines der erfolgreichsten Rainbow Loom-Videos aus dem August 2013 wurde bis September 2014 fast 27 Millionen Mal abgerufen.<ref name="Spiegel" />

Bis September 2013 hatte Rainbow Loom nach Angaben des Herstellers über 1,2 Millionen Sets des Spielzeugs verkauft,<ref name="wsj" /> ein Jahr später waren es schon 3 Millionen.<ref name="Spiegel" />

Einige Schulen in den USA verboten Rainbow Loom mit der Begründung, die Schüler würden im Unterricht abgelenkt, in den Pausen entstünden Konflikte.<ref>'Rainbow Loom' Bracelets Banned From Two NYC Schools, Spark Debate. In: The Huffington Post. 23. Oktober 2013, abgerufen am 3. Januar 2014.</ref><ref>Jennifer Gould Keil, Sabrina Ford, Natalie O'Neill: School Bans Rainbow Loom Bracelets. In: New York Post. 17. Oktober 2013, abgerufen am 3. Januar 2014.</ref>

Zahlreiche prominente Personen wurde mit Rainbow Loom-Armbändern gesehen, darunter Kate Middleton, Victoria von Schweden, Emma Watson, Felipe VI., Julia Roberts, Miley Cyrus, David Beckham und Papst Franziskus.<ref name="Spiegel" />

Warnungen[Bearbeiten]

In der Presse kursierten Berichte über einen Jungen, dessen Sehfähigkeit auf einem Auge zerstört wurde, nachdem ihn ein Loom-Gummi dort getroffen habe. Ein anderes Kind habe sich die Gummis über Nacht um die Finger gewickelt, die daraufhin beinahe abgestorben wären. Generell sind die Gummis nicht recycelbar und könnten daher die Umwelt belasten. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Möglichkeit, dass Kleinkinder die Gummis oder die Armbänder verschlucken und daran ersticken könnten.<ref>Junge erblindet! Neues Spielzeug gefährlich für Kinder. In: Focus Online. [1] online, abgerufen am 26. September 2014.</ref> Insbesondere Nachahmerprodukten wird nachgesagt, die Gummis könnten Giftstoffe enthalten.<ref name="Spiegel" />

Die Stiftung Warentest hat im Oktober 2014 exemplarisch eine Reihe von Produkten verschiedener Hersteller auf gesundheitsgefährdende Phthalate und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, untersucht und in den Stichproben keine der problematischen Stoffe gefunden.<ref>Loom Bänder: Stichproben ohne PAK und Phthalate, test.de, Stand 23. Oktober 2014, abgerufen am 27. Oktober 2014</ref>

Prozesse[Bearbeiten]

Choon Ng meldete erstmalig beim United States Patent and Trademark Office im Jahre 2010 ein Patent für Rainbow Loom an. Er erhielt am 16. Juli 2013 die US-Patent-Nummer 8,485,565 für „Brunnian link making device and kit“ sowie etliche weitere Patente verschiedener Länder.<ref>Patent US8485565B2: Brunnian link making device and kit. Angemeldet am 8. September 2011, veröffentlicht am 16. Juli 2013, Erfinder: Cheong Choon Ng.‌</ref> Im August 2013 verklagte er das Unternehmen Zenacon LLC als Hersteller des FunLoom, die LaRose Industries LLC als Hersteller des Cra-Z-Loom sowie die Handelskette Toys “R” Us als Vertriebspartner von Cra-Z-Loom. Diese Mitbewerber kopierten nach Ngs Auffassung Teile des Designs der Rainbow Loom-Produkte.<ref name="wsj" />

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Rainbow Loom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />