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Ralf Zoll

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Ralf Zoll (* 10. März 1939 in Darmstadt) ist ein deutscher Soziologe, Friedens- und Konfliktforscher.

Leben[Bearbeiten]

Ralf Zoll wurde 1939 als Sohn von Erna Zoll, geborener Grün, und des Musikpädagogen und Musikdirektors Paul Zoll geboren. Sein Bruder ist der Soziologe Rainer Zoll. Ralf Zoll studierte Soziologie, Ökonomie und Psychologie unter anderem bei Theodor W. Adorno und Max Horkheimer an der Universität Frankfurt am Main. Danach war er von 1965 bis 1968 als Diplom-Soziologe Assistent am Seminar für politische Bildung der Universität Frankfurt. 1968 richtete er mit Thomas Ellwein ein Seminar-Forschungsinstitut ein, dessen Leiter er bis 1970 war. 1971 wurde er in Frankfurt bei Ludwig von Friedeburg an der Philosophischen Fakultät mit der Dissertation Aggression und Konsumgesellschaft. Über Ursachen und Motive menschlichen Verhaltens im Straßenverkehr zum Dr. phil. promoviert.

Im Jahr 1970 kam er an das Wissenschaftliche Institut für Erziehung und Bildung in den Streitkräften nach München und war bis 1974 Stellvertretender Direktor. Seine Ernennung zum Direktor und Professor erfolgte 1973. Im Jahr 1974 übernahm er die Leitung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr (SOWI), das internationale Beachtung erfuhr. Außerdem wurde er Mitglied unter anderem des Arbeitskreises Militär und Sozialwissenschaften, 1976 des Inter-University Seminar on Armed Forces and Society, 1977 der Research Commission on Armed Forces and Society, 1978 der International Society of Political Psychology und 1979 der International Sociological Association. 1986 war er Gründungspräsident der European Research Group on Military and Society (ERGOMAS).

Von 1983 bis 2004 war er Professor für angewandte Soziologie am Institut für Soziologie der Philipps-Universität Marburg, wo er für die Einrichtung des damals einzigartigen Studienganges „Friedens- und Konfliktforschung“ Verantwortung trug. 2001 war er Gründungsdirektor des dortigen interdisziplinären Zentrums für Konfliktforschung, das er bis 2004 leitete.

2004 wurde er Leiter des Arbeitskreises Stadtentwicklung in Gemünden. Zum Ende des Jahres 2012 legte er dieses Ehrenamt nieder, da er aufgrund der kommunalen Finanzsituation infolge von Kürzungen der Schlüsselzuweisungen des Bundeslandes Hessen kaum noch Potenzial sah, größere Projekte voranzutreiben.<ref>Prof. Dr. Ralf Zoll tritt in Gemünden als Vorsitzender des AK Stadtentwicklung ab, HNA vom 28. November 2012, abgerufen 14. mai 2015</ref>

Zoll ist evangelisch, heiratete 1960 Silke Bindseil und ist Vater einer Tochter und eines Sohns. Er ist zudem Autor zahlreicher wissenschaftlicher Werke.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • mit Hans-Jörg Binder: Die soziale Gruppe. Grundformen menschlichen Zusammenlebens. Ein Lese- und Arbeitsbuch. Diesterweg, Frankfurt am Main 1968; Neubearbeitung mit Ekkehard Lippert 1979.
  • mit E. Hennig: Massenmedien und Meinungsbildung. 1970.
  • als Hrsg.: Manipulation der Meinungsbildung. Zum Problem hergestellter Öffentlichkeit. Westdeutscher Verlag, Opladen 1971, ISBN 3-531-11057-8.
  • Gemeinde als Alibi. Materialien zur politischen Soziologie der Gemeinde (= Politisches Verhalten. Band 3). Juventa Verlag, München 1972, ISBN 3-7799-0083-1.
  • Forschungsberichte der Forschungsgruppe Ellwein/Zoll. 1972 ff.
  • mit Thomas Ellwein: Berufsbeamtentum. Anspruch und Wirklichkeit. 1973.
  • Wertheim III. Kommunalpolitik und Machtstruktur. 1974.
  • mit Thomas Ellwein und Ekkehard Lippert: Politische Beteiligung in der Bundesrepublik Deutschland (= Schriften der Kommission für Wirtschaftlichen und Sozialen Wandel. Band 89). Schwartz, Göttingen 1975.
  • als Hrsg.: Berichtsreihe des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr. 1975 ff.
  • als Hrsg. mit Ekkehard Lippert und Tjark G. Rössler: Bundeswehr und Gesellschaft. Ein Wörterbuch (= Studienbücher zur Sozialwissenschaft. Band 34). Westdeutscher Verlag, Opladen 1977, ISBN 3-531-21419-5.
  • als Hrsg.: Wie integriert ist die Bundeswehr? Zum Verhältnis von Militär und Gesellschaft in der Bundesrepublik (= Piper-Sozialwissenschaft. Band 41). Piper, München u. a. 1979, ISBN 3-492-02466-1.
  • als Hrsg.: civilmilitary relations in the Federal Republic of Germany. 1979.
  • als Hrsg.: Sicherheit und Militär. Genese, Struktur und Wandel von Meinungsbildern in Militär und Gesellschaft. Ergebnisse und Analyseansätze im internationalen Vergleich. Westdeutscher Verlag, Opladen 1982, ISBN 3-531-11629-0.
  • Civic Education in the Military. 1982.
  • mit Thomas Ellwein: Wertheim. Politik und Machtstruktur der Stadt. 1982.
  • Friedens- und Konfliktforschung. Eine Einführung mit Quellen (= Friedens- und Konfliktforschung. Band 1). Leske und Budrich, Opladen 1996, ISBN 3-8100-1650-0.
  • als Hrsg.: Die soziale Lage älterer MigrantInnen in Deutschland (= Politische Verhaltensforschung. Band 2). Lit, Münster 1997, ISBN 3-8258-3529-4.

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert Beleke (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 45. Ausgabe 2006/2007, Schmidt-Römhild, Lübeck 2006, ISBN 978-3-7950-2042-2, S. 1504.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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