Zum Inhalt springen

Raphaela Gromes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Raphaela Gromes
Raphaela Gromes

Raphaela Johanna Gromes (* 16. März 1991 in München)<ref>Raphaela Gromes, Violoncello. Camerata München, abgerufen am 5. September 2017.</ref> ist eine deutsche Cellistin.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Raphaela Gromes ist die Tochter der Cellisten Wilhelm Gromes (1960–2019)<ref>Teresa Pieschacón Raphael: Frühkindlich geprägt. Porträt der Musikerin auf concerti.ch vom 27. Dezember 2019</ref> und Astrid Hedler-Gromes. Mit vier Jahren erhielt sie ersten Cellounterricht und Klavierunterricht bei ihrer Mutter. 2005 debütierte sie als Solistin mit dem Cellokonzert von Friedrich Gulda. Als Jungstudentin studierte sie von 2006 bis 2010 bei Peter Bruns an der Musikhochschule Leipzig.<ref name=":3">Raphaela Gromes. In: Sony Classical. Abgerufen am 1. August 2024.</ref> Nach dem Abitur 2010 am musischen Camerloher-Gymnasium Freising<ref>Peter Spanrad: Musikunterricht mit der Cello-Virtuosin Raphaela Gromes. Camerloher-Gymnasium Freising, 17. April 2017, abgerufen am 7. November 2017.</ref> folgten Studien an der Musikhochschule München bei Wen-Sinn Yang und später bei Reinhard Latzko an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Meisterkurse absolvierte sie bei unter anderem Yo-Yo Ma, David Geringas, Natalia Gutman, Daniel Müller-Schott und Wolfgang Boettcher. Sie wurde von der Studienstiftung des deutschen Volkes, Yehudi Menuhin Live Music Now und der Hans und Eugenia Jütting-Stiftung Stendal gefördert.<ref name=":3" />

Als Solistin trat Gromes mit namhaften Orchestern auf, zum Beispiel den Nürnberger Symphonikern<ref>Nürnberger Symphoniker: Shakespeares Rätsel. Nürnberger Symphoniker, 2023, abgerufen am 15. März 2023.</ref>, dem NDR Elbphilharmonie Orchester,<ref>Michal Nesterowich & Raphaela Gromes. In: Programmheft. Elbphilharmonie, abgerufen am 7. März 2023.</ref> dem hr-Sinfonieorchester,<ref>Guido Holze: Italienische Inspiration. Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), 2. Januar 2023, abgerufen am 7. März 2023.</ref> dem Gürzenich-Orchester Köln,<ref>Programm. Gürzenich Orchester Köln, abgerufen am 7. März 2023.</ref> dem Wiener Tonkünstler-Orchester<ref>Tonkünstler Wien: Weihnachtskonzert. 2022, abgerufen am 15. März 2023.</ref> und besonders den Festival Strings Lucerne unter Leitung von Daniel Dodds.<ref>Gerda Neuhoeffer: Orchestermusik im Miniaturformat im ausverkauften «Schweizerhof». Luzerner Zeitung, 9. Januar 2023, abgerufen am 7. März 2023.</ref> Sie konzertierte unter anderem im Konzerthaus Berlin, im Wiener Konzerthaus, im Festspielhaus Baden-Baden, im Concertgebouw Amsterdam, in der Tonhalle Zürich und in der Hamburger Laeiszhalle.<ref name=":3" /> Zudem gastierte sie zum Beispiel beim Schleswig-Holstein Musik Festival, beim Rheingau Musik Festival, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, bei den Münchner Opernfestspielen, bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen oder beim Edinburgh International Festival<ref name=":3" /> und unternahm Tourneen in Europa, den USA, Südamerika, Südkorea, im Nahen Osten und in China.<ref>Gromes & Riem, ein Musik-Duo, das verzaubert. Goethe-Institut Mexiko, abgerufen am 7. März 2023.</ref><ref name=":3" /><ref>Raphaela Gromes – Julian Riem, Seoul/Korea 03. In: Youtube. Agentur Weigold-Böhm, abgerufen am 17. Oktober 2020.</ref><ref>Raphaela Gromes hat es als Cello-Virtuosin zu Weltruhm gebracht. SOS Kinderdörfer weltweit, abgerufen am 7. März 2023.</ref><ref>In Dialogue with Cello. In: om-macau.org. Macao Orchestra, abgerufen am 7. März 2023.</ref> In der Saison 2021/2022 war sie Artist in Residence des Göttinger Symphonie Orchester<ref>Göttinger Symphonieorchester: Lokhalle Klassik 5 mit Raphaela Gromes. Göttinger Symphonieorchester, 27. Mai 2022, abgerufen am 15. März 2023.</ref> und 2022/2023 am Staatstheater Augsburg.

Zu ihren Kammermusikpartnern zählten neben ihrem festen Pianisten Julian Riem zum Beispiel Christian Altenburger, Isabelle van Keulen und Mischa Maisky.<ref name=":3" /> Von 2011 bis 2016 bildete sie mit Amelie Böckheler das Duo Servais.<ref>LMN Ensemble Amelie Böckheler (Violine) und Raphaela Gromes (Violoncello) beim Musikpreis Kulturkreis Gasteig 2016 ausgezeichnet. Live Music Now, 25. April 2016, abgerufen am 7. März 2023.</ref> Im Duo mit Julian Riem trat sie international auf, mehrfach wurde ein gemeinsames Programm mit dem Arcis Saxophon Quartett gestaltet.<ref>ASQ und Duo Gromes/Riem. In: Youtube. Arcis Saxophon Quartett, 20. März 2017, abgerufen am 17. Oktober 2020.</ref>

Neben Cellokonzerten von Boccherini, Dvořák, Elgar, Haydn, Saint-Saëns, Delius und Schumann, Beethovens Tripelkonzert, Brahms’ Doppelkonzert sowie Tschaikowskis Rokoko-Variationen zählen auch zeitgenössische Werke, wie zum Beispiel die für sie komponierten Cellokonzerte von Dominik Giesriegl (2012), Valentin Bachmann (2013), das 2014 mit Cécile Grüebler uraufgeführte Doppelkonzert Chroma von Mario Bürki<ref>Mario Buerki: Videoaufnahme der Uraufführung von "Chroma". Youtube, 14. Oktober 2014, abgerufen am 9. September 2017.</ref><ref>Britta Trachsler: Harmonisches Zusammenspiel auf höchstem Niveau. Jungfrau Zeitung, 6. Juli 2014, abgerufen am 15. März 2023.</ref> und das dem Duo Gromes/Riem gewidmete Doppelkonzert L’Arcobaleno della Vita von Igor Loboda (2022)<ref>Jesko Schulze-Reimpell: Zeitreise in eine vergangene Ära. Donaukurier, 21. Juli 2022, abgerufen am 15. März 2023.</ref> zu ihrem Repertoire.<ref name=":0">Biografie auf der Webseite von Raphaela Gromes. Abgerufen am 6. September 2017.</ref> Dorothea Hofmann widmete dem Duo ihr Werk Curupira (2020).<ref>Webseite von Dorothea Hofmann unter "Duowerke". Abgerufen am 9. Mai 2024.</ref>

Neben dem Standardrepertoire spezialisierte sie sich auf Ersteinspielungen, darunter das dritte Cellokonzert von Julius Klengel,<ref>Oswald Beaujean: Raphaela Gromes spielt Klengel und Schumann. BR Klassik, 23. Januar 2021, abgerufen am 7. März 2023.</ref> die Hommage à Rossini von Jacques Offenbach,<ref>Stefan Schickhaus: „Ihm war offensichtlich zu langweilig, was es bis dahin gab“. Frankfurter Rundschau, 9. Juli 2019, abgerufen am 7. März 2023.</ref> die Urfassung der Cellosonate op. 6 von Richard Strauss<ref>Elisabeth Richter: Richard Strauss‘ Cellosonate. Entwicklungsstadien eines Komponisten. Deutschlandfunk, 16. Februar 2020, abgerufen am 7. März 2023.</ref> und die Tre Momenti von Matilde Capuis.<ref>Sylvia Schreiber: "Fantastische Komponistinnen, die man einfach nicht kennt". BR Klassik, 2. Februar 2023, abgerufen am 7. Februar 2023.</ref>

Gromes setzt sich auch für die Wiederentdeckung und Aufführung von Werken von Komponistinnen ein und arbeitet dabei mit dem Archiv Frau und Musik in Frankfurt am Main zusammen.<ref>Kathrin Hasselbeck, Vergessene Komponistinnen. Raphaela Gromes über ihr Buch "Fortissima!", Interview auf br-klassik.de vom 10. September 2025, abgerufen am 28. Dezember 2025.</ref> Hieraus resultierten die CDs „Femmes“ (2023)<ref>K. Jäger: Raphaela Gromes neues Album "Femmes" erscheint. Klassikradio, 1. Februar 2023, abgerufen am 7. März 2023.</ref> und „Fortissima“ (2025), mit dem wiederentdeckten Cellokonzert von Marie Jaëll<ref>Egbert Tholl: Prunkvolles Gegenbild. Raphaela Gromes entdeckt mit den Augsburger Philharmonikern das Cello-Konzert von Marie Jaëll. Süddeutsche Zeitung, 15. Februar 2023, abgerufen am 15. März 2023.</ref> sowie das gemeinsam mit Susanne Wosnitzka verfasste Buch „Fortissima! Verdrängte Komponistinnen und wie sie meinen Blick auf die Welt verändern“.

Gromes arbeitet außerdem mit musikwissenschaftlichen Instituten wie der Abteilung Musikwissenschaft der Universität München zur Präsentation von neuen Notenausgaben wie der kritischen Ausgabe der Werke von Richard Strauss zusammen.<ref>Richard Strauss: Präsentationskonzert zum neuesten Band der Kritischen Ausgabe. Ludwig-Maximilians-Universität München, 24. Januar 2020, abgerufen am 7. März 2023.</ref>

Gromes lebt in Feldafing.<ref name=":2" />

Instrumente[Bearbeiten]

Ab 2005 spielte Gromes auf einem Cello von Arthur Bay, das für sie angefertigt wurde.<ref>BB Artists: Duoabend – Raphaela Gromes & Julian Riem. 2014, abgerufen am 15. März 2023.</ref> Von 2013 bis 2022 wurde ihr ein Cello von Jean-Baptiste Vuillaume aus dem Jahre 1855 aus privater Hand zur Verfügung gestellt.<ref>Teresa Pieschacón Raphael: Porträt Raphaela Gromes. Frühkindlich geprägt. concerti.de, 27. Dezember 2019, abgerufen am 15. März 2023.</ref> 2022 erwarben Mäzene für sie ein Instrument von Carlo Bergonzi aus dem Jahr 1740, eines von nur drei heute noch bekannten Celli dieses Geigenbauers und das einzige, das aktiv verwendet wird.<ref name=":2">Tobias Gmach: 282 Jahre altes Instrument: Raphaela Gromes spielt weltweite Cello-Rarität. In: merkur.de. 30. Oktober 2022, abgerufen am 30. Oktober 2022.</ref>

Engagement[Bearbeiten]

Gromes unterstützt die José Carreras Leukämiestiftung durch Öffentlichkeitsarbeit, Teilnahme an Benefizkonzerten und Spenden aus dem Erlös ihrer CDs.<ref>Star-Cellistin Raphaela Gromes ist neue Stiftungs-Botschafterin. José Carreras Leukämie-Stiftung, 12. März 2020, abgerufen am 7. Oktober 2020.</ref> Als Musikbotschafterin engagiert sie sich für SOS-Kinderdörfer weltweit.<ref>Raphaela Gromes. SOS Kinderdörfer weltweit, abgerufen am 7. Oktober 2020.</ref> Ein besonderes Anliegen ist ihr die Bereicherung des Cellorepertoires durch die Wiederentdeckung vergessener Werke und das Aufspüren verschollenen Notenmaterials, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Archiv Frau und Musik.<ref>Stephan Schwarz-Peters: Raphaela Gromes. Zurück ins Licht. In: www.rondomagazin.de. rondomagazin, 11. Februar 2023, abgerufen am 7. März 2023.</ref> Gromes setzt sich zusammen mit Anne-Sophie Mutter und Sir Simon Rattle für neue Musikräume wie einen geplanten Konzertsaal im Münchener Werksviertel ein.<ref>Konzerthaus vor dem Aus? Ministerpräsident Söder will Bau "in Ruhe überdenken". In: www.br.de. Bayerischer Rundfunk, 31. März 2022, abgerufen am 7. März 2023.</ref> Ein weiteres Anliegen von Gromes ist ihr Engagement für die Ukraine, indem sie Konzerte mit dem Nationalen Sinfonieorchester der Ukraine gibt,<ref>Webseite des Nationalen Sinfonieorchesters der Ukraine. Abgerufen am 9. Mai 2024.</ref><ref>Webseite der Elbphilharmonie Hamburg. Abgerufen am 9. Mai 2024.</ref> als Botschafterin mit Kindern singt und Musikprojekte begleitet.<ref>schwaebische.de: Cellistin Raphaela Gromes: „Die Geschichte ist noch lange nicht auserzählt!“ 24. Januar 2024, abgerufen am 9. Mai 2024.</ref>

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found

Diskografie[Bearbeiten]

  • Violoncellosonaten von Strauss & Mendelssohn-Bartholdy. Mit Julian Riem, Klavier. Livemitschnitt Preisträgerkonzert Richard-Strauss-Wettbewerb 2012 (Farao; 2014)
  • Duo Servais. Mit Amelie Böckheler, Violine. Werke von Servais, Giesriegl, Martinů (Doris Schwarzer Records; 2014)
  • Serenata Italiana. Raphaela Gromes & Julian Riem. Werke von Busoni, Martucci, Casella, Sinigaglia, Capuis, Castelnuovo-Tedesco (Sony Classical; 2017)
  • Hommage à Rossini. Mit Julian Riem, Klavier; WDR Funkhausorchester Köln, Dirigent: Enrico Delamboye (Sony Classical; 2018)
  • Offenbach. Mit Julian Riem, Klavier; Wen-Sinn Yang, Cello (Sony Classical; 2019)
  • Richard Strauss: Cello Sonatas. Mit Julian Riem, Klavier (Sony Classical; 2020)
  • Raphaela Gromes: Klengel, Schumann. Romantic Cello Concertos. Werke von Robert und Clara Schumann, Julius Klengel, Richard Strauss, Johannes Brahms. Mit Julian Riem, Klavier; Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Dirigent: Nicholas Carter (Sony Classical; 2020)
  • Raphaela Gromes: Imagination. Werke von u. a. Tschaikowski, Mendelssohn, Dvořák, Schumann. Mit Julian Riem, Klavier (Sony Classical; 2021)
  • Raphaela Gromes: Femmes. Werke von 23 Komponistinnen, u. a. Amy Beach, Germaine Tailleferre, Florence Price, Billie Eilish, Hildegard von Bingen. Mit Julian Riem, Klavier; Festival Strings Lucerne, Dirigent: Daniel Dodds (Sony Classical; 2023)
  • Chopin: Nocturnes. Mit Olga Scheps, Klavier (Sony Classical; 2024)
  • Dvořák: Cello Concerto. Mit dem National Symphony Orchestra of Ukraine unter Leitung von Volodymyr Sirenko (Sony Classical; 2024)
  • Raphaela Gromes: Fortissima. Werke von u. a. Herz, Jaël, Kyper, Meyer. Mit Julian Riem, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin (Sony Classical; 2024)

Buch[Bearbeiten]

Raphaela Gromes, Susanne Wosnitzka: Fortissima! Verdrängte Komponistinnen und wie sie meinen Blick auf die Welt verändern. Wilhelm Goldmann Verlag München, 2025. ISBN 3-442-31797-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Raphaela Gromes – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein