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Rayleigh-Quotient

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Der Rayleigh-Quotient, auch Rayleigh-Koeffizient genannt, ist ein Objekt aus der linearen Algebra, das nach dem Physiker John William Strutt, 3. Baron Rayleigh benannt ist. Der Rayleigh-Quotient wird insbesondere zur numerischen Berechnung von Eigenwerten einer quadratischen Matrix <math>A</math> verwendet.

Definition[Bearbeiten]

Sei <math>A \in {\mathbb K}^{n \times n}</math> eine reelle symmetrische oder komplexe hermitesche Matrix und <math>x \in {\mathbb K}^n</math> mit <math>x\neq 0</math> ein Vektor, dann ist der Rayleigh-Quotient von <math>A</math> zum Vektor <math>x</math> definiert durch<ref>Gisela Engeln-Müllges, Klaus Niederdrenk, Reinhard Wodicka: Numerik-Algorithmen. 10. Auflage. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-642-13472-2, Abschnitt 7.4 Konvergenzverbesserung mit Hilfe des Rayleigh-Quotienten im Falle hermitescher Matrizen.</ref>

<math>R_A(x) = \frac{x^* A x}{x^*x}\,.</math>

Hierbei bezeichnet <math>x^* = {\overline x}^T</math> den adjungierten Vektor von <math>x</math>. Der Bildbereich des Rayleigh-Quotienten ist genau der numerische Wertebereich von <math>A</math>.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Bei einer Multiplikation des Vektors <math>x</math> mit einem Skalar <math>\alpha \neq 0 </math> ändert sich der Rayleigh-Quotient nicht: <math>R_A(\alpha x) = R_A(x)</math>, er ist also eine homogene Funktion vom Grad 0.

Der Rayleigh-Quotient hat eine enge Beziehung zu den Eigenwerten von <math>A</math>. Ist <math>v</math> ein Eigenvektor der Matrix <math>A</math> und <math>\lambda</math> der zugehörige Eigenwert, dann gilt:

<math>R_A(v) = \frac{v^* A v}{v^*v} = \frac{v^* \lambda v}{v^*v} = \lambda\,.</math>

Durch den Rayleigh-Quotienten wird also jeder Eigenvektor von <math>A</math> auf den dazugehörigen Eigenwert <math>\lambda</math> abgebildet. Diese Eigenschaft wird unter anderem in der numerischen Berechnung von Eigenwerten benutzt. Insbesondere gilt für eine symmetrische oder hermitesche Matrix <math>A</math> mit dem kleinsten Eigenwert <math>\lambda_{\rm min}</math> und dem größten Eigenwert <math>\lambda_{\rm max}</math> nach dem Satz von Courant-Fischer:

<math>\lambda_{\rm min} \leq R_A(x) \leq \lambda_{\rm max}\,.</math>

Die Berechnung des kleinsten bzw. größten Eigenwerts ist damit äquivalent zum Auffinden des Minimums bzw. Maximums des Rayleigh-Quotienten. Das lässt sich unter geeigneten Voraussetzungen auch noch auf den unendlichdimensionalen Fall verallgemeinern und ist als Rayleigh-Ritz-Prinzip bekannt.

Die Eigenvektoren hermitescher Matrizen <math>A</math> bilden die stationären Punkte des Rayleigh-Quotienten. Dies gilt nicht für asymmetrische Matrizen. Deswegen führte Ostrowski 1958/59 den sogenannten 2-seitigen Rayleigh-Quotienten

<math>R_A(x,y) = \frac{y^* A x}{y^*x}</math>

ein, wobei <math>y^*x \neq 0</math>, der wiederum stationär an den Rechts- und Linkseigenvektoren <math>x</math> und <math>y</math> ist. Da für normale Matrizen Rechts- und Linkseigenvektoren übereinstimmen, fällt der 2-seitige mit dem (einseitigen) Rayleigh-Quotienten in diesem Fall zusammen.

Verwendung in der Numerischen Mathematik[Bearbeiten]

Bei numerischen Verfahren zur Lösung von Eigenwertproblemen, die, wie beispielsweise die Vektoriteration oder die inverse Iteration, primär Eigenvektornäherungen berechnen, lassen sich mit Hilfe des Rayleigh-Quotienten zusätzlich auch Eigenwertnäherungen bestimmen. Bei der inversen Iteration wird ein Parameter <math>\theta</math>, der Shift, benötigt. Wird <math>\theta</math> in jedem Iterationsschritt als Rayleigh-Quotient der aktuellen Eigenvektornäherung gewählt, ergibt dies das sogenannte Rayleigh-Quotienten-Verfahren.<ref>Lloyd N. Trefethen, David Bau: Numerical Linear Algebra. SIAM, 1997, ISBN 978-0-89871-361-9, S. 207–210 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references/>