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Reinhold Fellenberg

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Datei:Reinhold Fellenberg.jpg
Reinhold Fellenberg, ab 1890 Militärmusikdirigent und Militärmusikdirektor des Kürassier-Regiments „Graf Gessler“. Die Flechtwerkschulterstücke (Modell 1898) eines Militärmusikdirektors sind von doppelt gelegter Kantschnur eingefasst

Reinhold Fellenberg (* 20. Juni 1848 in Freystadt, Niederschlesien; † 6. Juli 1912 in Godesberg<ref name="GoH1989" />) war ein deutscher Militärmusiker, Stabstrompeter, Komponist und Karnevalist.

Leben[Bearbeiten]

Fellenberg wuchs als Sohn eines Webermeisters im niederschlesischen Freystadt (heute Kożuchów) auf. Sein Onkel mütterlicherseits, Stadtmusikus von Freystadt, förderte ihn bereits im Alter von neun Jahren durch Unterricht in Violine und Trompete. Sein erstes Trompetensolo blies er bei einem Konzert in seiner Heimatstadt. Im Alter von 15 Jahren nahm er als Solist mit Kapellen an Gastkonzerten in Berlin und Sankt Petersburg teil. Seinen Militärdienst begann Fellenberg 1866 beim 4. Posenschen Infanterie-Regiment Nr. 59 in Glogau. Dort wurde er zum Solo-Flügelhornist befördert.<ref name="GoH1989" details="S. 93" /> Am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 nahm Fellenberg mit seiner Militärkapelle teil; für seinen Einsatz erhielt er die Kriegsgedenkmünze mit den Gefechtsspangen für die Schlachten von Weißenburg, Wörth, Sedan und Buzenval (Mont Valérien) sowie die Belagerung von Paris.<ref name="GoH1989" details="S. 94" /> Anschließend war er bis 1877 beim Kürassier-Regiment „von Driesen“ (Westfälisches) Nr. 4 in Münster als Kornettist tätig. In dieser Zeit absolvierte Fellenberg eine dreijährige Ausbildung an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin, aufgrund derer er am 7. August 1877 zum Stabstrompeter beim Ulanen-Regiment „von Katzler“ (Schlesisches) Nr. 2 im oberschlesischen Ratibor ernannt wurde.<ref name="Haas" /> Nachfolgender Dienstort bis 1888 war Gleiwitz.<ref name="GoH1989" details="S. 94" />

Im Oktober 1888 wurde Fellenberg Stabstrompeter beim Kürassier-Regiment „Graf Gessler“ (Rheinisches) Nr. 8 in Köln-Deutz. Seine Regimentskapelle umfasste etwa 25 Mann und nahm aktiv am Gesellschaftsleben der Stadt einschließlich des Kölner Karnevals, darunter auch am Rosenmontagszug teil.<ref>Rudolf Schmidt: Gedenktafel für den Trompeter von Köln, Wir Godesberger, 5. Mai 2006</ref> 1890 erhielt er die Ernennung zum Militärmusikdirigenten sowie zum Kgl. Militärmusikdirektor.<ref>Emil Prager (Hrsg.): Militair-Musiker-Almanach für das Deutsche Reich, Verlag der Expedition der Deutschen Militair-Musiker-Zeitung, Berlin 1892, S. 252</ref> In Köln trat Fellenberg, wie sein Vorgänger, nicht nur als Leiter der Regimentskapelle, sondern auch als Komponist zahlreicher Militär-, Karnevals- und Büttenmärsche sowie von Mariechentänzen, Liedern, Charakterstücken und Walzern hervor. Seine größten Erfolge und Anerkennung erzielte er mit dem Kornett. In Godesberg war Fellenberg mit Aennchen Schumacher befreundet, einer ortsbekannten Wirtin und Sammlerin studentischen Liedguts, die ihm 1905 ihr Kommersbuch widmete.<ref name="GoH1989" details="S. 97" /> Am 31. Oktober 1906 wurde er im Kölner Stapelhaus als Militärperson verabschiedet und erhielt den Ehrennamen „Der Trompeter von Köln“.<ref name="Haas" /> Seinen Ruhestand verbrachte Fellenberg in Godesberg, wo er noch im selben Jahr als Wohnsitz das Haus Brunnenallee 17 erwarb. Auch nach seiner Pensionierung trat er gelegentlich in Gastrollen als Piston-Solist bei Konzerten in Köln und anderen Städten auf.<ref name="GoH1989" details="S. 98" />

Fellenberg war seit 1870 mit Marie Auguste Milke († 1914) verheiratet. Aus der Ehe gingen vier Töchter und der Sohn Karl (* 1873) hervor, der ebenfalls Militärmusiker und Stabstrompeter wurde und bereits im Alter von 29 Jahren verstarb.<ref name="GoH1989" details="S. 93" /> Die Ruhestätte Fellenbergs und seiner Familie befindet sich auf dem Burgfriedhof in Bad Godesberg.<ref name="GoH1989" details="S. 98" /> Er ist ein Urgroßvater des Komponisten und Kölner Karnevalisten Toni Steingass.<ref name="Haas" />

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Der Musiknachlass Fellenbergs umfasst 125 Werke<ref name="Haas" />, davon etwa 100 Karnevalslieder- oder melodien.<ref>Christian Kuppels: Der Stabstrompeter Reinhold Fellenberg</ref>

  • um 1880: Galoppmarsch (später in die Heeresmarschsammlung aufgenommen)<ref name="Haas" />
  • 1889: Je toller, je besser (Karnevalsmarsch)<ref name="Haas" />
  • 1890: Carnevals-Damen-Marsch (Karnevalsmarsch)<ref name="Haas" />
  • 1891: Präsident Peter Prior-Marsch (Karnevalsmarsch)<ref name="Haas" />
  • 1892: Cölner Seehafen-Marsch (Karnevalsmarsch)<ref name="Haas" />
  • 1895: Kölle bliev Kölle (Karnevalsmarsch)<ref name="Haas" />
  • zwischen 1900 und 1906: Petersberger Zahnradbahn-Marsch<ref name="GoH1989" details="S. 94" />
  • zwischen 1900 und 1906: Zur Erinnerung an froh verlebte Stunden auf dem Petersberg (Liedersammlung, sechs Lieder)<ref name="GoH1989" details="S. 95" />
  • Trio Ritsch, ratsch de Botz kapott (Rote Funken-Marsch)<ref name="Haas" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Jung: Der Trompeter von Köln – Reinhold Fellenberg, ein Godesberger Mitbürger. In: Godesberger Heimatblätter, Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg, Heft 27/1989, Bad Godesberg 1989, ISSN 0436-1024, S. 92–99.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Reinhold Fellenberg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GoH1989"> Dietrich Jung: Der Trompeter von Köln – Reinhold Fellenberg, ein Godesberger Mitbürger. In: Godesberger Heimatblätter, Heft 27/1989 </ref> <ref name="Haas"> Wolfgang G. Haas: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Fellenberg, Reinhold (Memento des Vorlage:IconExternal vom 8. Januar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.haas-koeln.de </ref> </references>

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