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Rekrut

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Datei:Rekruci-przysiega.jpg
Polnische Rekruten beim Fahneneid

Rekrut bezeichnet im Militär die Dienststellung und gegebenenfalls auch den Dienstgrad eines neu eingestellten Soldaten – in der Regel für die Dauer seiner Grundausbildung.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Rekrut ist entlehnt vom französischen recruter (= neue Mannschaft ausheben), recrue (= Nachwuchs an Truppen, Ersatzmannschaft, der einzelne Mann dieses Nachwuchses oder der junge Soldat). Das französische recroître entstammt wiederum dem lateinischen recrescere (= wieder wachsen, nachwachsen). Das Wort ist im deutschen Sprachraum im 17. Jahrhundert heimisch geworden, früher kannte man hier noch Recrouite (= Werbung). Im Französischen gebraucht man für Rekrut das Wort conscript (= zum Kriegsdienst ausgehoben).<ref>Wort und Brauch im deutschen Heer, W. Transfeld u. K.H. Frhr. v. Brand, 6. Auflage von O. Quenstedt 1967, S. 9; c. Helmut Gerhard Schulz, Hamburg 11.</ref>

Die Rekrutenzeit endet in den meisten Armeen mit dem Abschluss der Grundausbildung und der anschließenden Leistung des Fahneneides; der vormalige Rekrut gilt nun als vollwertiger („ausexerzierter“) Soldat und wird damit Teil der militärischen Gemeinschaft.<ref>Der Diensteid und das Feierliche Gelöbnis der Bundeswehr. 13. Mai 2024, abgerufen am 23. Juni 2023.</ref>

Deutschland[Bearbeiten]

In der Bundeswehr werden Soldaten in der Grundausbildung häufig als Rekruten bezeichnet. Meist absolvieren die Soldaten im niedrigsten Dienstgrad die Grundausbildung.

Österreich[Bearbeiten]

Datei:Flag of Austria (state).svg
Österreichisches Bundesheer

— Rekrut —

Anzug 75/03 Schulterstück (Pioniertruppe) Tellerkappe
Anzug 75 / 03 | Rockkragen | Tellerkappe
Dienstgradgruppe Rekruten
NATO-Rangcode OR-1
Dienstgrad Heer/Luftwaffe Rekrut
Dienstgrad Marine keiner
Abkürzung (in Listen) Rekr
Besoldungsgruppe …

Im Bundesheer ist Rekrut (bis 1998 „Wehrmann“<ref>915 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates XX. GP. (PDF) Österreichisches Parlament, 10. Dezember 1997, S. 51, abgerufen am 23. Juni 2026: „Im Hinblick auf die geplante Öffnung des Bundesheeres für freiwillige militärische Dienstleistungen von Frauen soll der niederste militärische Dienstgrad statt derzeit ‚Wehrmann‘ künftig einheitlich für beide Geschlechter mit dem Begriff ‚Rekrut‘ bezeichnet werden.“</ref>) der niedrigste Mannschaftsdienstgrad.

In Auslandseinsätzen wird er auf Englisch als Private (Pte, Pvt oder PV) bezeichnet.<ref>Die Dienstgrade im internationalen Vergleich (NATO rank class system) (Internetseite des Bundesministeriums für Landesverteidigung, engl.), aufgerufen am 16. April 2026</ref> Gemäß dem NATO Rank Class System entsprechen ihm bei der Bundeswehr der Dienstgrad Soldat (Sammelbezeichnung) bzw. in der Schweizer Armee der Rekrut und der Soldat (NATO-Code: OR-1).

Soldaten, die in der Ausbildung zum Unteroffizier (HUAK) oder zum Offizier (EF) stehen, tragen eine eigene Version des Dienstgrades mit silberfarbenem Querbalken am Oberrand. Diesen gibt es nur für den Dienstanzug 75/03.

Vorlage:Folgenleiste Dienstgrade Bundesheer Rekruten

Schweizer Armee[Bearbeiten]

Datei:Logo of Swiss Armed Forces.svg
Schweizer Armee
— Rekrut —
Dienstgradgruppe Mannschaften
NATO-Rangcode OR-1
Dienstgrad Heer/Luftwaffe Rekrut
Dienstgrad Marine keiner
Abkürzung (in Listen) Rekr
Besoldungsgruppe CHF 6.-/Tag<ref>Sold. Schweizer Armee, abgerufen am 29. November 2024.</ref>

In der Schweizer Armee ist Rekrut (kurz: Rekr) Dienstellungsbezeichnung für Militärangehörige mit Wehrdienstbeginn, aber auch zugleich der niedrigste Mannschaftsdienstgrad. In der Schweiz ist Rekrutenschule (RS) die Bezeichnung für die Grundausbildung.

Niedrigerer Grad
keiner
Mannschaftsgrad
Rekrut
Höherer Grad
Soldat
Einordnung: Mannschaften – Unteroffiziere – Höhere Unteroffiziere – Subalternoffiziere – Hauptleute – Stabsoffiziere – Höhere Stabsoffiziere
– Oberbefehlshaber der Armee
Alle Grade auf einen Blick: Grade der Schweizer Armee

Dienstgradabzeichen[Bearbeiten]

In den meisten Armeen der Welt tragen Rekruten keine oder leere Dienstgradabzeichen (ggf. nur mit allgemeiner Verwendungs-, Teilstreitkraft- oder Waffengattungskennzeichnung, z. B. einen Anker für Marine) und erlangen die ersten Dienstgradabzeichen durch die erste Beförderung nach der Grundausbildung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christa Hämmerle (Hrsg.): Des Kaisers Knechte. Erinnerungen an die Rekrutenzeit im k. (u.) k. Heer 1868 bis 1914 (= Damit es nicht verlorengeht. 66). Böhlau, Wien [u. a.] 2012, ISBN 978-3-205-78872-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary: Rekrut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein