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Rhyparochromidae

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Rhyparochromidae
Datei:Gastrodes.grossipes.-.lindsey.jpg

Kiefernzapfenwanze (Gastrodes grossipes)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Teilordnung: Pentatomomorpha
Überfamilie: Lygaeoidea
Familie: Rhyparochromidae
Wissenschaftlicher Name
Rhyparochromidae
Amyot & Serville, 1843
Datei:Eremocoris abietis (Lygaeidae) 20080708.jpg
Eremocoris abietis
Datei:Gastrodes.abietum.-.lindsey.jpg
Gastrodes abietum
Datei:Trapezonotus arenarius.jpg
Trapezonotus arenarius

Die Rhyparochromidae sind eine Familie der Wanzen (Heteroptera) innerhalb der Teilordnung Pentatomomorpha. Sie zählte bis vor der Revision der Pentatomomorpha mit Schwerpunkt der Lygaeoidea durch Henry im Jahr 1997 als Unterfamilie zu den Bodenwanzen (Lygaeidae) und wurde danach in den Familienrang gestellt.<ref name="Henry" /> Sie umfasst zwei Unterfamilien, 14 Tribus, 372 Gattungen und ungefähr 1850 Arten und ist damit neben den Baumwanzen (Pentatomidae) die artenreichste Familie der Pentatomomorpha.<ref name="abrs" /> In Europa sind 240 Arten vertreten,<ref name="www.faunaeur.org" /> von denen 23 auch in Mitteleuropa auftreten.<ref name="Wachmann" />

Merkmale[Bearbeiten]

Die Wanzen sind in der Regel unscheinbar matt braun gefärbt oder braun, schwarz oder weiß gemustert. Einige Arten imitieren in ihrem Aussehen Ameisen. Am Kopf sind Trichobothria für gewöhnlich ausgebildet. Die Schenkel (Femora) der Vorderbeine sind in der Regel verdickt und auf der Unterseite mit kräftigen Dornen versehen. Die Naht zwischen dem vierten und fünften Sternum ist verwachsen und ist in der Regel von der Mittellinie des Sternums in einer Kurve anterolateral nach vorne gekrümmt. Sie reicht nicht an den Dorsalrand des Hinterleibs.<ref name="Schuh/Slater" /> Vielen Arten fehlen Flügel und verkürzte Flügel finden sich in einer Reihe von Tribus.<ref name="abrs" />

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Familie ist weltweit verbreitet. Die Ansprüche und Lebensräume dieser Wanzen sind verhältnismäßig gut erforscht. Bei der überwiegenden Anzahl der Arten handelt es sich um granivore Bodenbewohner.<ref name="abrs" />

Lebensweise[Bearbeiten]

Die überwiegende Anzahl der Arten saugt Samen, vor allem an solchen, die zu Boden gefallen sind. Wie sehr die Tiere an bestimmte Wirtspflanzen gebunden sind, ist nur schlecht untersucht.<ref name="abrs" /> Viele Arten sind aber offenbar polyphag.<ref name="Wachmann" /> Die Tribus Cleradini umfasst aber auch hämatophage Arten, die Blut von Wirbeltieren saugen. Man findet diese Wanzen vor allem in den Nestern von Vögeln, Beutel- und Nagetieren. Clerada apicocornis saugt zumindest gelegentlich auch an Menschen und kann in Südamerika die Chagas-Krankheit übertragen. Bei manchen Arten ist auch das Saugen an Gliederfüßern dokumentiert.<ref name="abrs" />

Taxonomie und Systematik[Bearbeiten]

Amyot & Serville beschrieben das Taxon 1843 als „Rhyparochromides“. Es galt lange Zeit als Unterfamilie der Bodenwanzen (Lygaeidae), wurde jedoch nach einer Revision der Pentatomomorpha mit Schwerpunkt der Lygaeoidea durch Henry im Jahr 1997 in den Familienrang gestellt. Außerdem erhob er die Tribus Plinthisini in den Rang einer Unterfamilie innerhalb der Rhyparochromidae.<ref name="Henry" /> Bereits 1874 differenzierte Carl Stål fünf Tribus dieser großen Gruppe.<ref name="Schuh/Slater" /> Heute wird die Gruppe in zwei Unterfamilien und 14 Tribus unterteilt:<ref name="Henry" />

  • Unterfamilie Plinthisinae (3 Gattungen, 111 Arten; weltweit)<ref name="abrs" />
  • Unterfamilie Rhyparochrominae (369 Gattungen, 1824 Arten; weltweit)<ref name="abrs" />
  • Tribus Antillocorini (24 Gattungen, 91 Arten; weltweit)<ref name="abrs" />
  • Tribus Cleradini (20 Gattungen, mehr als 50 Arten; vor allem indopazifische Region)<ref name="abrs" />
  • Tribus Drymini (56 Gattungen, 280 Arten; vor allem östliche Hemisphäre)<ref name="abrs" />
  • Tribus Gonianotini (zumindest 22 Gattungen, 123 Arten; Holarktis)<ref name="Schuh/Slater" /><ref name="abrs" />
  • Tribus Lethaeini (35 Gattungen, 153 Arten; weltweit)<ref name="abrs" />
  • Tribus Lilliputocorini (1 Gattung, 8 Arten; zirkumtropisch)<ref name="abrs" />
  • Tribus Megalonotini (zumindest 18 Gattungen, 87 Arten; vor allem Paläarktis, Afrotropis, Orientalis)<ref name="Schuh/Slater" /><ref name="abrs" />
  • Tribus Myodochini (73 Gattungen, 322 Arten; weltweit)<ref name="abrs" />
  • Tribus Ozophorini (24 Gattungen, 175 Arten; vor allem Neotropis und Orientalis)<ref name="abrs" />
  • Tribus Phasmosomini (zumindest 1 Gattung, 2 Arten; Paläarktis)<ref name="Schuh/Slater" /><ref name="abrs" />
  • Tribus Rhyparochromini (39 Gattungen, 370 Arten; weltweit, mit Ausnahme der Neotropis)<ref name="abrs" />
  • Tribus Stygnocorini (16 Gattungen, 73 Arten; östliche Hemisphäre)<ref name="abrs" />
  • Tribus Targaremini (23 Gattungen, 57 Arten; Australasien)<ref name="abrs" />
  • Tribus Udeocorini (14 Gattungen, 30 Arten; Australasien, Neotropis)<ref name="abrs" />

Arten in Europa[Bearbeiten]

Folgende Arten kommen in Europa vor:<ref name="www.faunaeur.org" />

Unterfamilie Rhyparochrominae

Tribus Antillocorini

Tribus Drymini

Tribus Gonianotini

Tribus Lethaeini

Tribus Megalonotini

Tribus Myodochini

Tribus Ozophorini

Tribus Rhyparochromini

Tribus Stygnocorini

Unterfamilie Plinthisinae

Weitere Arten[Bearbeiten]

Eine Auswahl außereuropäischer Arten:

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="abrs"> Family Rhyparochromidae. Australian Biological Resources Study. Australian Faunal Directory, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Januar 2014; abgerufen am 9. Januar 2014. </ref> <ref name="www.faunaeur.org"> Rhyparochrominae. Fauna Europaea, abgerufen am 9. Januar 2014. </ref> <ref name="Henry"> T. J. Henry: Phylogenetic analysis of family groups within the infraorder Pentatomomorpha (Hemiptera: Heteroptera), with emphasis on the Lygaeoidea. Annals of the Entomological Society of America 90(3): 275-301, 1997. </ref> <ref name="Schuh/Slater"> R.T. Schuh, J. A. Slater: True Bugs of the World (Hemiptera: Heteroptera). Classification and Natural History. Cornell University Press, Ithaca, New York 1995, S. 258f. </ref> <ref name="Wachmann"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3937783291 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> </references>

Literatur[Bearbeiten]

  • R.T. Schuh, J. A. Slater: True Bugs of the World (Hemiptera: Heteroptera). Classification and Natural History. Cornell University Press, Ithaca, New York 1995.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Rhyparochromidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien