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Ria Ginster

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Ria Ginster, bürgerlich Bertha Maria Ginster (* 15. April 1898 in Frankfurt am Main<ref>Standesamt Frankfurt a. M., Geburtsurkunde Nr. 1996 vom 19. April 1898</ref>; † 11. Mai 1985 in Zürich) war eine deutsche Konzertsängerin der Stimmlage Sopran und Gesangspädagogin.

Leben[Bearbeiten]

Ria Ginster war eine Tochter des Musik- und Gesangslehrers, Pianisten und Chordirigenten Peter Ginster (* 1867 in Engehöll; † 1911 in Frankfurt a. M.) und der Rosa Ginster, geb. Reimling (* 1876 in Frankfurt a. M.; † 1963 in Zürich).<ref>Standesamt Frankfurt a. M., Heiratsurkunde Nr. 1450 vom 17. September 1894</ref><ref>Ginster Ria. In: Who’s who in Switzerland Including the Principality of Liechtenstein. Orell Füssli, Zürich 1980, ISBN 2-8263-0750-9, S. 230 (SnippetansichtSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> Sie besuchte das Lyzeum und lernte in dieser Zeit zunächst Violine; im Alter von 13 Jahren trat sie öffentlich auf. Von 1919 bis 1921 studierte sie bei Kammersängerin Anna Kaempfert (Sologesang) und bei Fritz Gambke (Konzertgesang) am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main<ref>Dr. Hoch's Conservatorium: Jahresberichte [1]</ref> und schloss mit einem Examen für Konzertreife ab. Nach weiteren Studien von 1921 bis 1923 an der Berliner Hochschule für Musik bei Louis Bachner<ref>Hochschule für Musik in Berlin: Jahresberichte [2]</ref> erlangte sie das Staatsexamen. Ab 1923 trat sie vor allem als Konzertsängerin auf, auch Opernarien gehörten zu ihrem Repertoire. Sie gab Konzerte unter anderem in Deutschland, Österreich, Belgien, Holland, Frankreich, Finnland, Norwegen, Schweden, Italien und in der Schweiz. 1931 hatte sie eine Tournee in England und sang in der Royal Opera House unter Leitung von Thomas Beecham als Solistin im Messiah; nach weiteren Erfolgen in London, unter anderem auch in der Wigmore Hall, erhielt sei einen Schallplattenvertrag bei His Master’s Voice. Von 1935 bis 1939 bereiste sie mehrfach die Vereinigten Staaten und Kanada; im November 1935 trat sie in der Carnegie Hall in New York City auf. 1936 und 1941 sang sie Uraufführungen von Liedern von Othmar Schoeck. Im August 1937 sang sie bei den Salzburger Festspielen unter Wilhelm Furtwängler das Sopran-Solo in der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven.<ref>Ria Ginster im Archiv der Salzburger Festspiele</ref>, 1942 und 1946 Konzertarien mit dem Concertgebouw-Orchester unter Willem Mengelberg und Eduard van Beinum.<ref>Concert archive des Concertgebouworkest</ref> Weitere bekannte Dirigenten mit denen sie auftrat waren John Barbirolli, Herbert von Karajan, Otto Klemperer und Bruno Walter.

Ria Ginster wurde 1938 als Professorin und Leiterin der Konzertausbildungsklasse an das Konservatorium Zürich berufen. Sie unterrichtete auch als Gastprofessor an der University of Southern California in Los Angeles, in Philadelphia und ab 1947 in New York. 1949 bis 1956 gab sie nach Berufung durch Bernhard Paumgartner Meisterkurse am Mozarteum. Die Konzertausbildungsklasse in Zürich leitete sie über 30 Jahre, zu ihren Schülern gehören Ursula Buckel, Sylvia Gähwiller, Kurt Widmer und Hilde Zadek.

Tondokumente[Bearbeiten]

Erste Aufnahmen für die Schellackplatte machte Ria Ginster 1928 und 1929 in Berlin für das Label Homocord. Hier sang sie Arien aus Oratorien von Haydn, Mozart und Verdi. Zwischen 1932 und 1937 erfolgten in London und Berlin zahlreiche Liedaufnahmen für His master's voice, Begleiter am Klavier waren Gerald Moore und Michael Raucheisen. Ebenfalls für His master's voice machte Ginster von 1943 bis 1945 in Zürich nochmals Liedaufnahmen, Begleiter war der Pianist Paul Baumgartner.<ref>Ria Ginster in The Gamophone Co. discography</ref>
Zwischen 1971 und 1980 erschienen bei Preiser Records/Lebendige Vergangenheit vier LPs mit Wiederveröffentlichungen fast aller ihrer Schallplattenaufnahmen (insgesamt 73 Titel auf Preiser LV 190, 210, 250 und 295), 1997 folgte eine Doppel-CD mit 50 Liedtiteln (PR 89227).<ref>Katalog der Deutschen Nationalbibliothek [3]</ref> Von den Sendungen, die zwischen 1930 und 1938 die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft mitgeschnitten hat, wurden lediglich einige Duette mit Karl Erb wiederveröffentlicht.<ref>Karl Erb bei Discogs: Karl Erb – Ein Sängerporträt (Acanta DE 23.106/07) und Karl Erb – Liederalbum Vol. 2 (Preiser PR 89239)</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Ginster, Ria. In: Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens, Hansjörg Rost: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9 (7 Bände) S. 1734 f. (Google Books).
  • Ginster, Ria. In: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. Saur, München 1983, S. 378.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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