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Richard Brosi

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Datei:Brosi Richard, Brutarchitekt.jpg
Verbindungstrakt zwischen dem Postgebäude und dem 1983 fertiggestellten PTT-Betriebs- und Verwaltungsgebäude (Blaue Post), Chur.

Richard Brosi (* 8. Mai 1931 in Chur; † 11. April 2009 in Zürich<ref name=":0">Mitteilungsblatt I/2010. Mario- und Hélène-Comensoli-Stiftung, 2010, S. 5, abgerufen am 3. September 2026.</ref>) war ein Schweizer Architekt.

Datei:Montalinschulhaus, Chur.jpg
In seiner Frühphase plante und realisierte Brosi mehrere Schulbauten im Stil der Nachkriegsmoderne. Hier das Montalinschulhaus, Chur.<ref>Geschäftsbericht des Stadtrates 2011. Stadt Chur, S. 93, abgerufen am 3. September 2026.</ref>

Werdegang[Bearbeiten]

Richard Brosi schloss sein Architekturstudium 1958 an der ETH Zürich ab. Nach Praktika bei Otto Glaus und Jakob Zweifel arbeitete er 1959 für ein Jahr in Rotterdam. Anschliessend eröffnete er ein eigenes Architekturbüro und beteiligte sich erfolgreich an zahlreichen Wettbewerben, insbesondere im Schulbau in Graubünden. Nach seinen Plänen entstanden unter anderem die Schulen im Averstal (1965), in Pany und Compatsch (1968) sowie in Santa Maria Val Müstair (1972).<ref>Staatsarchiv Graubünden: Nachlass Architekt Richard Brosi (1931–2009), Chur, Bestand XXI L, Abschnitt «Administrative / biographical history».</ref>

Einen weiteren Schwerpunkt seines Schaffens bildeten Bauten für die PTT in Chur, die teilweise in Zusammenarbeit mit Robert Obrist entstanden. Zu den bekanntesten Arbeiten aus diesem Zusammenhang zählt das 1983 fertiggestellte Betriebs- und Verwaltungsgebäude für die PTT, die sogenannte «Blaue Post». Zum selben Tätigkeitsfeld gehört die markante Überdachung der PTT-Postautostation beim Bahnhof Chur, die Brosi und Obrist gemeinsam mit dem Tragwerksplaner Peter Rice entwickelte. Überdachung der Postautostation. Das 1991/92 entstandene Bauwerk wurde 1994 mit der «Auszeichnung guter Bauten im Kanton Graubünden» gewürdigt.<ref>Auszeichnung guter Bauten im Kanton Graubünden. In: Schweizer Ingenieur und Architekt. Band 112, Nr. 48, 24. November 1994, S. 1014–1018.</ref> Beide Bauten zählen zu den prominentesten Beispielen von Brosis Architektur in Chur.<ref>«Blaue Post» in Chur – denkmalpflegerischer Umgang gefragt. Bund Schweizer Architektinnen und Architekten, SIA Graubünden, Schweizerischer Werkbund und Bündner Heimatschutz, 8. September 2022, abgerufen am 3. September 2026.</ref>

Zu den Architekten, die zeitweise in Brosis Büro arbeiteten, gehörte von 1977 bis 1979 auch der Schweizer Architekt, Maler und Bildhauer Gioni Signorell.

Werk[Bearbeiten]

Datei:Chur Busbahnhof ext 2015 wide.jpg
PTT-Postautodeck, Chur. Für die Tragkonstruktion zeigte sich Peter Rice verantwortlich, der auch an der Tragwerksplanung des Sydney Opera House beteiligt war.<ref>Postautohalle Busbahnhof Chur. In: Architekturbibliothek. Abgerufen am 3. September 2026.</ref>

Brosis Architektur ist der Bündner Nachkriegsmoderne zuzuordnen. Sein Werk ist von funktionaler Klarheit, einem ausgeprägten Interesse an Konstruktion und Material sowie, insbesondere in seinen späteren Bauten, von technisch-expressiven Elementen geprägt (siehe High-Tech-Architektur). Als eines seiner Schlüsselwerke gilt das 1983 fertiggestellte PTT-Betriebs- und Verwaltungsgebäude («Blaue Post») in Chur.<ref>Die Blaue Post in Chur – baukulturelle, ökologische und ökonomische Vorteile des Fassadenerhalts. In: S AM Schweizerisches Architekturmuseum. 17. Januar 2023, abgerufen am 2. September 2026.</ref>

Brosi orientierte sich auch an internationalen Entwicklungen in Architektur, Kunst und Design. Insbesondere Italien und die Künstler- und Designgruppe Memphis dienten ihm als Inspirationsquellen.<ref>Daniel A. Walser: Alpinbau – Architektur des Aufbruchs in Graubünden. In: Architektur+Technik. 13. Dezember 2018, abgerufen am 2. September 2026.</ref>

Kulturelles Engagement[Bearbeiten]

Neben seiner Tätigkeit als Architekt engagierte sich Brosi gemeinsam mit seiner Frau Liliana im Churer Kulturleben. 1975 eröffneten sie in der Rabengasse die Galerie Studio 10.<ref>Galerien in Chur. In: Bündner Jahrbuch. 2006, abgerufen am 2. September 2026.</ref> In der Rabengasse betrieben sie zudem das Kulturzentrum Pestalozza, das Brosi 1981 umbaute. Dort fanden regelmässig Vorträge und Ausstellungen statt, darunter auch Veranstaltungen zu architektonischen Themen.<ref>Daniel A. Walser: Alpinbau – Architektur des Aufbruchs in Graubünden. In: Architektur+Technik. 13. Dezember 2018, abgerufen am 2. September 2026.</ref> Brosi präsidierte zudem seit 1998 die Mario- und Hélène-Comensoli-Stiftung, welche den künstlerischen Nachlass des Schweizer Malers Mario Comensoli (1922–1993) und dessen Ehefrau verwaltet. Brosi hatte Comensoli während seiner Studienzeit in Zürich kennengelernt und war freundschaftlich mit dessen Familie verbunden.<ref name=":0" />

Bauten (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ursula Riederer: Richard Brosi. In: Isabelle Rucki und Dorothee Huber (Hrsg.): Architektenlexikon der Schweiz – 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5261-2, S. 98.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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