Richard Jansen
Richard Jansen (* 1. Februar 1878 in Elsdorf (Rheinland); † 6. Dezember 1941 in Quelkhorn) war ein deutscher Architekt.
Biografie[Bearbeiten]
Richard Jansen wurde als Sohn des Portiers Stefan Jansen in Elsdorf geboren. Er heiratete am 5. Mai 1906 in Bremen Francis Marianne Helene Irma Meyer (1882–1932). Mit ihr hatte er zwei Söhne und eine Tochter. Privat wohnte Jansen in Bremen – Horn-Lehe, Leher Heerstraße 4. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er 1936 in zweiter Ehe Margarethe Sonnemann.
Jansen erlernte das Maurerhandwerk bei seinem Bruder Joseph, der Architekt und Bauunternehmer in Köln war. 1895–1898 besuchte er die Baugewerkschule Holzminden. Nach Ableistung des Militärdienstes als Einjährig-Freiwilliger und praktischer Tätigkeit als Bauführer und Zeichner in Dortmund und Mannheim trat er 1901 als Mitarbeiter in das Architektenbüro von Friedrich Wellermann und Paul Frölich in Bremen ein. 1905 schloss sich Jansen mit dem Architekten Victor (Franzisco Gilbert) Meeussen zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, die bis zum 1. Juli 1919 bestand. Das Büro von Jansen & Meeussen befand sich bis 1921 in dem von ihnen entworfenen Geschäftshaus Harms Am Wall 158/160, von 1922 bis 1928 nur noch unter dem Namen Richard Jansen. Vor dem Ersten Weltkrieg entstanden eine Reihe prägnanter Geschäftshäuser nach Entwurf von Jansen & Meeussen, nach der beruflichen Trennung war Jansens größter Erfolg der 2. Preis und die Ausführung des Volkshauses an der Nordstraße (heute Hans-Böckler-Straße) 1926–1928. 1929 zog sein Büro um in das Geschäftshaus Wachtstraße 27–28, für das er gerade einen Erweiterungsbau errichtet hatte. Am 1. Oktober 1938 gab er seinen Beruf krankheitshalber auf und zog nach Quelkhorn.
Werke[Bearbeiten]
(D) = Erhalten und unter Denkmalschutz
Bis zum 1. Juli 1919, mit Victor Meeussen[Bearbeiten]
- 1906 Haus Edm. Meyer, Schwachhauser Heerstraße 69
- 1909 (vor): Geschäftshaus Friedrich Haake (Tapeten, Teppich- und Möbelstoffe), Obernstraße 17/19 (zerstört)<ref>Die Architektur des XX. Jahrhunderts, 9. Jahrgang 1909, Heft 1, S. 5, Taf. 8.</ref>
- 1909 (vor): Haus Suhren, Osterdeich 70a (abgebrochen)<ref>Karl Schaefer: Neues aus Bremen. In: Deutsche Kunst und Dekoration, 24. Jahrgang 1909, S. 30, 32–37, 42–43, 46 (Digitalisat)</ref>
- 1909 (vor): Familiengrab (Mausoleum) für Familie Fritz Dubbers auf dem Riensberger Friedhof (ehem. AA 395/396/397/398; zwischen 1938 und 1942 abgebrochen)<ref>Karl Schaefer: Neues aus Bremen. In: Deutsche Kunst und Dekoration, 24. Jahrgang 1909, S. 50. (Digitalisat)</ref>
- 1909: Grabstein in der Ausstellung für Friedhofskunst in Bremen<ref>Carl Zetzsche: Ausstellung für Friedhofskunst in Bremen. In: Architektonische Rundschau, 25. Jahrgang 1909, Heft 10, S. 80.</ref>
- 1909–1911: Fruchthof Breitenweg (zerstört)<ref name="Bremen und seine Bauten" /><ref name="Bremische Biographie" />
- 1910: Landhaus Lindenweg 1 in Bremen-Oberneuland<ref>Denkmaltopographie Oberneuland 1984, S. 40</ref>
- 1910: Reihenhäuser Agonnenstraße 5/7 (ehem. Lothringer Straße)
- um 1910: Villen Kurfürstenallee 3, Ecke Lothringer Straße
- 1911: Geschäftshaus Harms, Am Wall 158–160 (1915–1928 mit Büro der Architekten; im Mai 2015 durch Brandstiftung zerstört)<ref name="Bremen und seine Bauten" /><ref name="Bremische Biographie" />
- 1911: Wettbewerbsentwurf (Kennwort „Bremen best“) für die Kaiserbrücke in Bremen (zusammen mit der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG, Werk Gustavsburg, und der Bauunternehmung Philipp Holzmann & Cie., Frankfurt am Main; prämiert mit einem von zwei 3. Preisen)<ref>Fritz Eiselen: Vom Wettbewerb um die Kaiser-Brücke in Bremen. (Fortsetzung) In: Deutsche Bauzeitung, 45. Jahrgang 1911, Beilage für Wettbewerbe zu Nr. 22 (vom 18. März 1911), S. 185–187.</ref>
- 1912–1913: Geschäftshaus Hinrichs & Bollweg, Wachtstraße 27–28, Erweiterung 1928–1929 (ab 1928 Büro des Architekten; zerstört)<ref name="Bremische Biographie" />
- 1914–1915: Reihenhäuser Lothringer Straße 47/49
- 1915: Reihenhäuser Argonnenstraße 9/11 (ehem. Lothringer Straße)
- 1917: Wettbewerbsentwurf für den Neubau der Kunstgewerbeschule in Bremen (prämiert mit dem 2. Preis)<ref>Deutsche Konkurrenzen, 33. Jahrgang 1917, Nr. 389, S. 1–32.</ref><ref>Das Schulhaus, 20. Jahrgang 1918, Nr. 10, S. 259–268.</ref>
- o. J.: Baumwollschuppen für J. H. Bachmann (erhalten?)<ref name="Bremische Biographie" />
- o. J.: Hartmannshof in Rockwinkel (erhalten?)<ref name="Bremische Biographie" />
Nach der Trennung von Victor Meeussen[Bearbeiten]
- 1914/1918: Krieger-Erholungsheim in Graudenz (erhalten?)<ref name="Bremische Biographie" />
- 1927 (vor): Einfamilienhaus M. (erhalten?)<ref>Lassen, Hans: Der Wohnhausbau, in: Deutsches Bauwesen 3 (1927) 12, Sonderheft Bremen, S. 302</ref>
- 1927: Haus Rempel, Alteneichen 28, Bremen Horn-Lehe
- 1926–1928: Volkshaus an der Nordstraße (D)<ref name="Bremische Biographie" />
- 1933–34: Polizeiwache 13, Schwachhauser Heerstraße 199 (Abbruch 1989 für eine Zweigstelle der Deutschen Bank)<ref name="Bremische Biographie" />
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Carl Thalenhorst: Jansen, Richard, Architekt. In: Historische Gesellschaft Bremen, Staatsarchiv Bremen (Hrsg.): Bremische Biographie 1912–1962. Hauschild, Bremen 1969, S. 269.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Bremen und seine Bauten">Thalenhorst, Carl (Hrsg.): Bremen und seine Bauten 1900-1951. Carl Schünemann Verlag, Bremen 1969. </ref> <ref name="Bremische Biographie">Historische Gesellschaft Bremen (Hrsg.): Bremische Biographie 1912–1962. Hauschild, Bremen 1952, S. 269. </ref> </references>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jansen, Richard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 1. Februar 1878 |
| GEBURTSORT | Elsdorf (Rheinland) |
| STERBEDATUM | 6. Dezember 1941 |
| STERBEORT | Quelkhorn |