Zum Inhalt springen

Richard Jelinek

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Richard Jelinek (* 12. März 1914 in Wien; † 6. Februar 2010) war ein österreichischer Bauingenieur und ab 1954 Professor für Grundbau und Bodenmechanik an der Technischen Hochschule München.

Jelinek besuchte in Wien die Oberrealschule. Er studierte anschließend Bauingenieurwesen an der Technischen Hochule Wien noch bei Karl von Terzaghi und war dessen Assistent. 1938 bestand er die 2. Staatsprüfung. Er wurde bei 1943 bei von Terzaghis Nachfolger O. K. Fröhlich in Wien mit einer theoretischen Arbeit zum Dr.-Ing. promoviert. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er ab 1944 am Erdbauinstitut der TH München, wurde dort 1948 Betriebsleiter und hatte an der TH einen Lehrauftrag für Bodenmechanik, ab 1954 als ordentlicher Professor für Grundbau und Bodenmechanik. Er machte das Geotechnik Institut der TH München zu einem der größten in Deutschland und bildete zahlreiche Ingenieure im süddeutschen Raum aus, darunter rund 20 Doktoranden. 1979 ging er offiziell in den Ruhestand, leitete das Institut aber noch bis zur Übergabe an seinen Nachfolger Rudolf Floss 1980.

Er beschäftigte sich mit theoretischer Bodenmechanik und war Übersetzer und Bearbeiter der Monographie Theoretische Bodenmechanik von Karl von Terzaghi. Weiter befasste er sich unter anderem mit Baugrundverbesserung, Verpressankern (mit Helmut Ostermayer, der bei ihm 1976 promoviert wurde)<ref>Jelinek, Helmut Ostermayer: Verpreßanker in Böden, Bauingenieur 1976, S. 109</ref> und verankerten Stützwänden.<ref>Richard Jelinek, Helmut Ostermayer: Zur Berechnung von Fangedämmen und verankerten Stützwänden. In: Bautechnik. 1967, Heft 5, S. 167 und 203.</ref>

Richard Jelinek, Sohn einer geborenen Studnicka und des Rechnungsrats Franz Jelinek, befasste sich auch mit dem Schiefen Turm von Pisa und empfahl schon 1960 das Aufbringen von Oberflächenlasten, was in den 1990er Jahren umgesetzt wurde.<ref>Sadgorski: Die Teilaufrichtung des Schiefen Turms aus Pisa – nach einer Idee aus München? In: Bautechnik. 1997, Heft 7, S. 471.</ref> Jelinek empfahl damals etwa das Zehnfache der schließlich 1993 aufgebrachten 600 t. Mit den Maßnahmen konnte 1994 die Neigungszunahme tatsächlich gestoppt werden.

Im Jahr 1977 wurde er zum Baurat ehrenhalber ernennt. Er war Mitglied der Forschungsgesellschaft für Straßenwesen und der Deutschen Gesellschaft für Erd- und Grundbau, der Schweizer Gesellschaft für Bodenmechanik und der Internationalen Gesellschaft für Boden- und Felsmechanik.

Richard Jelinik war katholisch, ab 1939 in erster Ehe verheiratet mit Ilse Jelink, geborener Hofmann († 1965), und hatte mit ihr die drei Kinder Monika-Maria, Verena-Renate und Michael-Richard. 1966 heiratete er Heide Gebauer, mit der er die Kinder Elisabeth-Stefanie und Susanne-Sophie hatte.

Schriften[Bearbeiten]

  • mit Terzaghi: Theoretische Bodenmechanik. Springer, Berlin 1954.
  • Eigenschaften des Bodens. In: Grundbau-Taschenbuch. 1955; 2. Auflage 1966.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein