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Richowo

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Richowo, auch Richgowo (* im 9. Jahrhundert; † 7. September 949), war von etwa 914 bis zum Jahre 949 Bischof von Worms.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Die Herkunft und familiäre Abstammung von Bischof Richowo sind unbestimmt.<ref>Johannes Simon: Stand und Herkunft der oberrheinischen Bischöfe der Mainzer Kirchenprovinz im Mittelalter. Hofbuchdruckerei, Weimar 1908, S. 18.</ref> Als Todestag seines bischöflichen Vorgängers Dietlach (Thietlach) ist der 18. Juli 914 überliefert, weshalb man Richowos Amtsübernahme in diesem Jahr ansetzt; ein gesichertes Datum dazu gibt es nicht. Der Wormser Chronist Friedrich Zorn (1538–1610) nennt Abt Liuther von Lorsch als unterlegenen Gegenkandidaten bei der Wahl zum Bischof.<ref name="zorn">Friedrich Zorn: Wormser Chronik (= Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart. 43). Mit den Zusätzen von Franz Berthold von Flersheim herausgegeben von Wilhelm Arnold. Litterarischer Verein, Stuttgart 1857, S. 33.</ref>

Im Herbst 916 nahm Richowo von Worms an der Bischofssynode von Hohenaltheim teil. Dort erhielt er vom päpstlichen Legaten Petrus von Orte den Auftrag, Nachforschungen über die Blendung des Bischofs Einhard I. von Speyer anzustellen und dem Papst darüber brieflich zu berichten. Einhard war 913 unter ungeklärten Umständen verstümmelt und gewaltsam zu Tode gebracht worden.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Webportal Regesta Imperii, Synodalakten von Hohenaltheim (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive). Abgerufen am 1. April 2024.</ref> Das Ergebnis der Ermittlungen ist nicht bekannt.

Richowo stand bei den Ostfrankenkönigen Heinrich I. und Otto I. in hohem Ansehen. Von seiner Teilnahme an der Reichsversammlung in Worms 926 ist auszugehen, auch wenn die wenigen aus dieser Zeit erhaltenen Urkunden ihn nicht ausdrücklich nennen. Bei den Ungarneinfällen ins Wormser Gebiet, 933 und 938, habe er sich besonders um das Land und seine Bewohner gekümmert.<ref>Joseph Hirschel: Worms. In: Heinrich Joseph Wetzer, Benedikt Welte (Hrsg.): Kirchen-Lexikon oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hilfswissenschaften. Band 11, Abtheilung 2: Wiedervergeltung – Zwingli. Herder, Freiburg (Breisgau) 1854, S. 1146–1156, hier S. 1149.</ref>

Durch Otto I. erhielt er 942, mit Zustimmung Herzogs Konrad des Roten, aus dessen Besitz, Güterschenkungen für sein Bistum;<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/regesta-imperii.digitale-sammlungen.deUrkundenregest vom 22. Oktober 942 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2024. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref> am 14. Januar 947, in Frankfurt am Main, die Bestätigung von Zollrechten.<ref>Wilhelm Wiegand: Zur Geschichte der Wormser Erzbischöfe und Bischöfe vom Jahre 336 bis 1817, aus handschriftlichen Urkunden. Heft 1. Daniel Schmidt, Worms 1855, S. 11.</ref><ref>@1@2Vorlage:Toter Link/regesta-imperii.digitale-sammlungen.deUrkundenregest vom 14. Januar 947 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2024. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref> Am nächsten Tag trat der Bischof auch als Zeuge in einer Frankfurter Urkunde des Königs auf.<ref>Urkundenregest im Portal Regesta Imperii</ref> Ebenso wird Richowo von Worms bei einer großen Schenkung Herzog Konrads des Roten, an Bischof Reginbald I. von Speyer, 946 als Zeuge erwähnt.<ref>Georg Rau: Die Regiments-Verfassung der freien Reichsstadt Speier, in ihrer geschichtlichen Entwickelung urkundlich geschildert. Abtheilung 1: Von den frühesten Zeiten bis zur Einführung des Zunftregiments im J. 1349. Kranzbühler, Speier 1844, Digitalisat.</ref>

Im Sommer 948 erscheint er als Teilnehmer der Universalsynode von Ingelheim.

Richowo von Worms starb am 7. September 949 und in Friedrich Zorns Wormser Chronik ist eine lateinische Grabinschrift überliefert.<ref name="zorn" /><ref>Rüdiger Fuchs: Die Inschriften der Stadt Worms (= Die Deutschen Inschriften. Bd. 29 = Die Deutschen Inschriften. Mainzer Reihe. Bd. 2). Reichert, Wiesbaden 1991, ISBN 3-88226-498-5, (Ausschnittscan).</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedhelm Jürgensmeier (Hrsg.): Das Bistum Worms. Von der Römerzeit bis zur Auflösung 1801 (= Beiträge zur Mainzer Kirchengeschichte. Bd. 5). Echter, Würzburg 1997, ISBN 3-429-01876-5, S. 23.
  • Heinrich Boos: Geschichte der rheinischen Städtekultur von ihren Anfängen bis zur Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der Stadt Worms. Teil 1. Stargardt, Berlin 1897, 193 u. 223.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

VorgängerAmtNachfolger
ThietlachBischof von Worms
914–949
Hanno aus Hessen

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Heiliger Rupert (gest. 718) | ... | Ermbert | Bernhar | Fulko (Volkwin, Bolkwin) | Samuel von Worms | Gunzo | Adelhelm | Thietlach | Richowo | Hanno aus Hessen | Hildebold | Franko | Erpo | Razo | Burchard I. | Azecho | Adalgar | Arnold I. oder Arnulf | Adalbert I. von Rheinfelden | Adalbert II. | Winther (Gegenbischof) | Eppo (Gegenbischof) | Konrad (Gegenbischof) | Burchard II. | Konrad I. von Steinach | Konrad II. von Sternberg | Heinrich I. von Maastricht | Leopold II. von Schönfeld | Heinrich II. von Saarbrücken | Landolf von Hoheneck | Konrad III. von Dürkheim | Richard von Daun

(Nachfolger: Raugraf Eberhard I.)

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