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Ringier Bildarchiv

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Datei:BAAG-StAAG Frauen arbeiten an der Ausstaffierung von neuen Kinderwagen in der Wisa Gloria Lenzburg-1941 RBA1-1-8700 1.tiff
Frauen arbeiten an der Ausstaffierung von neuen Kinderwagen in der Wisa Gloria Lenzburg (Hermann Schmidli, Januar 1941)

Das Ringier Bildarchiv (RBA) ist mit rund 6–7 Millionen Pressebildern das grösste Fotoarchiv der Schweiz in öffentlicher Hand. Es wird im Staatsarchiv Aargau aufbewahrt. Zeitlich erstreckt sich das Archiv von den 1930er Jahren bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Es umfasst den gesamten analogen Bildbestand des aargauischen Medienunternehmens Ringier AG sowie fotografische Nachlässe von Ringier-Fotografinnen und -Fotografen. Das RBA ging 2009 in den Besitz des Kantons Aargau über.

Inhaltliche Schwerpunkte[Bearbeiten]

Datei:BAAG-StAAG Die beiden Spielführerinnen Sheila Parker (l.) und Madeleine Boll (r.) beim Handshake vor dem Spiel Schweiz - England in Basel-1975 RBA14-7500390 1.tif
Die beiden Spielführerinnen Sheila Parker (l.) und Madeleine Boll (r.) beim Handshake vor dem Spiel Schweiz – England in Basel (Siegfried Kuhn, 1975)

Das Ringier Bildarchiv umfasst 21 verschiedene Bestände, deren Grösse zwischen 3'300 (Cash) und ca. 1,8 Mio. Fotos (ATP/RiBiDi) schwankt. Die Bestände setzen sich aus den fünf Bestandstypen Agenturbestände, Reportagebestände, Publikationsarchive, Redaktionsarchive und Fotografenbestände zusammen.

  • Die Agentur- und Reportagebestände des Ringier Bildarchivs dokumentieren eine lange Zeitspanne der Schweizer Pressefotografie und geben Aufschluss über die Arbeitsweisen mehrerer Fotoagenturen und der von ihnen beschäftigten Fotografinnen und Fotografen. Inhaltlich dokumentieren sie die Schweizer Geschichte in all ihren Facetten. Internationale Themen sind ebenfalls vertreten.
  • Die beiden Publikationsarchive Blick und Cash enthalten alle Aufnahmen, die speziell für diese Publikationen angefertigt wurden. Sie zeichnen sich daher durch eine starke Bindung zu diesen Publikationen aus.
  • Die Redaktionsarchive versammeln Abzüge aus den Negativbeständen sowie zahlreiche eingekaufte Fotoabzüge von anderen Agenturen und freien Fotografen.
  • Von ausgewählten Fotografen, die für Ringier gearbeitet haben, finden sich Teile ihrer Werke im Ringier Bildarchiv. Sie dokumentieren in besonderer Weise deren Arbeitsweise und ergänzen das Archiv.

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:BAAG-StAAG Fichenaffäre Demo gegen "Schnüffelstaat" in Bern mit brennenden, umgekippten Autos in der Bundesgasse-1990 RBA13-RC05717-3 52.tif
Fichenaffäre Demo gegen "Schnüffelstaat" in Bern mit brennenden, umgekippten Autos in der Bundesgasse (Laslo Irmes, 3. März 1990)

Die Geschichte des Ringier Verlags und des Ringier Bildarchivs zeigt exemplarisch die Entwicklung der Schweizer Bildwirtschaft im 20. Jahrhundert auf. Es ist eine Geschichte des Aufstiegs, der technischen Umwälzungen und wirtschaftlichen Interessen, die dazu geführt haben, dass aus einem Gebrauchsarchiv ein historisches Archiv wird. Das Archiv der Ringier Dokumentation Bild (RDB) entstand im Zusammenhang mit der verlegerischen Tätigkeit des Zofinger Medienunternehmens Ringier. Die Geschichte des Ringier Verlags geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1833 legte Johann Rudolf Ringier (1797–1879) mit der Gründung seiner Druckerei in Zofingen den Grundstein für die Entwicklung des Ringier-Verlags. Innert weniger Jahre baute die Druckerei eine regionale Vormachtstellung auf. Mit etwa sieben Millionen Bildern aus dem Zeitraum zwischen 1935 und 2000 ist es das grösste fotografische Bildarchiv der Schweiz in öffentlicher Hand. Neben dem eigentlichen Ringier-Bildbestand, der insbesondere im Zusammenhang mit den hauseigenen Zeitschriften und Zeitungen entstand, beherbergt die RDB zwei weitere Agenturbestände. Der eine geht auf den Sportjournalisten Arnold Theodor Pfister zurück, der 1937 den ATP Bilderdienst als eine der ersten Fotoagenturen der Schweiz ins Leben rief. Gleichzeitig mit dem Kauf des ATP-Archivs 1962 änderte der Ringier-Verlag, der bisher kein eigenes Bildarchiv gepflegt hatte, seine Strategie und begann, eine eigene Bildagentur aufzubauen. 1980 wurden die Bildarchive aus den verschiedenen Redaktionen zur Ringier Dokumentation Bild zusammengelegt. Das 1983 dazugekaufte Archiv der Omnia Reportagen ergänzte das junge Agenturarchiv mit Fotografien aus den zurückliegenden zwei Jahrzehnten.

Übernahme des Archivs[Bearbeiten]

Ende der 1990er Jahre wurde auf den Redaktionen die analoge Fotografie weitgehend durch die digitale Bildproduktion abgelöst. Aus diesem Grund entschloss sich Ringier das gesamte physische Archiv aufzugeben und fand im Staatsarchiv Aargau den gesuchten Partner. Dort wird der analoge Bildbestand für die Nachwelt erhalten, der Forschung und Kultur nach Möglichkeiten zur Verfügung gestellt und in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Aarau einem breiten Publikum vermittelt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Nora Mathys: Sicherung und Evaluation. Das Ringier-Bildarchiv im Staatsarchiv Aargau. In: Rundbrief Fotografie 1 (2010). S. 17–18.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ringier Bildarchiv – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 23′ 40,4″ N, 8° 3′ 4,8″ O; CH1903: 646257 / 249483

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