Rittleben
Rittleben Flecken Apenburg-Winterfeld
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(54)&title=Rittleben 52° 42′ N, 11° 11′ O
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| Höhe: | 42 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 2,01 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 54 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 27 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 30. September 1928 | |||||
| Eingemeindet nach: | Siedentramm | |||||
| Postleitzahl: | 38486 | |||||
| Vorwahl: | 039009 | |||||
Lage von Rittleben in Sachsen-Anhalt
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Rittleben ist ein Ortsteil der Gemeinde Flecken Apenburg-Winterfeld im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie[Bearbeiten]
Das Dorf Rittleben liegt etwa 18 Kilometer südlich der Kreisstadt Salzwedel und zwei Kilometer südwestlich von Apenburg in der Altmark. Östlich des Dorfes fließt die Purnitz, westlich des Ortes liegt der Rittlebener Forst.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Mittelalter bis Neuzeit[Bearbeiten]
Die erste urkundliche Erwähnung von Rittleben stammt aus dem Jahre 1351, als Markgraf Ludwig die von der Schulenburg mit Rütleve und Apenburg belehnte,<ref name="Riedel-5, S. 327" /> als Dank für deren Beistand gegen den „Falschen Waldemar“. Am 13. Dezember 1363 wurde Rittleben zuletzt als Dorf in den Lehensbriefen genannt. Wahrscheinlich war es zur Zeit der Teilung der sogenannten Schulzenhöfe zwischen der schwarzen und der weißen Linie der Schulenburgs am 21. Dezember 1444 bereits wüst.<ref name="Apenburg aktuell 2000-3" />
Die gesamte Feldmark war das Eigentum derer von der Schulenburg. Aus Rittleben wurde nach und nach ein Rittergut.<ref name="Apenburg aktuell 2000-3" /> Als solches wurde es erstmals am 17. Dezember 1617 erwähnt, weil Henning III. es zur Deckung der väterlichen Schulden an Lippold I. (schwarze Linie des Adelsgeschlechts) für 19 Tausend Reichstaler verkaufte.<ref name="LHASA 742196" /> Am 27. Februar 1710 erhielt Levin Dietrich das Gut. Dietrich erbaute 1714 das jetzt noch als Ruine vorhandene Wohnhaus als Herrenhaus.<ref name="Apenburg aktuell 2000-3" />
Ab 1811 kam das Gut Rittleben in die Hand des schwarzen Zweiges des Adelsgeschlechts Schulenburg-Priemern, auch „Lieberoser Linie“ genannt. Wilhelm von der Schulenburg reduzierte den Besitz auf zwei Güter: die Propstei Salzwedel mit den Gütern Groß Apenburg und Rittleben, sowie den Apenburger Hof und den Lieberoser Hof in Beetzendorf mit Gut Ahlum. Im Jahre 1877 fügte er beide in einem Fideikommiss zusammen, der als Rittergut Beetzendorf II bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 in Familienhand blieb.<ref name="Apenburg aktuell 2000-3" />
Das Gut war sehr klein. Zuletzt bewirtschaftete Fritz Hockemeyer das Gut Rittleben. Er wurde 1945 von amerikanischen Besatzern erschossen.<ref name="Apenburg aktuell 2000-3" />
Bei der Durchführung der Bodenreform im Jahre 1945 wurde ein Forstgut Rittleben zu Groß Apenburg aufgeführt.<ref name="LHASA 101675" />
Am 1. Februar 1956 gründeten fünf Bauern die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „Eintracht“ Rittleben. Bis 1960 traten mehr oder weniger freiwillig nach und nach alle anderen Bauern dieser Genossenschaft bei, die 1960 mit den LPGen Apenburg und Apenburg–Nord zur LPG „V. Parteitag“ vereinigt wurde.<ref name="Apenburg aktuell 2000-3" />
Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]
Heinrich Sültmann erkennt in den Namen 1351 Rütleve, 1444 ruttleven den alten deutschen Personennamen „Hrodio, Ruod, Rutt“. Der Ort heißt demnach „Ruodserbe“.<ref name="Sültmann 1931" />
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Ursprünglich gehörte das Gut zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 bis 1813 lag es im Kanton Groß Apenburg auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam das Gut 1816 zum Kreis Salzwedel, dem späteren Landkreis Salzwedel.<ref name="HOB-12" />
1871 gehörte das Rittergut Rittleben zum Gutsbezirk Groß Apenburg.<ref name="Gemeidelex-1873" /> 1895 wurde es als eigenständiger Gutsbezirk aufgeführt.<ref name="Gemeidelex-1895" />
Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Rittleben mit der Landgemeinde Siedentramm vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg" /> Nach der wirtschaftlichen Vereinigung der LPGen im Jahre 1960 wurde der Ortsteil Rittleben auch verwaltungsmäßig an die Gemeinde Apenburg angegliedert.<ref name="Apenburg aktuell 2000-3" /> Der Historiker Peter P. Rohrlach führt an, dass Rittleben allerdings erst 1973 „als Ortsteil nach Apenburg eingemeindet“ wurde.<ref name="HOB-12" />
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1905:<ref name="HOB-12" />
Religion[Bearbeiten]
Die evangelischen Christen aus Rittleben gehören zur Kirchengemeinde Apenburg, die früher zur Pfarrei Groß-Apenburg gehörte,<ref name="Almanach1903" /> und heute betreut wird vom Pfarrbereich Apenburg des Kirchenkreises Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Südlich von Rittleben im Wald steht der Jägerstein, ein Sühnekreuz, unweit einer alten Handelsstraße in der Nähe des nördlichen Waldrandes etwa 100 Meter westlich der Straße nach Klötze. Die noch erkennbare Inschrift deutet darauf hin, dass an dieser Stelle am 16. Februar 1693 ein gräflich-schulenburgischer Jäger, möglicherweise durch einen Wilderer, erschossen oder erschlagen wurde. Der Mörder wurde in Braunschweig aufs Rad geflochten und enthauptet.<ref>Lothar Mittag: Flurdenkmale. Rittleben, Ortsteil von Apenburg. In: suehnekreuz.de. 2006, abgerufen am 30. April 2023.</ref>
Wirtschaft[Bearbeiten]
Das Altmärkische Kraftfutterwerk Rittleben produziert seit 1990 Rinder-, Schweine-, Kleintier- und Mineralfutter.<ref>Altmärkische Kraftfutterwerk Rittleben GmbH: Portrait. Abgerufen am 30. März 2023.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks[Bearbeiten]
- Rittleben. Flecken Apenburg-Winterfeld
- Rittleben im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="AB-RB-Magdeburg">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 216.</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Apenburg aktuell 2000-3">Rittleben gestern und heute. In: Flecken Apenburg (Hrsg.): Apenburg aktuell. 3. Ausgabe, Mai 2000, S. 8–9 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.apenburg.de ( vom 1. Januar 2018 im Internet Archive) [PDF]).</ref>
<ref name="EW-2018">Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.</ref>
<ref name="EW-2021">Anke Pelczarski: Nur Wallstawe und Jübar legen zu. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 15. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2022">Anke Pelczarski: Wenn die Männer das Sagen haben. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 14. Januar 2023, DNB 1047268213, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2023">Anke Pelczarski: 65 Geburten und 190 Sterbefälle. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 17. Januar 2024, DNB 1047268213, S. 15.</ref>
<ref name="Gemeidelex-1873">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1871</ref>
<ref name="Gemeidelex-1895">Königlich Preußisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. 7: Gemeindelexikon für die Provinz Sachsen, 1909, S. 20–21, Nr. 204 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Hauptsatzung">Flecken Apenburg-Winterfeld (Hrsg.): Hauptsatzung Flecken Apenburg-Winterfeld. 2. Juli 2019 (beetzendorf-diesdorf.de [PDF; 100 kB; abgerufen am 29. April 2023]).</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="LHASA 742196">Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gutsarchiv Beetzendorf II (Apenburger Hof) 1402 – 1958. (sachsen-anhalt.de).</ref>
<ref name="LHASA 101675">Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Kreisverwaltung Salzwedel (Hrsg.): K 13 Salzwedel, Nr. 246 Abrechnungsformulare über den Stand der Bodenreform am 10. Jan. 1946 in den Gemeinden Ahlum, Groß Apenburg einschließlich Forstgut Rittleben, Siedentramm und Wiewohl, 1946 (Akte). 1946 (sachsen-anhalt.de).</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Apenburg. Abgerufen am 14. April 2018.</ref>
<ref name="Riedel-5, S. 327">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Sültmann 1931">Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Salzwedel (= Wochenblatt-Schriften. Folge IX.). 1931, DNB 362852693, S. 24.</ref> </references>
Vorlage:Klappleiste/Anfang Altensalzwedel | Apenburg | Baars | Hagen | Klein Apenburg | Quadendambeck | Recklingen | Rittleben | Saalfeld | Winterfeld Vorlage:Klappleiste/Ende
