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Rocca Silvana

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Rocca Silvana
Datei:RoccaSilvanaCastellAzzara1.JPG
Die Burg Rocca Silvana

Die Burg Rocca Silvana

Alternativname(n) Rocca Selvena, Roccaccia Selvena
Staat Italien
Ort bei Selvena, Gemeinde Castell’Azzara
Entstehungszeit 9. Jahrhundert
Geographische Lage 42° 45′ N, 11° 38′ OKoordinaten: 42° 45′ 20,5″ N, 11° 38′ 1,4″ O
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Höhenlage 573 m s.l.m.
Rocca Silvana (Toskana)
Rocca Silvana (Toskana)
Datei:RoccaSilvanaCastellAzzara3.JPG
Panorama der Rocca Silvana

Die Burg Rocca Silvana, auch Rocca Selvena oder Roccaccia Selvena<ref name="Castelli Toscani">Castelli Toscani</ref> genannt, ist eine Befestigungsanlage in Castell’Azzara.

Lage[Bearbeiten]

Die Rocca Silvana liegt 2 km südwestlich unterhalb und nahe Selvena, einem Ortsteil von Castell’Azzara, Provinz Grosseto, Region Toskana in Italien. Die Burg liegt bei 573 m<ref>Roccaccia di Selvena bei I Luoghi della ricerca, Uni Siena</ref> ca. 3 km östlich des Flusses Fiora und am Berg Monte Civitella (1107 m) südlich des Monte Amiata. Im Tal direkt unterhalb der Rocca fließt der Fosso della Canala.<ref name="ipogeo">Regolamento urbanistico. (pdf) Gemeinde Castell’Azzara, abgerufen am 27. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort in den Dokumenten des Klosters San Salvatore di Monte Amiata aus dem Jahr 883<ref name="Felicia Rotundo/Bruno Santi">Felicia Rotundo/Bruno Santi</ref> unter dem Namen Silbina.<ref name="Roberto Farinelli/Riccardo Francovich">Roberto Farinelli/Riccardo Francovich</ref> Zum Kloster gehörte der Ort bis ca. 1080,<ref name="unisi">Roccaccia di Selvena bei I Luoghi della ricerca</ref> danach übernahm die Familie der Aldobrandeschi die Burg. Ab dem 12. Jahrhundert begann ein erheblicher Bevölkerungszuwachs, der durch wirtschaftlichen Wohlstand ausgelöst wurde.<ref name="Roberto Farinelli/Riccardo Francovich" /> Zu dieser Zeit war der Ort wichtig für den Bergbau, da hier Cinnabarit gewonnen wurde.<ref name="Felicia Rotundo/Bruno Santi" /> Die Minen der Miniera del Morone lagen hierbei direkt westlich unter der Festung<ref name="ipogeo" /> bei 500 m.<ref>Morone Miniera. Parco Nazionale Museo delle Miniere dell’Amiata zu der Miniera del Morono, abgerufen am 27. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine weitere schriftliche Erwähnungen erhielt die Rocca am 22. Oktober 1208<ref name="Ippolito Corridori/Arturo Santioli">Ippolito Corridori/Arturo Santioli</ref> in dem Testament von Ildebrandino VIII (degli Aldobrandeschi), in dem er seiner Frau Adalasia die Burg vermacht, und 1216, als der Familienzweig sich teilte und die Rocca Silvana dem Zweig von Guglielmo zufiel. Aus dem Jahr 1223 sind die Orvietaner als Herrscher dokumentiert, der Ort fiel dann aber nach kurzer Zeit wieder an die Aldobrandeschi.<ref name="Roberto Farinelli/Riccardo Francovich" /> Im 13. Jahrhundert wurde die Burg mehrmals (1233<ref name="Felicia Rotundo/Bruno Santi" />, von Juni 1240 bis Juni 1241<ref name="Ippolito Corridori/Arturo Santioli" /> unter dem Feldherren Pandolfo di Fasanella<ref name="Roberto Farinelli/Riccardo Francovich" /> und 1250<ref name="Felicia Rotundo/Bruno Santi" />) von Friedrich II. belagert, konnte allerdings nicht eingenommen werden. Nach der Teilung der Familienzweige 1274 fiel die Burg dem Familienzweig der Aldobrandeschi aus Santa Fiora zu<ref name="Ippolito Corridori/Arturo Santioli" />, die den Ort nun ab einen der Hauptsitze der Familie nutzten und ihn weiter ausbauten. Die Aldobrandeschi hielten den Ort bis 1339, mussten sich dann aber unter Iacobo und Pietro (del fu Bonifazio<ref name="Ippolito Corridori/Arturo Santioli" />) Aldobrandeschi der Republik Siena unterwerfen. Diese Unterwerfung wurde fünf Jahre später von den 97 Einwohnern des Ortes per Schwur bestätigt.<ref name="Roberto Farinelli/Riccardo Francovich" /> Ab 1348 herrschten die Orsini, ab 1417 gehörte der Ort zur Grafschaft Pitigliano.<ref name="Felicia Rotundo/Bruno Santi" /> Weitere Konflikte um den Ort wurden von den Baschi aus Baschi bzw. Montemerano und den Orsini aus dem Zweig von Sovana ausgelöst. Nach der Heirat von Cecilia Aldobrandeschi mit Bosio Sforza 1439 ging der Ort in deren Besitz über. Eine letzte wichtige Rolle spielte die Burg im Konflikt von Siena mit Florenz, wobei letztere gewannen und den Ort im Herzogtum Toskana eingliederten. Im 17. Jahrhundert wurden verlor Silvana seinen militärischen Bezug, als die Anlagen in zivile Häuser umgewandelt wurden. Heute ist die Burg eine der wenigen unbewohnten Anlagen der Aldobrandeschi.<ref name="Roberto Farinelli/Riccardo Francovich" />

Aufbau[Bearbeiten]

Datei:RoccaSilvanaCastellAzzaraExPieveSNicolaBari.JPG
Die Ruinen der alten Pieve Chiesa di San Nicola di Bari

Die Burg bestand aus zwei Ringmauern, wobei die Äußere die bewohnten Häuser und die Innere den Palazzo feudale beschützte. Die Befestigungsanlage besaß zwei Türme, wobei der fünfeckige Turm (Ostturm) als Cassero diente.<ref name="Castelli Toscani" /> Die Türme entstanden im späten 11. oder frühen 12. Jahrhundert und waren wahrscheinlich mit einer Mauer verbunden. Der Ostturm wurde nach dem Angriff des Pandolfo di Fasanella 1241 erheblich ausgebaut.<ref name="Roberto Farinelli/Riccardo Francovich" />

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstand ein Gebäude, das in seinen Maßen mit dem des späteren Palazzo degli Aldobrandeschi übereinstimmt. Aus der gleichen Zeit stammt die Befestigungsmauer, die die Burg von den bewohnten Unterorten trennte. Die Burg selbst wurde nach der Teilung der Familienzweige der Aldobrandeschi 1274 von dem Zweig aus Santa Fiora erheblich umgestaltet. Das einstöckige Gebäude wurde in den Palazzo dei Aldobrandeschi transformiert und erweitert und das (einzige) Stadttor wurde errichtet. Die befestigten Unterorte (Borghi) Borgo Ovest (Westort) und Borgo Est (Ostort) entstanden ab dem Anfang des 13. Jahrhunderts, wobei zunächst der Borgo Ovest entstand und erst später der Borgo Est,.<ref name="Roberto Farinelli/Riccardo Francovich" /> und erreichten ihre maximale Ausdehnung am Anfang des 14. Jahrhunderts<ref name="unisi" />

Der Ort besaß zudem eine Kirche, die dem Nikolaus von Bari geweiht war (Chiesa di San Nicola di Bari) und im Borgho Est stand bzw. steht. Sie entstand 1238 auf Willen der Gräfin Tomasia (Tommasa Aldobrandeschi<ref name="Roberto Farinelli/Riccardo Francovich" />) und war Pieve bis ins 15. Jahrhundert. Die neue Pieve (Chiesa di San Nicola da Tolentino) wurde 1838 im Ort Selvena eingeweiht.<ref>Bruno Santi: I Luoghi della Fede. L’Amiata e la Val d’Orcia. Arnoldo Mondadori Editore, Mailand 1999, ISBN 88-04-46780-0</ref> Von der historischen Pieve sind nur noch heute sichtbare Mauerfragmente übrig geblieben.<ref name="Roberto Farinelli/Riccardo Francovich" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Ippolito Corridori/Arturo Santioli: L’Amiata. Edizioni Cantagalli, Siena 1987.
  • Roberto Farinelli/Riccardo Francovich: Rocca Silvana, in: Guida alla Maremma medievale. Itinerari di archeologia nella provincia di Grosseto, S. 75–84, Nuova Immagine Editrice, Siena 2000, ISBN 978-88-7145-170-1
  • Giuseppe Guerrini/Amministrazione Provinciale di Grosseto: Torri e Castelli della provincia di Grosseto. Nuova Immagine Edizioni, Siena 1999, ISBN 88-7145-154-6.
  • Felicia Rotundo/Bruno Santi: Castell’Azzara . In: Bruno Santi: Guida Storico-Artistica alla Maremma. Nuova Immagine Edizioni, Siena 1995, ISBN 88-7145-093-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Rocca Silvana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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