Rohrbeck (Iden)
Rohrbeck Gemeinde Iden
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(101)&title=Rohrbeck 52° 46′ N, 11° 53′ O
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| Höhe: | 25 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 5,52 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 101 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 18 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 20. Juli 1950 | |||||
| Postleitzahl: | 39606 | |||||
| Vorwahl: | 039390 | |||||
Lage von Rohrbeck in Sachsen-Anhalt
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Rohrbeck ist ein Ortsteil der Gemeinde Iden im Landkreis Stendal im Norden des Landes Sachsen-Anhalt.<ref name="OT-LSA-2013" />
Geographie[Bearbeiten]
Rohrbeck, ein durch Gutsbildung deformiertes Straßendorf,<ref name="HOB-12" /> liegt etwa zweieinhalb Kilometer südwestlich des Dorfes Iden an der Kreisstraße 1062. Östlich liegt das Waldgebiet Rohrbecker Holz. Westlich fließt der Hollandgraben Rohrbeck in die Cossitte, heute ein Graben.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nachbarorte sind Uchtenhagen im Westen, Königsmark und Wasmerslage im Nordwesten, Iden im Nordosten, Gethlingen im Südosten und Walsleben im Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Mittelalter bis Neuzeit[Bearbeiten]
Im Jahre 1204 wird ein Hermannus de Rorebeke in einer Urkunde als Zeuge genannt.<ref name="Krabbo Regesten-1" /> In einer anderen Urkundentranskription heißt er Hermannus de Rorbeck.<ref name="Riedel-2-1" /> Die erste Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahre 1344 als in deme dorpe tv hrorebeke, als der Knappe Hans von Vinzelberg beurkundete, dass ihm Geldhebungen im Dorf verkauft worden seien.<ref name="Riedel-17" /> Weitere Nennungen sind 1384 in deme dorpe Rorbeke,<ref name="Riedel-16" /> 1541 Rorbeck, 1687 Rohrbeck,<ref name="HOB-12" /> 1804 Dorf und zwei Güter Rohrbeck.<ref name="Bratring-1" />
Besitzverhältnisse[Bearbeiten]
Rohrbeck wurde zu einem Rittergut. Die Dort wohnenden Besitzer von vor 1464 an waren eine Familie von Rossow. Ab 1605 gehörte es den Woldeck von Arneburg.<ref name="HOB-12" />
1749 wurde das Gut geteilt: Der eine Gut blieb bis 1770 bei Woldeck von Arneburg. Er ging danach an die 6 Kinder des Obergerichtsrats Julius Ludwig Woldeck von Arneburg, 1779 an dessen Tochter Sophie Eleonore. In der Folge wechselte das Gute häufig den Besitz, bis es 1795 an die Gebrüder von Kröcher kam und wieder mit dem anderen Gut vereinigt wurde.<ref name="HOB-12" />
Das andere Gut war bis 1791 ebenfalls bei Woldeck von Arneburg, danach bis 1795 bei Carl von Sobbe, anschließend bis 1797 bei von Kröcher. Von 1797 bis nach 1865 ging das Gut in Besitz der Familie von Romberg, die es bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hielt. Vor 1872 bis 1877 war Albert Schütze Rittergutsbesitzer, 1878 bis 1925 Kommerzienrat Freise in Neustadt-Magdeburg, der spätere Besitzer des Rittergutes Iden. Bis 1945 blieb es in Besitz der Familie Rusche in Rohrbeck.<ref name="HOB-12" /><ref name="Wissen-1" />
Landwirtschaft[Bearbeiten]
Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: eine Besitzung über 100 Hektar hatte 339 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, 13 Besitzungen unter 100 ha hatten zusammen 141 Hektar, zwei Kirchenbesitzungen hatten zusammen 21 Hektar, eine Gemeindebesitzung hatte 2 Hektar. Enteignet wurde das Rittergut mit 372,2 Hektar Gesamtfläche. Es wurde umgewandelt in einen Betriebsteil des Lehr- und Versuchsguts Iden-Rohrbeck der Universität Halle (Saale).<ref name="HOB-12" /> 1948 wurde es der Universität in Rechtsträgerschaft übergeben und war damit das jüngste der 12 Güter der Universität, aber mit über 100 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche das größte aller Lehr- und Versuchsgüter. Das Gut war auf Tierzucht spezialisiert.<ref name="Wissen-1" />
Verkehr[Bearbeiten]
Am 1. April 1886 wurde Rohrbeck an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Die im Besitz des Rittergutsbesitzers Philipp Freise befindliche Kleinbahn Goldbeck–Werben (Elbe) verband Goldbeck an der Hauptstrecke zwischen Wittenberge und Magdeburg mit Werben am wichtigen Transportweg Elbe. 1971 wurde die über Iden führende Kleinbahn Goldbeck–Werben (Elbe) stillgelegt.<ref name="Dihlmann"/>
Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]
Abgeleitet aus dem Namen rorbeke steht „ror“ im Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen für „Schilfrohr“ und „beke“ für „Bach“.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" />
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Ursprünglich gehörten Dorf und Gut Rohrbeck zum Arneburgischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lagen sie im Landkanton Osterburg auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörten beide ab 1816 zum Kreis Osterburg, dem späteren Landkreis Osterburg.<ref name="HOB-12" />
Am 1. Juli 1922 wurde der Gutsbezirk Rohrbeck in die Landgemeinde Rohrbeck eingemeindet.<ref name="AB-RB-Magdeburg" /> Am 20. Juli 1950 wurde die Gemeinde Rohrbeck aus dem Landkreis Osterburg in die Gemeinde Iden eingemeindet,<ref name="2VO-LSA-1950" /> zu welcher der Ortsteil Rohrbeck auch noch heute gehört.
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
| Jahr<ref name="HOB-12" /> | 1734 | 1772 | 1790 | 1801 | 1818 | 1840 | 1864 | 1871 | 1885 | 1892 | 1895 | 1900 | 1905 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dorf / Landgemeinde Rohrbeck | 109 | 80 | 133 | 154 | 105 | 195 | 161 | 159 | 170 | 234<ref name="Zahn-1928" /> | 195 | 271<ref name="Zahn-1928" /> | 247 |
| Gut / Gutsbezirk Rohrbeck | 56 | 62 | 85 | 47 | 34 |
Quelle, wenn nicht angegeben:<ref name="HOB-12" />
| Jahr | 1925 | 1939 | 1946 | 2014 | 2015 | 2017 | 2018 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 287<ref name="HOB-12" /> | 227<ref name="HOB-12" /> | 368<ref name="HOB-12" /> | 129<ref name="EW-2015" /> | 121<ref name="EW-2015" /> | 120<ref name="EW-2018" /> | 114<ref name="EW-2018" /> | 109<ref name="EW-2021" /> | 108<ref name="EW-2021" /> | 104<ref name="EW-2023" /> | 101<ref name="EW-2023" /> |
Religion[Bearbeiten]
Die evangelische Kirchengemeinde Rohrbeck gehörte früher mit ihrer Kirche, damals eine {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), zur Pfarrei Uchtenhagen bei Walsleben.<ref name="Almanach1903" />
Die Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchspiel Walsleben<ref name="AB-KirchenProvinz-Sachsen" /> und damit zum Pfarrbereich Königsmark im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Rohrbeck stammen aus dem Jahre 1730.<ref name="Machholz" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Die evangelische Dorfkirche Rohrbeck ist ein einfacher, rechteckiger gotischer Backsteinbau, der auf Grundmauern einer alten Feldsteinkirche errichtet und um 1860 im neugotischen Stil umgebaut worden ist.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" /> Der Vorgängerbau wird dem 14. bis 15. Jahrhundert zugeschrieben.<ref name="Dehio_I" /> Die heutige Ausstattung stammt von 1960.<ref name="Altmarkkirchen" /> Im Jahr 1649 hatte ein von Rossow, 1712 ein Freiherr von der Schulenburg das Kirchenpatronat in Rohrbeck inne.<ref name="Dihlmann" />
- Der Ortsfriedhof befindet sich auf dem Kirchhof.
- Ein Bauernhaus, ein Wohnhaus und eine Transformatorenstation stehen unter Denkmalschutz.
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Verkehr[Bearbeiten]
Die Kreisstraße 1072 verbindet Rohrbeck mit Goldbeck und Iden. Durch das Dorf führt der Fernradweg Altmarkrundkurs.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Strecken und Fahrpläne. In: stendalbus.de. Abgerufen am 26. März 2023.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Iden auf arneburg-goldbeck.de.
- Rohrbeck im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Literatur[Bearbeiten]
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 277 (PDF).</ref>
<ref name="AB-KirchenProvinz-Sachsen">Urkunde über die Erweiterung des Kirchspiels Walsleben, Kirchenkreis Stendal. In: Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (Hrsg.): Amtsblatt der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Heft 10, 15. Oktober 2004, ZDB-ID 2637006-2, S. 136.</ref>
<ref name="AB-RB-Magdeburg">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1922, ZDB-ID 3766-7, S. 89, Nr. 337.</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 297 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Dehio_I">Mario Titze in: Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. Band I: Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a.: Regierungsbezirk Magdeburg. Neubearbeitung. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 783f.</ref>
<ref name="Dihlmann">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Schloss Calberwisch (bei Osterburg/Altmark).] Web.archive.org, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. März 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
<ref name="EW-2015">Doreen Schulze: Erstmals Zuwachs in Arneburg-Goldbeck. In: Volksstimme Stendal. 15. Januar 2016.</ref>
<ref name="EW-2018">Karina Hoppe: Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck verlor 2018 insgesamt 93 Einwohner. In: Volksstimme Stendal. 14. Februar 2019.</ref>
<ref name="EW-2021">Karina Hoppe: In die Einwohnerstatistik geschaut. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 22. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 21.</ref>
<ref name="EW-2023">Karina Hoppe: Erneut mehr Zuzüge als Wegzüge. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 1. Februar 2024, DNB 1047269554, S. 18.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Krabbo Regesten-1">Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 108, Nr. 523 (uni-potsdam.de).</ref>
<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg">Ernst Haetge: Der Kreis Osterburg (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 4). Hopfer, Burg bei Magdeburg 1938, DNB 361451652, S. 272.</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="OT-LSA-2013">Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 115 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Königsmark. Abgerufen am 7. August 2021.</ref>
<ref name="Riedel-16">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-17">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-2-1">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilB</ref>
<ref name="Wissen-1">Friedrich Mörchen: Landwirtschaftliches Grundpraktikum für Studenten der Agrarwissenschaften im Universitätsgut Iden-Rohrbeck. Ein Rückblick in die Mitte des 20. Jahrhunderts. In: Werner Brückner (Hrsg.): Das Wissen der Region. 1, Arneburg-Goldbeck-Werben und Umland. Edition Kulturförderverein Östliche Altmark, Hohenberg-Krusemark 2005, DNB 978966937, S. 99–104.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
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