Rollo May
Rollo Reece May (* 21. April 1909 in Ada, Hardin County (Ohio); † 22. Oktober 1994 in Tiburon, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Psychologe und Vertreter der Existenziellen Psychotherapie (existential psychotherapy), eines Zweiges des humanistischen Psychologie.<ref name="br">Artikel in der Encyclopedia Britannica Abgerufen am 25. Mai 2017.</ref><ref name="aeb">Rollo May: Weltoffener Tiefenpsychologe Artikel im Ärzteblatt. Veröffentlicht in PP 8, Ausgabe Mai 2009, Seite 209. Abgerufen am 25. Mai 2017.</ref>
Mays bekanntestes Buch ist Love and Will aus dem Jahre 1969. Zusammen mit Viktor Frankl und Irvin D. Yalom gilt er als bedeutendster Vertreter der existenziellen Psychotherapie. May war wesentlich von Paul Tillich beeinflusst.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Paul Tillich as Hero: An Interview with Rollo May.] Religion-online.org, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. Juni 2014. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Paul Tillich Resources.] People.bu.edu, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. Juni 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Leben[Bearbeiten]
Rollo May wurde am 21. April in Ada im US-Bundesstaat Ohio geboren. Er wuchs in Michigan auf.<ref name="nyt">Dr. Rollo May Is Dead at 85; Was Innovator in Psychology Artikel in der New York Times, veröffentlicht am 24. Oktober 1994. Abgerufen am 25. Mai 2017.</ref><ref name="notiz">Im Artikel Rollo May: Weltoffener Tiefenpsychologe des Ärzteblattes (PP 8, Ausgabe Mai 2009, Seite 209) wird hier irrtümlich Michigan als Geburtsort genannt. Dies steht im Gegensatz zum Eintrag in der Encyclopaedia Britannica und dem Artikel der New York Times vom 24. Oktober 1994.</ref> May erwarb seinen Bachelorgrad am Oberlin College in Ohio und arbeitete anschließend an einem amerikanischen College in Griechenland.<ref name="br" /><ref name="nyt" /> In dieser Zeit besuchte er die Seminare des Psychoanalytikers Alfred Adler in Wien und begann, sich für Theologie zu interessieren. 1933 kehrte er in die USA zurück und begann, am Union Theological Seminary im New Yorker Stadtteil Manhattan zu studieren. 1938 schloss er sein dortiges Theologiestudium mit dem Grad Bachelor of divinity ab. Im Anschluss daran arbeitete er für zwei Jahre als kongregationalistischer Pfarrer.<ref name="br" /><ref name="nyt" /> Nach dieser Tätigkeit studierte er Psychologie an der Columbia University in New York.<ref name="br" /><ref name="nyt" />
In den 1940er Jahren erkrankte May an Tuberkulose, als er an seiner ersten großen Arbeit schrieb. Er verbrachte deshalb eineinhalb Jahre in einem Sanatorium.<ref name="aeb" /> Seine Überlebenschancen wurden damals auf nur 50 Prozent eingeschätzt. Diese Erfahrung der Auseinandersetzung mit dem eigenen Tode prägte ihn in seinen existenzialistischen Überzeugungen.<ref name="br" />
Im Jahr 1949 schloss er seine Promotion ab.<ref name="br" /> Dazu verfasste er eine Dissertation über das Thema der Angst, die 1950 unter dem Titel The Meaning of Anxiety in Buchausgabe erschien.<ref name="nyt" />
Von 1958 bis 1975 arbeitete er am William Alanson White Institute in New York,<ref name="br" /><ref name="nyt" /> unter anderem zusammen mit Erich Fromm und Frieda Fromm-Reichmann. Später wirkte er als Mit-Herausgeber der von Harry Stack Sullivan gegründeten Zeitschrift für das Studium zwischenmenschlicher Beziehungen.<ref name="aeb" /> Von 1955 bis 1976 hielt er Vorlesungen an der New School for Social Research, welche sich ebenfalls in New York City befindet.<ref name="br" /><ref name="nyt" /> Des Weiteren führten ihn Gastprofessuren an Universitäten wie Harvard, Yale und Princeton.<ref name="br" /><ref name="nyt" />
May war zwei Mal verheiratet, in erster Ehe mit Florence DeFrees, in zweiter mit Ingrid Kepler Scholl.<ref name="nyt" /> Er starb am 22. Oktober 1994 in Tiburon, Kalifornien in seinem Haus an Herzversagen.<ref name="nyt" />
Werk[Bearbeiten]
Geprägt von seinen Erfahrungen mit der Tuberkulose schrieb May an seinem Buch The Meaning of Anxiety (deutsche Ausgabe als Antwort auf die Angst), welches 1950 erschien. Mays Denken war von der Freud’schen Psychoanalyse und der Existenzphilosophie geprägt.<ref name="aeb" /> Er war einer der ersten und einflussreichsten Denker im Bereich der Psychotherapie, welche von den europäischen Existenzialisten beeinflusst wurden.<ref name="nyt" /> Eine seiner wichtigsten Ansichten über die menschlichen Natur war die Überzeugung, dass große Teile des menschlichen Verhaltens mit einer unterschwelligen, zugrundeliegenden Angst verbunden seien. Diese Angst sei daher ein wichtiges und wohl zu beachtendes Thema in der Psychotherapie.<ref name="nyt" /> Vor allem mit dieser Idee beeinflusste May das Werk von Irvin Yalom.
Seit 1996 verleiht die Society for Humanistic Psychology (Gesellschaft für Humanistische Psychologie) den Rollo May Award. Der Preis wird an Personen vergeben, welche auf dem Gebiet der humanistischen Psychologie unabhängige und herausragende Leistungen erbracht haben.<ref name="award">Rollo May Award auf der Homepage der Society for Humanistic Psychology. Abgerufen am 25. Mai 2017.</ref>
Theorien[Bearbeiten]
Entwicklungsstufen[Bearbeiten]
In Mays Theorie gibt es vier „Entwicklungsstufen“ der menschlichen Psyche. Diese sind nicht im strikt freudschen bzw. traditionellen Sinne zu verstehen. So kann eine Person mehrere Merkmale gleichzeitig aufweisen:<ref name="boeree">Porträt Rollo Mays auf der Homepage von Dr. C. George Boeree, Shippensburg University of Pennsylvania. Abgerufen am 25. Mai 2017.</ref><ref name="wikispaces">Stages of Development einer May-Darstellung auf Wikispaces. Abgerufen am 25. Mai 2017.</ref>
- Innocence (Unschuld): Der amoralische, vor-egoistische, vor-selbstbewusste Zustand des Kleinkindes. Die Person tut nur, was sie muss. Ein Wille zur Bedürfnisbefriedigung ist in Form von Trieben vorhanden.
- Rebellion (Auflehnung): Durch Gegensätzlichkeiten mit den Erwachsenen bildet sich das Ich (ego) bzw. Selbstbewusstsein heraus. Solche Personen wollen Freiheit, aber sind sich der Verantwortung, die diese mit sich bringt, noch nicht voll bewusst.
- Ordinary (gewöhnlich, normal): Das normale, erwachsene Ich. Diese Personen haben die Verantwortung kennengelernt, aber finden sie zu anstrengend. Daher weichen sie auf Konformität und traditionelle Werte aus.
- Creative (kreativ, schöpferisch): Der authentische Erwachsene, welcher sein Schicksal (destiny) annimmt, und der Angst mit Mut (courage) begegnet. Diese Stufe wird auch als existenziell bezeichnet.
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 1970: Ralph-Waldo-Emerson-Preis für sein Werk Love and Will (veröffentlicht 1969)<ref name="pbk">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Liste der Emerson-Preis-Gewinner ( vom 3. März 2017 im Internet Archive) auf der Homepage der Phi Beta Kappa Society. Abgerufen am 25. Mai 2017.</ref>
- 1971: Distinguished Contribution to Science and Profession of Clinical Psychology der American Psychological Association<ref name="apa">Liste früherer Auszeichnungen der Society of Clinical Psychology, abgerufen am 25. Mai 2017.</ref>
- 1987: Psychological Professional Gold Medal Award der American Psychological Foundation<ref name="apa2">American Psychologist, Vol 43(4), April 1988, Seite 260-266. Online-Artikel. Abgerufen am 25. Mai 2017.</ref>
Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]
- 1940: The Springs of Creative Living.
- 1950: The Meaning of Anxiety. ISBN 0-393-31456-1.
- 1953: Man's Search for Himself, ISBN 0-385-28617-1.
- 1956: Existence, ISBN 1-56821-271-2.
- 1965: The Art of Counseling, ISBN 0-89876-156-5.
- 1967: Psychology and the Human Dilemma, ISBN 0-393-31455-3.
- 1968: mit Leopold Caligor: Dreams and Symbols: Man’s Unconscious Language. New York / London.
- 1969: Love and Will, ISBN 0-393-01080-5, ISBN 0-385-28590-6.
- 1972: Power and Innocence: A Search for the Sources of Violence. ISBN 0-393-31703-X.
- 1973: Paulus: A personal portrait of Paul Tillich. ISBN 0-00-211689-8.
- 1975: The Courage to Create. ISBN 0-393-31106-6.
- 1981: Freedom and Destiny. ISBN 0-393-31842-7.
- 1983: The Discovery of Being: Writings in Existential Psychology. ISBN 0-393-31240-2.
- 1985: My Quest for Beauty. ISBN 0-933071-01-9.
- 1991: The Cry for Myth. ISBN 0-385-30685-7.
- 1995: Zusammen mit Kirk J. Schneider: The Psychology of Existence: an integrative, clinical perspective. ISBN 0-07-041017-8.
Literatur[Bearbeiten]
- Robert H. Abzug: Psyche and Soul in America. The Spiritual Odyssey of Rollo May. Oxford University Press, Oxford 2021, ISBN 978-0-19-975437-3.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Rollo May im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | May, Rollo |
| ALTERNATIVNAMEN | May, Rollo Reece (vollständiger Name); Psychotherapy, existential |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer existenzialistischer Psychotherapeut |
| GEBURTSDATUM | 21. April 1909 |
| GEBURTSORT | Ada, Ohio |
| STERBEDATUM | 22. Oktober 1994 |
| STERBEORT | Tiburon, Kalifornien |
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