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Rollwenzelei

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Rollwenzelei
Kreisfreie Stadt Bayreuth
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Rollwenzelei 49° 56′ N, 11° 37′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 49° 56′ 19″ N, 11° 36′ 45″ O
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Höhe: 373 m ü. NHN
Postleitzahl: 95444
Vorwahl: 0921
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Die Rollwenzelei ist ein historisches Gebäude in – und zugleich ein Ortsteil – der kreisfreien Stadt Bayreuth im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Sie liegt in der Gemarkung Colmdorf.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 8. Januar 2025.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:DorotheaRollwenzel Gartenlaube 1856.jpg
Die Wirtin Anna Dorothea Rollwenzel

Am Nordostrand des Neubaugebiets Eichelberg knickt die Königsallee in Richtung Eremitage nach Norden ab, während in ihrer geraden Fortsetzung die Kemnather Straße nach Aichig führt. Dort steht das ehemalige Chausseehaus und spätere Gasthaus Rollwenzelei,<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 19. Oktober 2023.</ref> benannt nach dem Ehepaar Friedrich und Anna Dorothea Rollwenzel,<ref name="DR">Die Rollwenzelei bei jeanpaulstube.de, abgerufen am 6. April 2026</ref> welches das Gebäude im späten 18. Jahrhundert erworben hatte. Der eingeschossige Bau mit Mansardgiebeldach steht unter Denkmalschutz (D-4-62-000-402).<ref>Königsallee 84 bei geodaten.bayern.de, abgerufen am 5. April 2026</ref>

Berühmtheit erlangte das Gasthaus durch die Freundschaft der Wirtin Anna Dorothea Rollwenzel, genannt Rollwenzelin,<ref>Die legendäre Dichterstube in der Bayreuther „Rollwenzelei“ bei hans-juergen-schatz.de, abgerufen am 6. April 2026</ref> mit dem Dichter Jean Paul, der von 1805 bis zu seinem Tod 1825 dort Stammgast war und fast täglich dorthin wanderte. Zunächst war es noch keine öffentliche Gastwirtschaft, erst am 1. November 1809, während das Fürstentum Bayreuth als Pays réservé unter französischer Herrschaft stand, erhielten die Rollwenzels das offizielle Schankrecht. Legenden besagen, dass sie es von Napoleon persönlich erhielten, nachdem sich die Rollwenzelin eines schwer verletzten französischen Soldaten angenommen und ihn gesund gepflegt hatte. Im Jahr 1812 konnten die Wirtsleute das Haus, das bis dahin dem Staat gehörte, käuflich erwerben.<ref name="DR" /> In seiner „Dichterstube“, die ihm die Wirtin eingerichtet hatte, schrieb Jean Paul seine bedeutendsten Werke.<ref>Kurt Herterich: Im östlichen Bayreuth. Ellwanger, Bayreuth 2002, ISBN 978-3-925361-42-5, S. 182.</ref> Es ist überliefert, wie sehr er die Gespräche und die Fürsorge, die ihm „die Rollwenzelin“ angedeihen ließ, schätzte. Stets stand ein Topf mit gekochten Kartoffeln und das von ihm so hoch geschätzte Bier für ihn bereit, und immer stand ein Blumenstrauß auf seinem Tisch.<ref>Die Jean Paul Stube in der Rollwenzelei zu Bayreuth bei jeanpaulstube.de, abgerufen am 5. April 2026</ref>

Im Mai 1970 wurde der Gastronomiebetrieb aufgegeben.<ref>Bernd Mayer: Bayreuths Freizeitgesellschaft vor 100 Jahren in: Heimatkurier 5/1996 des Nordbayerischen Kuriers, S. 6 ff.</ref> Die Dichterstube wurde von 2009 bis 2010 renoviert und kann besichtigt werden.<ref>Verein zur Erhaltung von Jean Pauls Einkehr- und Dichterstube in der Rollwenzelei e.V bei jeanpaulstube.de, abgerufen am 28. Januar 2022</ref>

Verwaltung[Bearbeiten]

Von 1797 bis 1810 unterstand die Rollwenzelei dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Mit dem Gemeindeedikt wurde sie dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Sankt Johannis und der zugleich gebildeten Ruralgemeinde Colmdorf zugewiesen. Am 1. April 1939 wurde die Rollwenzelei nach Bayreuth eingegliedert.<ref name="W463">Richard Winkler: Bayreuth. Bayerische Akademie der Wissenschaften, München 1999, ISBN 978-3-7696-9696-7, S. 463 f.</ref>

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 001822 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. * 6 3 6 6 7 8 4 Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. † Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. †
Häuser<ref>Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. * 1 1 1 1 1 Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. †
Quelle <ref name="W463"/> <ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 843, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1013, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 959 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1004 (Digitalisat).</ref> <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1026 (Digitalisat).

</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 865 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 636 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 145 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 287 (Digitalisat).</ref>

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* 
Rollwenzelei wird zu Colmdorf gerechnet
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† 
Rollwenzelei wird zu Bayreuth gerechnet

Religion[Bearbeiten]

Die Rollwenzelei ist evangelisch-lutherisch geprägt und nach Sankt Johannis gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Rollwenzelei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

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