Rudolf Kissinger
Rudolf Kissinger (auch Friedrich Rudolf Kissinger; * 30. Mai 1866 in Alsfeld; † 11. September 1944 in Darmstadt) war ein deutscher Pfarrer, Lehrer, Heimatforscher und Vereins- und Verbandsfunktionär.<ref name="kraus">Eva Kraus: Das Deutsche Jugendherbergswerk 1909–1933. Pro Business, 2013. ISBN 978-3-86386-488-0. S. 135f</ref>
Leben[Bearbeiten]
Kissinger war zuerst evangelischer Pfarrer in Hirschhorn. 1899 wurde er zum Lehrer am Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt berufen.<ref>Grossherzoglich hessisches Regierungsblatt 1899, S. 13.</ref> Er begann 1906 mit den ersten Schülerwanderungen in Darmstadt.<ref name="owk-heubach">owk-heubach.bahlecke.de</ref> Von 1914 bis zu seinem Ruhestand 1931 war er Direktor der Eleonorenschule in Darmstadt.<ref name="schaefer">Jochem Schäfer: Goethe und sein Alterswerk „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ im Lichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus - der Deutsche Wandertag 1927 in Herborn und seine Folgen. Schmitz, Nordstrand 2011, ISBN 978-3-938098-67-7. S. 12</ref><ref name="digada">digada.de</ref><ref name="echo-online">echo-online.de</ref><ref name="mein-suedhessen">mein-suedhessen.de</ref>
Kissinger war als Turner sowie in der Ortsgruppe Darmstadt des Odenwaldklubs aktiv und etablierte dort ab 1906 im Jung-Odenwaldklub die Wanderbewegung junger Männer.<ref name="kraus" /> Aus dieser Bewegung ging der Wanderclub Falke 1916 Darmstadt hervor, der ab 1919 als eigenständige Jungmannschaft der Ortsgruppe Darmstadt des Odenwaldklubs anerkannt wurde. 1924 wurde der Jung-Odenwaldklub mit Kissinger als Mitbegründer nochmals neu als Organisation des Hauptvereins des Odenwaldklubs gegründet.<ref>wanderclub-falke.de</ref><ref>darmstadt-stadtlexikon.de</ref><ref name="wanderverband">wanderverband.de (PDF) </ref> Am 25. Mai 1913 veröffentlichte Kissinger die erste Ausgabe der Dorflinde<ref>ISSN 1439-5533</ref>, der Klubzeitschrift des Odenwaldklubs, und leitete deren Redaktion bis zu seinem Tod.<ref name="echo-online" /><ref name="mein-suedhessen" /><ref name="owk-heubach" /> Nach der Gründung des Zentralen Hauptausschusses für Jugendherbergen im Jahr 1919 gehörte Kissinger dessen erstem Vorstand an.<ref name="kraus" /> Er war 1918/19 Mitbegründer des DJH-Zweigausschusses Odenwald und von 1920 bis 1922/23 dessen 1. Vorsitzender.<ref name="wanderverband" /> Von 1921 bis 1930 war Kissinger Vorsitzender des Verbands Deutscher Gebirgs- und Wandervereine.<ref name="kraus" /><ref>Deutscher Wanderverband (Hrsg.): 125 Jahre Wandern und mehr. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2008, ISBN 978-3-86568-221-5, S. 171</ref> Ihm als persönlich gewähltem Vorsitzenden stand Friedrich Hermann Löscher als geschäftsführender Vorsitzender des Verbands zur Seite.<ref>Deutscher Wanderverband (Hrsg.): 125 Jahre Wandern und mehr. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2008, ISBN 978-3-86568-221-5, S. 170</ref>
Kissinger war Herausgeber der Schriftenreihen Heimatkunde vom Grossherzogtum Hessen und Heimatkunde vom Volksstaat Hessen sowie der Schulbuchreihe Hessisches Lesebuch, er war Mitglied in Kriegervereinen sowie im Verein für das Deutschtum im Ausland<ref name="kraus" /> und Vorsitzender der Altherrenschaft der Burschenschaft Adelphia in Gießen.<ref name="schaefer" />
Im Zweiten Weltkrieg kam Kissinger bei einem Luftangriff auf Darmstadt am 11. September 1944 ums Leben.<ref name="wanderverband" /> Er war verheiratet mit Jakobina Kissinger geborene Storr. Das Ehepaar hatte zwei Söhne und eine Tochter.
In Heubach ist die Kissinger-Wünzer-Hütte des Odenwaldklubs nach Kissinger und Rudolf Wünzer benannt.<ref name="echo-online" /><ref name="mein-suedhessen" /><ref name="owk-heubach" /> In Hirschhorn ist eine Straße nach Kissinger benannt.
Werke[Bearbeiten]
Autor[Bearbeiten]
- Aus Hirschhorns Geschichte. Wetzel, 1900.
- Darmstadt in den Tagen der Mobilmachung 1914. Darmstadt: H. Hohmann, 1914.<ref name="digada" />
Herausgeber[Bearbeiten]
- Der Odenwald, Bergstraße, Main- und Neckartal im Bilde. Darmstadt, 10. Aufl. 1908.
- Heimatkunde vom Grossherzogtum Hessen. Gießen: Roth.DNB 560561687
- Heimatkunde vom Volksstaat Hessen. Gießen: Roth.DNB 560561695
- Hessisches Lesebuch. Gießen: Roth.DNB 560680929
Weblinks[Bearbeiten]
- Vorlage:Deutsche Biographie/core
- Literatur von und über Rudolf Kissinger im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Eintrag zu Rudolf Kissinger in Kalliope
- Kissinger, Friedrich Rudolf. Hessische Biografie. (Stand: 5. Juli 2024). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Georg Haus (1883–1891) | Adolf Dronke (1891–1894) | Karl Friedrich Richard Wagner (1894–1897) | Wilhelm Müller (1897–1900) | Julius Euting (1901–1905) | Karl Wegener (1906–1910) | Hermann Möckel (1911–1916) | Paul Gilbert (1916–1920) | Rudolf Kissinger (1921–1930) | August Jaspert (1931–1933) | Ferdinand Werner (1933–1942) | Heinrich Haake (1942–1945) | Georg Fahrbach (1950–1975) | Konrad Schubach (1976–1993) | Karl Schneider (1993–2007) | Hans-Ulrich Rauchfuß (2008–2024) | Michael Ermrich (seit 2025) Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kissinger, Rudolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Kissinger, Friedrich Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Pfarrer, Lehrer, Heimatforscher, Vereins- und Verbandsfunktionär |
| GEBURTSDATUM | 30. Mai 1866 |
| GEBURTSORT | Alsfeld |
| STERBEDATUM | 11. September 1944 |
| STERBEORT | Darmstadt |
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- Präsident (Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine)
- Person (Darmstadt)
- Schulleiter (Deutschland)
- Evangelischer Geistlicher (19. Jahrhundert)
- Gymnasiallehrer (Deutschland)
- Burschenschafter (19. Jahrhundert)
- Person der Jugendbewegung
- Heimatforscher (Hessen)
- Deutscher
- Geboren 1866
- Gestorben 1944
- Mann