Rudolf Wittig
Rudolf Wittig (* 10. Oktober 1900 in Warnsdorf; † 26. August 1978 in Dresden) war ein deutscher Bildhauer.
Leben[Bearbeiten]
Wittig absolvierte zunächst eine Lehre als Steinbildhauer, Holzschnitzer und Glasmaler und war als Glasmaler in Haida tätig. Er studierte ab 1919 an der Kunstgewerbeschule Dresden unter Karl Groß sowie von 1924 bis 1927 an der Kunstakademie Dresden bei Karl Albiker.<ref>Simone Simpson: Zwischen Kulturauftrag und künstlerischer Autonomie: Dresdner Plastik der 1950er und 1960er Jahre. Böhlau Verlag, Köln und Weimar 2008, S. 152.</ref>
Er war ab 1929 in Dresden als selbstständiger Bildhauer tätig. Das Adressbuch verzeichnet ihn zuletzt 1943 in der Beilstraße, die während der Luftangriffe auf Dresden schwere Schäden erlitt.
Neben kleineren Kunstwerken, die sich unter anderem im Besitz des Dresdner Stadtmuseums befinden,<ref>Wittig, Rudolf. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 5: V–Z. Nachträge: A–G. E. A. Seemann, Leipzig 1961, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).</ref> schuf Wittig vor allem Bauplastik. Für das Westportal der St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz entstand 1932 ein Ölbergrelief. Wittig arbeitete bereits vor 1932 an der Bauplastik am Wasserturm Klotzsche, die die Tänzerin Marianne Vogelsang (1912 – 1973) als Knieende zeigt.<ref name="Uhlitzsch">Rudolf Wittig. In: Joachim Uhlitzsch: Kunst im Aufbruch, Dresden 1918–1933. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dresden 1980, S. 333.</ref> Im Zuge der Renovierung des Turms wurde die Bauplastik 2004 separat vor dem Wasserturm aufgestellt.<ref>Wasserturm Klotzsche auf das-neue-dresden.de.</ref>
In der Zeit des Nationalsozialismus war Wittig obligatorisch Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste.
Nach Ende des NS-Staats war Wittig vor allem in Dresden tätig. Er gehörte 1947 zu den Gründungsmitgliedern der Dresdner Künstlergruppe Das Ufer<ref>Petra Jacob: Kollektivierung der Phantasie?: Künstlergruppen in der DDR zwischen Vereinnahmung und Erfindungsgabe. transcript Verlag, 2007, S. 128.</ref> und war jahrelang Mitarbeiter der Zwingerbauhütte, die den Dresdner Zwinger wiederherstellte.<ref name="Uhlitzsch" /> Im Rahmen des Wiederaufbaus der Stadt gehörte er zudem zu den Bildhauern, die an der künstlerischen Neugestaltung des Altmarkts beteiligt waren, so schuf er ein Relief am Café Prag. Gemeinsam mit Max Lachnit erhielt er 1958 den Auftrag zur künstlerischen Gestaltung der Löwen-Apotheke auf der Wilsdruffer Straße. Wittigs Entwurf sah dabei eine „herauskragende Fahne aus Weißblech“ vor, die von der Jury zugunsten von Lachnits Löwenentwurf abgelehnt wurde.<ref>Simone Simpson: Zwischen Kulturauftrag und künstlerischer Autonomie: Dresdner Plastik der 1950er und 1960er Jahre. Böhlau Verlag, Köln und Weimar 2008, S. 157.</ref> Weitere Arbeiten umfassen Reliefs für ein Gebäude der TH Dresden und das Neue Rathaus.
Darstellung Wittigs in der bildenden Kunst[Bearbeiten]
- Hans Theo Richter: u. a. Bildniskopf Rudolf Wittig (1969, Kreidezeichnung, 49,2 × 31,5 cm)<ref>Hermann; Richter Großmann: Bildnis Bildhauer Wittig. 1969, abgerufen am 16. Februar 2024.</ref>
Werke (Auswahl)[Bearbeiten]
- Brunnen sowie Reliefs an Sparkasse und Schule in Neusalz an der Oder<ref>Wittig, Rudolf. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 5: V–Z. Nachträge: A–G. E. A. Seemann, Leipzig 1961, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).</ref>
- vor 1932: Frau mit Ziege, getönter Gips
- vor 1932: Studie zur Bauplastik Knieende – Die Tänzerin Marianne Vogelsang, getönter Gips
- um 1932: Stehende, Holz
- 1932: Rotbüffel, Bronze
- 1932: Ölbergrelief, Westportal der St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz<ref>Barbara Bechter (Bearb.): Georg Dehio – Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Sachsen II. Deutscher Kunstverlag, München 1998, S. 10.</ref>
- 1934/1935: Knabe mit Hund, Steinguss?; vormals Dresden-Klotzsche, Hauptstraße 26, vor der damaligen 83. Oberschule<ref>Klaus-Dieter; Wittig Schumacher: Knabe mit Hund. 1934, abgerufen am 20. April 2024.</ref>
- 1935: Relief Knieende – Die Tänzerin Marianne Vogelsang am Wasserturm Klotzsche
- Sinnende (Statue, Bronze; 1947 ausgestellt auf der Ersten Ausstellung Dresdner Künstler)<ref>https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/399500/43</ref>
- 1950er-Jahre: Büste Hermann Ilgen, vor dem Stadthaus Wurzen<ref>Bronzebüste von Ilgen. In: Leipziger Volkszeitung, 8. Dezember 1997, S. 1.</ref>
- 1951: Volkstanzgruppe, Gips für Metallguss<ref>Rudolf (Bildhauer) Unbekannter Fotograf; Wittig: Volkstanzgruppe (3 Statuetten). 1951, abgerufen am 20. April 2024.</ref><ref name=":0">Der Bildindex der Kunst & Architektur nennt das Werk als Exponat auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung.
Lt. Katalog war Wittig auf der Ausstellung jedoch nicht vertreten.</ref>
- 1953: Bronzeskulptur Junge Bäuerin (mit Ziege)<ref>Rudolf (Bildhauer) Unbekannter Fotograf; Wittig: Junge Bäuerin (mit Ziege). 1939, abgerufen am 20. April 2024.</ref><ref name=":0" />
- 1954: Sandsteinrelief zum Thema Das Leben auf dem Bau am Erker des Studentenwohnheim „Prof. Dr. Fetscher“ in Dresden
- 1955: Relief Ratschaisenträger übergibt einen Liebesbrief, Arkaden des Café Prag, Dresden<ref>Walter May, Werner Pampel, Hans Konrad: Architekturführer DDR, Bezirk Dresden. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1979, S. 23.</ref>
- 1957: Elementare Erscheinungen der Physik, Flachreliefs am Eingang D des Physikalischen Instituts der TH Dresden
- 1962/65: Wappen der Partnerstädte, Westflügel des Neuen Rathauses, Dresden<ref>Walter May, Werner Pampel, Hans Konrad: Architekturführer DDR, Bezirk Dresden. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1979, S. 24.</ref><ref>Georg Dehio – Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Dresden (Sonderband). Deutscher Kunstverlag, München 2005, S. 70.</ref>
Teilnahme an Ausstellungen (mutmaßlich unvollständig)[Bearbeiten]
- 1933: Dresden („Gemeinsame Ausstellung 3 Künstlergruppen. Künstlervereinigung, Deutscher Künstlerverband, Dresdner Sezession“)
- 1934: Dresden, Brühlsche Terrasse („Sächsische Kunstausstellung“)
- 1948: Leipzig, Museum der bildenden Künste, „Ausstellung Dresdner Künstler“<ref>https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/354282/12</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Wittig, Rudolf. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 5: V–Z. Nachträge: A–G. E. A. Seemann, Leipzig 1961, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Rudolf Wittig. In: Joachim Uhlitzsch: Kunst im Aufbruch, Dresden 1918–1933. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dresden 1980, S. 332–333.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wittig, Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 10. Oktober 1900 |
| GEBURTSORT | Warnsdorf |
| STERBEDATUM | 26. August 1978 |
| STERBEORT | Dresden |
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