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Ruschweiler See

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Ruschweiler See
Datei:Illmensee - Ruschweiler See mit Ruderbooten.jpg
Ruschweiler See mit Ruderbooten
Geographische Lage Deutschland, Baden-Württemberg
Zuflüsse Andelsbach
Abfluss Andelsbach → Ablach → Donau → Schwarzes Meer
Orte am Ufer Ruschweiler
Ufernaher Ort Pfullendorf, Wilhelmsdorf
Daten
Koordinaten 47° 52′ 12″ N, 9° 21′ 57″ OKoordinaten: 47° 52′ 12″ N, 9° 21′ 57″ O
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Ruschweiler See (Baden-Württemberg)
Ruschweiler See (Baden-Württemberg)
Höhe über Meeresspiegel 691 m ü. NHN
Fläche 22,124 ha
Volumen 1,976.2 Mio. m³
Umfang 2,091 km
Maximale Tiefe 17,3 m
Mittlere Tiefe 8,9 m

Besonderheiten

Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen

Der Ruschweiler See ist ein natürlicher See auf Gemarkung Ruschweiler, einem Ortsteil der Gemeinde Illmensee im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Der Ruschweiler See ist einer von drei durch Verlandungsflächen getrennten Eiszeitseen auf dem Gemeindegebiet von Illmensee. Zusammen mit dem Illmensee und dem Volzer See bildet er eine Seenplatte. Die eigentliche Wasserfläche des auf einer Höhe von 691 m ü. NHN gelegenen Ruschweiler Sees beträgt 22,124 Hektar, bei einem Volumen von 1.976.200 Kubikmeter und einer maximalen Wassertiefe von 17,3 Meter. Die mittlere Tiefe liegt bei 8,9 Meter. Das Einzugsgebiet umfasst 1057 Hektar.

Entstehung[Bearbeiten]

Der Ruschweiler See ist ein Restsee eines größeren zusammenhängenden Zungenbeckensee zwischen den Endmoränen des Haupt- und des ersten Rückzugsstadiums der letzten Eiszeit, der so genannten Würmeiszeit, vor rund 18.000 Jahren. Der Andelsbach entwässert diese Geländemulde. Seit 1937 gab es eine Grundwasserspiegelsenkung von 1,3 Meter.

Zulauf und Ablauf[Bearbeiten]

Zulauf und Ablauf des Ruschweiler Sees erfolgen über den Andelsbach, einen Zufluss der Ablach, die in die Donau fließt. Vom Illmensee her kommend speist der Andelsbach den See mit einer Menge von durchschnittlich 94 Litern in der Sekunde. Des Weiteren gibt es noch weiter kleine Zuflüsse.

Geschichte[Bearbeiten]

Besiedlung[Bearbeiten]

Der Ruschweiler See ist Fundstelle jungsteinzeitlicher Pfahlbauten.<ref>Listeneintrag Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Illmensee – Ruschweilersee (Memento des Vorlage:IconExternal vom 5. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/sites.palafittes.org auf UNESCO-Weltkulturerbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“</ref> Im Zuge einer Seespiegelsenkung von 1937 entdeckte der Lehrer J. Bohn zusammen mit seinen Schüler am Ostufer des Ruschweiler Sees in einem ausgedehnten Schilfgebiet Reste eine Pfahlbausiedlung. Das durch Wellenschlag stark erodierte, rund 4600 Quadratmeter große Areal wurde durch den Prähistoriker Friedrich Garscha vom Badischen Landesmuseum in Karlsruhe untersucht.<ref>Vgl. Badischer Denkmalrat, Abteilung für Ur- und Frühgeschichte (Hrsg.): Badische Fundberichte. Amtliches Nachrichtenblatt für die ur- und frühgeschichtliche Forschung. 14. Jahrgang 1938.</ref> Auf einer Teilfläche konnten bei einer archäologischen Grabung in einem einphasigen Pfahlfeld parallellaufende Pfählungen nachgewiesen werden. Diese lassen zweischiffige Pfostenbauten mit einem 3 × 4 Meter messenden Grundfläche erkennen.<ref>Vgl. Heiko Steuer, Heinrich Beck (Hrsg.): Haus und Hof in ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Bericht über zwei Kolloquien der Kommission für die Altertumskunde Mittel- und Nordeuropas vom 24. bis 26. Mai 1990 [in Hedemünden] und 20. bis 22. November 1991 [Göttingen] (34. und 35. Arbeitstagung); Gedenkschrift für Herbert Jankuhn. 1. Auflage 1997, Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN 978-3-525-82386-6. S. 100.</ref> In den 1950er Jahren wurde das heutige Bodendenkmal häufig Ziel von privaten Nachforschungen und gezielten Sammelns von prähistorischen Funden.<ref>Privatsammlungen E. Heigle, Illmensee und Rudolf Mörike, Wilhelmsdorf</ref> Im Jahre 1980 wurde der Ruschweiler See durch das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg im Rahmen des Projektes zur Erforschung von Feuchtbodensiedlungen am Bodensee und in Oberschwaben erneut untersucht.<ref>Jutta Stadelmann: Liste vor- und frühgeschichtlicher Bodendenkmale im Landkreis Sigmaringen. In: Hohenzollerischer Geschichtsverein (Hrsg.): Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Hohenzollerische Heimat, 43. Jahrgang, Nr. 1/März 1993 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 2. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hohenzollerischer-geschichtsverein.de, S. 10f.</ref> 1983 folgten weitere Begehungen. Untersuchungen der Fundkeramik erlauben eine Zuordnung zur Pfyn-Altheimer Gruppe (Neolithikum: 4000 bis 3500 v. Chr.). Diese bildet in Oberschwaben ein räumliches Bindeglied im Übergang der Pfyner Kultur (Schweiz/Bodensee) zur Altheimer Gruppe (Iller/Südliches Bayern).<ref>Vgl. Helmut Schlichtherle: Ruschweilersee, Gemeinde Illmensee, Kr. Sigmaringen. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.): Siedlungsarchäologie im Alpenvorland. Band 3: Die neolithische Moorsiedlung Ödenahlen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 978-3806210781; hier S. 76.</ref>

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Zusammen mit dem Volzer See bildet er seit 1987 das 70,6 Hektar große Naturschutzgebiet „Ruschweiler und Volzer See“ und erweitert um den Illmensee das 263,1 Hektar große Landschaftsschutzgebiet „Illmensee, Ruschweiler See und Volzer See“. Der See kann bedingt befischt werden. Die Angelsaison beginnt jeweils am 1. Mai und endet am 31. Dezember. Eigentümer ist die Gemeinde Illmensee. Am Nordufer des Sees in der „Halde“ befinden sich Ferienhäuser. Das Baden ist seit einigen Jahren verboten.

Ökologie[Bearbeiten]

Fauna[Bearbeiten]

Datei:Ruschweiler See.jpg
Der Ruschweiler See

Der Ruschweiler See ist Revier eines Bibers, der hier eine stattliche Biberburg errichtet hat. Im September 2014 wurde unterhalb der kleinen Steinbrücke am Andelsbach ein kleines provisorisches Holzwehr errichtet<ref name="kaj">(kaj): Stauwehr wird nicht repariert. In: Südkurier vom 2. Mai 2015</ref> um sein weiteres Vordringen in Richtung „Gampenhof“ zu verhindern<ref>Siegfried Volk (siv): Fischstau an einem Wehr im Andelsbach. In: Südkurier vom 24. April 2015</ref>. Nachdem sich im Frühjahr 2015 ein sogenannter „Fischstau“ bildete, wurde es am 27. April 2015 wieder entfernt.<ref>Nachgehakt! Was wurde eigentlich aus…. In: Südkurier vom 4. Mai 2015</ref> Der Bau war vom Regierungspräsidium angeordnet.<ref name="kaj"/>

Literatur[Bearbeiten]

  • Ruschweiler See. In: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Institut für Seenforschung (Hrsg.): ISF Arbeitsbericht 2019. Karlsruhe Juni 2021, OCLC 1021225362, Kap. 3.2. Ruschweiler See, S. 85–102, urn:nbn:de:bsz:boa-194505.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ruschweiler See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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Aus dem Programm ausgeschiedene Seen und Weiher: Argensee (2015) | Grundweiher (2010) | Hasenweiher (2010) | Hinterweiher (< 2010) | Langwuhrweiher (2010) | Laubbacher Mühleweiher (2015) | Lautersee (< 2010) | Metzisweiler Weiher (2010) | Oberer Weiher (2010) | Premer Weiher (2010) | Reuteweiher (2010) | Rohrsee (2010) | Roter Weiher (2015) | Scheibensee (< 2010) | Stockweiher (2010) | Zellersee (< 2010)

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