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Ruth Ingrid Richard

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Ruth Ingrid Richard, auch bekannt als Ingrid Richard (* 1911 oder 1912 in Oslo; † unbekannt), war in den 1930er Jahren eine deutsche Schönheitskönigin sowie Filmschauspielerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Ruth Ingrid Richard wurde im Laufe des Jahres 1911 oder spätestens im Januar 1912 in Oslo geboren und in der Schweiz erzogen. Bereits in früher Jugend erhielt sie dramatischen Unterricht und eine Tanzausbildung. Sie verfügte über eine ausgebildete Sopranstimme und sprach akzentfrei Deutsch, Französisch und Englisch.<ref name="Lexikon">Frank Arnau (Hrsg.): Universal Filmlexikon 1932. Universal Filmlexikon GmbH, Berlin 1932, S. 337 (archive.org – mit Foto der Künstlerin; Fotograf=Heinz Binder).</ref>

Sie war eine Nichte der Zirkusdirektorin und Vorkämpferin der Frauenemanzipation, Paula Busch.<ref name="Wils" /> Einem kurzen Zeitungsbericht zufolge war sie Fotografin von Beruf.<ref name="Wils" /><ref name="Saale" />

Anfang 1930 nahm Richard an dem Schönheitswettbewerb der Zeitschrift Das Magazin um den Titel „Miss Germany“ teil und wurde Zweite. Anschließend wurde sie für Coca-Cola-Werbung gewonnen und erschien in einer Werbeanzeige.<ref>„Dieser Preisträgerin im Schönheitswettbewerb schmeckt es auch“. In: Essener Volkszeitung. Nr. 239, 29. August 1930, S. 6 (zeitpunkt.nrw).</ref> Ein ganzseitiges Foto zeigte sie in eleganter Kleidung im April 1930 in der Revue des Monats.<ref>Sie bekam den zweiten Preis. In: Revue des Monats. Nr. 6, April 1930, S. 587 (Digitalisat, Link zum Foto).</ref>

Als Neunzehnjährige beteiligte sie sich im Januar 1931 erneut an dem Schönheitswettbewerb, und diesmal sprach ihr die Jury im Berliner Hotel Kaiserhof den Titelgewinn zu.<ref name="27–52">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die Siegerinnen 1927–1952 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. Dezember 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/archive.missgermany.de auf missgermany.de. Abgerufen am 31. August 2014.</ref> Nur kurze Zeit später wurde jedoch – im selben Jahr und ebenfalls in Berlin – von einem anderen Veranstalter im Eden-Hotel die Baronesse und Schauspielerin Daisy von Freyberg, genannt Daisy d’Ora, ebenfalls den Titel „Miss Germany“.<ref>Streit der Königinnen. In: Revue des Monats. Nr. 10, August 1931, S. 587 (Digitalisat, Link zu den Fotos der beiden Schönheitsköniginnen).</ref> Deutsche Tageszeitungen und Zeitschriften berichteten zumeist kurz mit Foto über Richards Titelgewinn. Wesentliches zur Person erfuhr die Leserschaft dabei kaum; so schrieb etwa die Saale-Zeitung: „Die glückliche Siegerin […] ist die 19jährige Photographin Ruth Ingrid Richard. Bemerkenswert ist, daß Frl. Richard keinen Bubikopf trägt.“<ref name="Saale">Miß Germany 1931. In: Saale-Zeitung. Nr. 14. Halle (Saale) 17. Januar 1931, S. 3 (uni-halle.de).</ref>

Im Jahr 1931 nahm Ruth Ingrid Richard auch an der Wahl zur Miss Europe in Frankreich teil, wo sie jedoch knapp der französischen Kandidatin unterlag.<ref name="Wils">„Miß Europa“. Wir haben eine Schönheitskönigin! In: Wilsdruffer Tageblatt. 7. Februar 1931, S. 5 (slub-dresden.de [PDF]).</ref> Das Magazin entsandte sie als gekrönte Miss Germany zudem zur Wahl der Miss Universum nach Buenos Aires. Diese weitere internationale Konkurrenz, die der Franzose Maurice de Waleffe erst im Vorjahr etabliert hatte, fand zu Beginn in Südamerika statt.<ref>siehe Schattauer, S. 89.</ref>

Während bis 1930 die Schönheitsköniginnen zumeist als fröhliche, unbeschwerte und sportliche junge Frauen dargestellt wurden, schlug Ruth Ingrid Richard wie auch später ihre Nachfolgerin Liselotte de Booy ernstere Töne an und wollte zeigen, dass mehr in ihr steckte als bloße Schönheit.<ref>siehe Schattauer: Weibliche Handlungsmacht, S. 193.</ref>

Nach ihrer Wahl zur Miss Germany ging sie unter dem Namen Ingrid Richard zum Tonfilm. Laut ihrem Eintrag im Universal Filmlexikon 1932 spielte sie mit großem Erfolg als Anfängerin unter der Regie von Hans Behrendt eine Hauptrolle in dem Universal-Film Ich geh’ aus und du bleibst da.<ref name="Lexikon" /><ref>Ulrich J. Klaus: Deutsche Tonfilme: Jahrgang 1931. 1988, ISBN 3-923752-01-6, S. 123.</ref> Die Filmdatenbank filmportal.de listet sie 1932 als Darstellerin in dem Film Die Wasserteufel von Hieflau, der Anfang April 1932 uraufgeführt wurde.

Im Januar 1933 trat sie in der neuen Revue des Komponisten Rudolf Nelson Es hat geklingelt im Hotel Eden auf; die Revue des Monats brachte dazu einen Bericht über die Premiere, unter anderem mit einem Foto von Ingrid Richard (Bildtext: „Der temperamentvolle Liftboy Ernst Verebes zwischen der entzückenden Eva Busch und der schönen Ruth Ingrid Richard“).<ref>„Es hat geklingelt.“ Die neue Nelson-Revue im Eden. In: Revue des Monats. Nr. 3, Januar 1933, S. 587 (Link zum Foto).</ref>

Würdigung[Bearbeiten]

Im Jahr 2022 waren Ruth Ingrid Richard und weitere Schönheitsköniginnen der Weimarer Republik Gegenstand einer Dissertation an der Universität Erlangen-Nürnberg zum Thema Weibliche Handlungsmacht und Mobilität: Kommerzielle Schönheitskonkurrenzen in Deutschland, 1909–1933.<ref>siehe Schattauer: Weibliche Handlungsmacht, S. 89, 110, 169, 192–194, 207, 239, 249, 254, 258, 266, 268, 269, 272.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Veit Didczuneit, Dirk Külow: Miss Germany. Die deutsche Schönheitskönigin. S & L MedienContor, Hamburg 1998, ISBN 3-931962-94-6.
  • Corinna Schattauer: Weibliche Handlungsmacht und Mobilität: Kommerzielle Schönheitskonkurrenzen in Deutschland, 1909–1933 (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz. Band 271). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2024, doi:10.13109/9783666302824 (auch Dissertation an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (2022)).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ruth Ingrid Richard – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Anmerkungen[Bearbeiten]

<references group="Anm." />

VorgängerinAmtNachfolgerin
Dorit NitykowskiMiss Germany
1931
Liselotte de Booy

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