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Sören Pellmann

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Sören Pellmann (2025)

Sören Pellmann (* 11. Februar 1977 in Leipzig) ist ein deutscher Politiker (Die Linke). Bei der Bundestagswahl 2017, 2021 und 2025 errang er das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Leipzig II. Seit März 2025 ist er neben Heidi Reichinnek Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Bundestag.

Leben[Bearbeiten]

Sören Pellmann ist der Sohn des Historikers und PDS-Politikers Dietmar Pellmann. Von 1983 bis 1995 besuchte er zunächst die Polytechnische Oberschule „Adolf Hennecke“ und dann das Lichtenberg-Gymnasium in Leipzig-Grünau, an dem er 1995 sein Abitur ablegte.<ref>Über mich. In: soeren-pellmann.de. Abgerufen am 4. Januar 2025.</ref> Daran schloss sich der Zivildienst bei der Stadt Leipzig in einem Heim für schwerst-mehrfach-behinderte Kinder und Jugendliche an.

Während seines Jura-Studiums an der Universität Leipzig arbeitete er u. a. für die damaligen Bundestagsabgeordneten Barbara Höll und Heidemarie Lüth. Im Anschluss studierte er bis 2009 Lehramt für Förderschulen mit den Schwerpunkten Geistigbehindertenpädagogik und Lernbehindertenpädagogik. Das anschließende Referendariat absolvierte er an der Lernförderschule „Adolph Diesterweg“ Leipzig und an der Förderschule für geistig Behinderte „Schule Rosenweg“ Leipzig. Seit Sommer 2012 ist er als Grundschullehrer beim Freistaat Sachsen angestellt, während der Wahrnehmung des Bundestagsmandats allerdings freigestellt. Um weiterhin auch in der Kommunalpolitik der Stadt Leipzig aktiv bleiben zu können, entschloss sich Pellmann, für die Sitzungstage des Deutschen Bundestages nach Berlin zu pendeln und in Leipzig wohnen zu bleiben.<ref> Konstantin Nowotny: Sören Pellmann gewinnt Direktmandat in Leipzig: Menschen, mit denen er reden kann. In: Der Freitag. 9. Oktober 2017, abgerufen am 6. Juni 2024.</ref>

Pellmann ist verheiratet. Im Juli 2025 erlitt er einen Herzinfarkt.<ref>„Hätte ich Anzeichen nicht ernst genommen, hätte ich die Nacht wohl nicht überlebt“. In: Welt.de. Abgerufen am 18. Oktober 2025.</ref>

Politische Tätigkeit[Bearbeiten]

Datei:Hallescher Parteitag - Die Vorsitzenden 03.jpg
Sören Pellmann mit Jan van Aken, Ines Schwerdtner und Heidi Reichinnek (Halle, 2024)

Zu seinem 16. Geburtstag trat er in die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) ein. Dort übte er verschiedene Funktionen aus (Ortsvorsitzender, Schiedskommission, Stadtvorstand Leipzig). Nach der 2007 erfolgten Vereinigung mit der Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit (WASG) blieb er Mitglied in der Partei Die Linke. Dort war er Mitglied des Stadtvorstandes Leipzig, Pressesprecher, Wahlkampfleiter für verschiedene Wahlen und stellvertretender Stadtvorsitzender. Von 2015 bis 2019 war er Mitglied des Landesvorstandes von Die Linke Sachsen.

Mit der Kommunalwahl 2009 zog er in seinem Wahlkreis Leipzig-Grünau erstmals in den Leipziger Stadtrat ein und wurde 2014 – mit dem stadtweit besten prozentualen Ergebnis – wiedergewählt. Seit März 2012 ist er Fraktionsvorsitzender im Stadtrat zu Leipzig. 2019 wurde Pellmann erneut in den Leipziger Stadtrat gewählt.<ref>Das sind Leipzigs neue Stadträte - mit Fotos aller Abgeordneten. In: lvz.de. Abgerufen am 9. September 2019.</ref>

Zur Bundestagswahl 2017 trat Sören Pellmann als Direktkandidat im Wahlkreis Leipzig II (153) an und konnte sich mit 25,3 % der Stimmen knapp gegen Thomas Feist (CDU), der den Wahlkreis 2009 und 2013 gewonnen hatte, durchsetzen. Damit errang er das einzige Direktmandat für die Linke außerhalb Berlins und erstmals ein Direktmandat für seine Partei in Sachsen. Im Deutschen Bundestag war er in der 19. Wahlperiode Mitglied im Petitionsausschuss und Sportausschuss. Er ist ebenfalls Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie Obmann seiner Fraktion in diesem Ausschuss. Im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie in der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung“ ist er stellvertretendes Mitglied.<ref name=":0">Profil Sören Pellmann. In: linksfraktion.de. Abgerufen am 8. Mai 2018.</ref>

Zur Bundestagswahl 2021 errang er mit 22,8 % der Stimmen erneut das Direktmandat. Damit verhalf er zusammen mit zwei Berliner Wahlkreiskandidaten seiner Partei – trotz Verfehlens der Fünf-Prozent-Hürde – aufgrund der Grundmandatsklausel zum Wiedereinzug in Fraktionsstärke in den Deutschen Bundestag. In der 20. Wahlperiode wurde er in die Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag zum Ostbeauftragten und Sprecher für Inklusion und Teilhabe gewählt, ebenso ist er der Sprecher der Landesgruppe Ost der Fraktion.<ref name=":0" /> 2022 kandidierte Pellmann als Co-Vorsitzender der Partei Die Linke.<ref>Sören Pellmann: Kandidatur für den Parteivorsitz. (PDF) Partei DIE LINKE, 2022, abgerufen am 8. Juni 2022.</ref> Er erhielt am 25. Juni 2022 auf dem Parteitag der Linken in Erfurt 31,6 % (176 Stimmen) und verlor gegen Martin Schirdewan.<ref>Marc Röhlig: Wahl auf Erfurter Parteitag: Janine Wissler und Martin Schirdewan bilden neue Linken-Spitze. In: Der Spiegel. 25. Juni 2022, abgerufen am 26. Juni 2022.</ref> Im Februar 2024 wurde er zusammen mit Heidi Reichinnek zum Vorsitzenden der Gruppe Die Linke im Bundestag gewählt.<ref name="Zeit">Uneins auch ohne Wagenknecht. In: Zeit Online. Abgerufen am 19. Februar 2024.</ref>

Zur Bundestagswahl 2025 trat Pellmann erneut im Bundestagswahlkreis Leipzig II an und verteidigte sein Direktmandat mit 36,8 % zum zweiten Mal.<ref>Bundestagswahl: Pellmann als Direktkandidat der Linken in Leipzig gewählt auf zeit.de, abgerufen am 6. Dezember 2024.</ref> Anschließend wurde er zusammen mit Heidi Reichinnek kommissarisch als Fraktionsvorsitzender bestätigt,<ref>Linke konstituiert sich im Bundestag wieder als Fraktion. 25. Februar 2025, abgerufen am 25. Februar 2025.</ref> am 24. Juni 2025 wurden sie offiziell gewählt.<ref>Vier Monate nach der Wahl: Reichinnek und Pellmann als Fraktionsvorsitzende der Linken bestätigt , Der Spiegel 24. Juni 2025</ref> Während der 21. Legislaturperiode ist er Obmann und ordentliches Mitglied des Petitionsausschusses und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales.<ref>Deutscher Bundestag - Sören Pellmann. Abgerufen am 9. Juni 2025.</ref>

Positionierungen zum Russland-Ukraine-Krieg[Bearbeiten]

Pellmann kritisierte den russischen Überfall auf die Ukraine 2022 „als schweren Bruch des Völkerrechts“ und als nicht zu rechtfertigen.<ref>Die Waffen nieder! Wir stehen an der Seite unserer Partnerstadt Kiew. In: soeren-pellmann.de. Abgerufen am 14. April 2022.</ref> Dennoch behauptete er als Mitunterzeichner einer Erklärung,<ref>Erklärung. In: sahra-wagenknecht.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 26. Juni 2022.</ref> dass sich die Vereinigten Staaten in der Vergangenheit ebenso nicht für eine militärische Entspannung des NATO-Russland-Konflikts einsetzten.<ref>Einzug in den Bundestag: Neue linke Köpfe – und was sie außer „Klassenkampf“ noch antreibt - WELT. Abgerufen am 9. Mai 2025.</ref> Der außenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Linken Gregor Gysi zeigte sich angesichts des Briefs entsetzt.<ref>»Liebe Sahra, ich bin über eure Erklärung entsetzt«. In: spiegel.de. Abgerufen am 9. März 2022.</ref> Pellmann sagte wenig später in einem Interview, „der Halbsatz, der nun herausgegriffen wird“, sei „eine in dieser Situation nicht ganz durchdachte Reaktion“ gewesen.<ref>Streit um Putins Krieg: Linke auch in Leipzig entsetzt von Pellmanns Relativierung. In: lvz.de. Abgerufen am 14. April 2022.</ref> Im August 2023 wiederum sprach er sich gegen die Lieferung von Kampfjets an die Ukraine aus.<ref>"Die Entscheidung einzelner #NATO Länder sorgt eher für Eskalation." https://x.com/LINKEPELLI/status/1694696698835022202</ref> Im Juli 2024 wurde Pellmann, der an einer Reise der Rosa-Luxemburg-Stiftung teilnahm, die Einreise in die Ukraine verweigert.<ref>Sören Pellmann: Ukraine verweigert Linke-Politiker die Einreise. In: welt.de. 9. Juli 2024, abgerufen am 11. Juli 2024.</ref> Im Gespräch mit der taz im Februar 2025 sagte Pellmann, dass er den Brief von 2022 „heute so nicht wieder unterschreiben“ würde.<ref>David Muschenich: Linkenkandidat Sören Pellmann: Roter Rettungsschirm im Gegenwind. In: Die Tageszeitung. 3. Februar 2025, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 27. Februar 2025]).</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Sören Pellmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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Oskar Lafontaine (2005–2009) | Gregor Gysi (2005–2015) | Sahra Wagenknecht (2015–2019) | Dietmar Bartsch (2015–2023) | Amira Mohamed Ali (2019–2023) | Heidi Reichinnek (seit 2025) | Sören Pellmann (seit 2025)

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