Sachem
Sachem (Narragansett sachim<ref>Roger Williams: A Key into the Language of America: or, An help to the Language of the Natives in that part of America, called New-England, etc. Gregory Dexter, London 1643, Of the Family businesses, S. 34: Túckiu Sáchim? Where is the Sachim?</ref>) bezeichnet bei den algonkinsprachigen Indigenen Neuenglands den Anführer einer Dorfgemeinschaft oder auch „Häuptling“, wie ihn jede größere indianische Siedlung der Region hatte. Ins Englische und später auch ins Deutsche übernommen, wurde die Bezeichnung zudem auf die Irokesen übertragen, obwohl sie in deren Sprachen nicht üblich ist. Bei den nördlicheren Algonkin-Stämmen der Atlantikküste wurde diese Funktion als Sagamore bezeichnet.
Wortstamm in den Algonkin-Sprachen[Bearbeiten]
Laut John Smith, der Neuengland 1614 bereiste, nannten die Massachusett ihre „Könige“ in der Massachusett-Sprache sachem, während die Penobscot im heutigen Maine den Ausdruck sagamos verwendeten (daher englisch sagamore).<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. ( des Vorlage:Referrer vom 10. Oktober 2008 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/archiv-botSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden., Hawthorne in Salem, The Daily Times Chronicle, Winchester Edition (MA), Dezember 1999.</ref>
Innerhalb der Algonkin-Sprachen gibt es für den Ausdruck folgende Wortgleichungen:
| Zweig | Sprache | Wort |
|---|---|---|
| Ost-Algonkin-Sprachen | Ur-Ost-Algonkin | *sākimāw |
| Unami-Lenape | sakima (älter: sakimaw)<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> | |
| Narragansett | sâchim (daraus engl. sachem)<ref name="goddard">Ives Goddard: Eastern Algonquian languages. In: Bruce G. Trigger (Hrsg.): Northeast, William C. Sturtevant (Hrsg.): Handbook of North American Indians, Band 15. Smithsonian Institution, Washington DC 1978, S. 75.</ref> | |
| Ost-Abnaki | sakəma (daraus engl. sagamore)<ref name="goddard"/> | |
| Malecite-Passamaquoddy | sakom<ref>David A. Francis Sr. et al.: Maliseet - Passamaquoddy Dictionary. Mi'kmaq - Maliseet Institute.</ref> | |
| West-Abnaki | sôgmô<ref>Joseph Laurent (1884): New familiar Abenakis and English dialogues the first ever published on the grammatical system.</ref> | |
| Zentral-Algonkin-Sprachen | Ur-Zentral-Algonkin | *hākimāw |
| Anishinaabe | ogimaa<ref>John Nichols, Earl Nyholm: A Concise Dictionary of Minnesota Ojibwe. : University of Minnesota Press, Minneapolis 1995.</ref> | |
| Algonkin | ogimà<ref>Ernest Mcgregor: Algonkin Lexicon. Kitigan Zibi Education Council, Maniwaki (Québec) 1994.</ref> | |
| Ottawa | gimaa<ref>Richard A. Rhodes: Eastern Ojibwa-Chippewa-Ottawa Dictionary. Mouton de Gruyter, Berlin 1985.</ref> | |
| Potawatomi | wgema | |
| Nordost-Cree | uchimaa<ref>Luci Bobbish-Salt et al.: Northern EastCree Dictionary. Cree School Board, 2004–2006.</ref> | |
| Südost-Cree | uchimaa<ref>Ella Neeposh et al.: Southern EastCree Dictionary. Cree School Board, 2004–2007.</ref> | |
| Naskapi | iiyuuchimaaw<ref>Marguerite MacKenzie, Bill Jancewicz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. ( des Vorlage:Referrer vom 27. Mai 2008 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/archiv-botSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.. Naskapi Development Corp., Kawawachikamach (Québec) 1994.</ref> |
Sachem als Friedensvorsteher bei den Irokesen[Bearbeiten]
Friedrich Engels unterschied in seiner Abhandlung über die „Irokesische Gens“ zwischen dem Sachem (Friedensvorsteher) und Häuptling (Kriegsanführer). Er wurde von Frauen und Männern aus derselben Gens gewählt, wobei die Familienzugehörigkeit der mütterlichen Linie folgte. Der Sachem hatte lediglich moralische Autorität und keine Zwangsmittel. Im Rat des Irokesenbundes saßen insgesamt 50 Sachems aus den einzelnen Stämmen zusammen.<ref>Friedrich Engels: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats. In: Karl Marx, Friedrich Engels - Werke. Dietz Verlag, Berlin (Hauptstadt der DDR). Band 21, 5. Auflage 1975, unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1962. S. 85–97. Online: Marx/Engels-Werke.</ref>
Beispiele[Bearbeiten]
Bekannte Beispiele für Sachems sind Massasoit, sein Sohn Metacomet und Mahomet Weyonomon vom Stamme der Mohegan, der 1735 nach London reiste, um bei König Georg II. eine gerechtere Behandlung seines Volkes zu beantragen, da ihre Länder von englischen Siedlern überrannt würden. Weitere Sachems sind Madockawando, Uncas und Wyandanch.
Die Brotherhood of North American Indians und die Society of St. Tammany in New York City nannten ihre Vorsitzenden Great Sachem.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />