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Heiligenkraut

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Heiligenkraut
Datei:Santolina chamaecyparissus2.jpg

Graues Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Heiligenkraut
Wissenschaftlicher Name
Santolina
L.

Heiligenkraut (Santolina) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 24 Arten der Gattung sind im westlichen<ref name="EuroMed" /> Mittelmeerraum verbreitet. Am häufigsten findet sich das Graue Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), welches auch die Typusart darstellt.<ref name="Derbesy-Touche-Zola"/>

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Santolina virens 1.jpg
Grünes Heiligenkraut (Santolina virens)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Santolina-Arten wachsen als verzweigte, meist aufrechte, manchmal überhängende bis liegende Halbsträucher, die Wuchshöhen von selten 5 bis, meist 10 bis 60 Zentimetern erreichen. Es handelt es sich meist um aromatisch riechende Pflanzen. Die oberirdischen Pflanzenteile sind meist behaart. Sie bilden manchmal Rhizome aus.

Die wechselständig und meist am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind gestielt oder ungestielt und meist gefiedert.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die körbchenförmigen Blütenstände stehen einzeln und endständig auf einem langen Blütenstandsschaft. Die scheibenförmigen Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von meist 6 bis 10 (3 bis mehr als 12) Millimetern auf. Die 18 bis mehr als 45 ungleichen Hüllblätter stehen in meist drei (selten bis über fünf) Reihen. Die Blütenstandsböden sind konvex bis halbkugelig. Es sind Spreublätter vorhanden. Die Blütenkörbe enthalten keine Zungenblüten, sondern nur 60 bis über 250 Röhrenblüten. Die zwittrigen, fertilen Röhrenblüten besitzen meist zusammengedrückte und geflügelte Kronröhren. Die Farben der Kronblätter reichen von weißlich strohfarben über hell bis leuchtend gelb.

Die meist drei- bis fünfrippigen und kahlen Achänen besitzen an ihrem oberen Ende einen einseitigen Anhang der aus der Kronröhre gebildet wird. Es ist kein Pappus vorhanden.

Botanische Geschichte[Bearbeiten]

In England wurde Heiligenkraut erstmals in dem Kräuterbuch von William Turner beschrieben. John Parkinson bezeichnete es aber noch 1629 in seinem Paradisi in sole paradisus terrestris, or, a choise garden of all sorts of rarest flowers, with their nature, place of birth, time of flowring, names, and vertues to each plant, useful in physick, or admired for beauty von 1629 als „rar und neuartig“.<ref name="Keen1989" />

Datei:Santolina viscosa kz01.jpg
Santolina viscosa

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung der Gattung Santolina erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 842.<ref name="SpPl" /> Der botanische Gattungsname Santolina ist aus dem lateinischen Wort sanctus für „heilig“ und linum für „Flachs“ abgeleitet, auf Grund eines antiken Namens für eine der Arten dieser Gattung. Als Typusart wurde Santolina chamaecyparissus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. festgelegt.<ref name="Flora ibérica"/>

Die Gattung Santolina ist im westlichen Mittelmeerraum verbreitet. Sie kommt in Marokko, Algerien, Tunesien, Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Kroatien vor.<ref name="EuroMed" />

Es werden 24 Santolina-Arten anerkannt, von denen die meisten in zwei Sammelarten zusammengefasst werden:<ref name="EuroMed" />

Sammelart Santolina chamaecyparissus agg.[Bearbeiten]

Sammelart Santolina rosmarinifolia agg.[Bearbeiten]

Nicht mehr zur Gattung gehören (Auswahl):<ref name="GRIN" />

Verwendung[Bearbeiten]

Zwei bis drei Arten werden weltweit als Zierpflanzen kultiviert. Im England der frühen Neuzeit war es als Beeteinfassung beliebt.<ref name="Keen1989" />

Für Santolina chamaecyparissus, Santolina etrusca, Santolina insularis, Santolina neapolitana und Santolina oblongifolia sind traditionelle medizinische Anwendungen bekannt, unter anderem aufgrund antimikrobieller, entzündungshemmender, krampflösender, verdauungsfördernder und schmerzlindernder Eigenschaften. Entsprechende enthaltene bioaktive Substanzen sind hauptsächlich Terpenoide, es wurden aber auch Cumarine und Flavonoide nachgewiesen.<ref name="Tundis-Loizzo 2018"/>

Weitere Bilder[Bearbeiten]

Rosmarinblättriges Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia):

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="EuroMed"> Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Santolina. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009. </ref> <ref name="Derbesy-Touche-Zola"> M. Derbesy, J. Touche, A. Zola: The Essential Oil of Santolina chamaecyparissus L. In: Journal of Essential Oil Research. Band 1, Nr. 6, November 1989, ISSN 1041-2905, S. 269–275, doi:10.1080/10412905.1989.9697797. </ref> <ref name="Keen1989"> Mary Keen: The Glory of the English Garden. Boston, Litte, Brown and Co. 1989, S. 17. </ref> <ref name="Tundis-Loizzo 2018"> Rosa Tundis, Monica Loizzo: A Review of the Traditional Uses, Phytochemistry and Biological Activities of the Genus Santolina. In: Planta Medica. Band 84, Nr. 09/10, Juli 2018, ISSN 0032-0943, S. 627–637, doi:10.1055/a-0585-6153. </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 842, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D842%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D </ref> <ref name="Flora ibérica"> </ref> <ref name="Giacò-Astuti-Peruzzi"> Antonio Giacò, Giovanni Astuti, Lorenzo Peruzzi: Typification and nomenclature of the names in the Santolina chamaecyparissus species complex (Asteraceae). In: TAXON. Band 70, Nr. 1, 2021, ISSN 1996-8175, S. 189–201, doi:10.1002/tax.12429 (wiley.com [abgerufen am 26. Mai 2021]). </ref> <ref name="Marcos-Burgaz1989"> Nieves Marcos, Ana Rosa Burgaz: Santolina virens Miller (= S. viridis Willd.): a plant belonging to the Spanish flora. In: Anales del Jardín Botánico de Madrid. Band 47, Nummer 2, 1989, Seiten 513–516, (PDF-Datei) </ref> <ref name="GärtnerPötschke"> Pflanz- und Pflegeanleitung Olivenkraut bei Gärtner Pötschke (PDF-Datei) abgerufen am 18. März 2016 </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Heiligenkraut (Santolina) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien