Golftange
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| Datei:Svenska vetenskapsakademien handlingar (1888) (14799366013).jpg
Sargassum hystrix und Sargassum natans, Illustration | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Sargassum | ||||||||||||
| C. Agardh |
Die Golftange (Sargassum) sind eine äußerst artenreiche Gattung der Braunalgen. Sie kommen festgewachsen – manche Arten auch frei schwimmend – weltweit in den wärmeren Meeren vor.
Beschreibung[Bearbeiten]
Gestalt[Bearbeiten]
Die Größe der Algen schwankt zwischen 10 Zentimetern und mehr als 2 Metern, selten wurden bis 16 Meter große Exemplare beobachtet.<ref name="seaweed">Michael Guiry: The Seaweed Site: information on marine algae: Sargassum muticum, abgerufen am 5. Juni 2018.</ref> Aus einem scheibenförmigen oder konischen Rhizoid entspringen ein oder wenige stielrunde bis abgeflachte Stängel (Cauloide), die zwischen einem und 20 Zentimetern lang sein können. Diese treiben alljährlich 10 cm bis gut 2 Meter lange Seitentriebe, die am Ende der Vegetationsperiode abgeworfen werden. Die primären Äste stehen zweizeilig oder wirtelig am Cauloid, sind stielrund, dreikantig oder abgeflacht und zwei- oder dreizeilig oder wirtelig verzweigt.
Die unteren (proximalen) Seitenzweige können wiederum verzweigt oder unverzweigt sein und sind häufig blattförmig, mindestens aber abgeflacht, und (1–)3–15(–25) mm breit; wenn blattförmig (Phylloide), können sie ganzrandig oder gezähnt sein.
Die meisten Arten bilden Schwimmblasen (Pneumatocysten), welche die Stelle von Fiederblättchen vertreten können oder in den Achseln der Phylloide sitzen. Diese sind ei- bis fast kugelförmig und können zugespitzt und/oder gestielt sein.
Fortpflanzung[Bearbeiten]
Die Golftange können ein- oder zweihäusig sein, mit getrenntgeschlechtlichen oder zwittrigen Receptacula, welche in den Achseln von Seitenzweigen erster oder zweiter Ordnung (Phylloiden oder Fiedern) gebildet werden. Sie stehen meist in verzweigten Büscheln, selten einzeln. Die Conceptacula auf ihrer Oberfläche reifen von unten nach oben, wobei das Receptaculum oben weiterwächst. Die Receptacula können rund oder abgeflacht mit glatter, warziger oder stachliger Oberfläche sein.
Anatomie[Bearbeiten]
Die Cauloide und ihre Äste bestehen aus einem Mark aus verlängerten (im Zentrum allerdings isodiametrischen) Zellen, das von einem Plastiden enthaltenden Meristoderm umgeben ist. Das Längenwachstum geht von einer dreischneidigen Scheitelzelle aus, die in die Triebspitze eingesenkt ist.<ref name="algaebase">M.D. Guiry, G.M. Guiry: Sargassum C. Agardh, 1820 in: AlgaeBase. World-wide electronic publication, National University of Ireland, Galway, 2018. https://www.algaebase.org, abgerufen am 5. Juni 2018.</ref>
Vorkommen[Bearbeiten]
Die Golftange sind weltweit in den tropischen und wärmeren Meeren verbreitet. Die meisten Arten siedeln festgewachsen vor den Küsten (benthisch) (gelegentlich können losgerissene Äste im Meer treiben). Entlang der Küsten bilden sie Sargassum-„Wälder“ (Tangwald), die einen besonderen Lebensraum für kleine Krabben, Würmer und andere Meerestiere bieten. Man vermutet einen erheblichen Teil der Primärproduktion der Biomasse in diesen Algen-Wäldern.
Seit 2011 kommt es zu einem vermehrten Auftreten der Sargassum-Tange im Atlantik, die zu einer regelrechten Plage auswächst und 2018 einige Inseln den Notstand ausrufen ließ. In diesem Jahr wurde auch die größte Makroalgenblüte gefunden. Sie bedeckte eine Meeresfläche von 6.317 km². Die Algenblüte wurde auf 8,9 Millionen Tonnen Biomasse geschätzt und erstreckte sich über 8.300 km vom Golf von Mexiko bis zur Westküste Afrikas.<ref>Largest macroalgal bloom. Abgerufen am 5. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2019 erreichte der von Forschern als „Großer Atlantischer Sargassum-Gürtel“ bezeichnete Braunalgenteppich seine bisherige Höchstlänge. Er reicht von Westafrika bis in die Karibik und besteht aus schätzungsweise 20 Millionen Tonnen Tang.<ref>Christoph von Eichhorn: Ein Algenteppich durchzieht den Atlantik, Süddeutsche Zeitung vom 4. Juli 2019, abgerufen am 8. Juli 2019</ref> Als Ursache werden Überdüngung und Abholzen der Amazonas-Regenwälder vermutet.
Die Gattung umfasst auch zwei rein pelagische beziehungsweise planktische Arten (Sargassum natans und Sargassum fluitans); diese treiben frei im Oberflächenwasser, beispielsweise in der Sargassosee, die nach dem Sargassum benannt ist. Ihre Vermehrung verläuft nur vegetativ durch den Zerfall des Thallus.
Systematik[Bearbeiten]
Die Gattung Sargassum wurde 1820 von Carl Adolph Agardh aufgestellt (in: Species algarum, Band 1, S. 1). Typusart der Gattung ist Sargassum bacciferum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Turner) C. Agardh, das heute als artgleich mit Sargassum natans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Linnaeus) Gaillon angesehen wird.<ref name="algaebase" />
Die Gattung umfasst nach Strasburger etwa 250 Arten;<ref>Sitte et al.: Lehrbuch der Botanik, siehe Literatur</ref> in der Algaebase-Datenbank werden sogar 359 Artnamen akzeptiert.<ref name="algaebase" />
Arten (Auswahl)[Bearbeiten]
- Sargassum acinarium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Setchell: im warm-temperierten Ostatlantik (Kanaren, Westafrika), Mittelmeer, Karibik und Indischer Ozean
- Sargassum bermudense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Grunow: in der Karibik
- Sargassum dentifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Turner) C. Agardh: im Indischen Ozean (Persischer Golf, Rotes Meer, vor Somalia)
- Sargassum desfontainesii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Turner) C. Agardh: im warm-temperierten Ostatlantik (Azoren, Madeira, Kanaren, Marokko)
- Sargassum elegans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Suhr: im Südost-Atlantik (Südafrika) und Indischen Ozean (Südafrika, Mozambique)
- Sargassum fissifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Mertens) C. Agardh: im warm-temperierten Ostatlantik (Kanaren) und Australien
- Sargassum fluitans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Børgesen) Børgesen: in der Karibik und im Westpazifik (Philippinen)
- Sargassum fusiforme Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Harvey) Setchell: an den Küsten Japans, Koreas und Chinas
- Sargassum grevillei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J. Agardh: im Indopazifik (Indonesien, Indien, Thailand, Malaysia)
- Sargassum horneri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Turner) C.Agardh: im Pazifik (Korea, Japan)
- Sargassum ilicifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Turner) C. Agardh: im Indopazifik, Fidschi-Inseln, Australien und Indischer Ozean.
- Sargassum incisifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Turner) C. Agardh: im Indischen Ozean und Südost-Atlantik (Südafrika)
- Sargassum muticum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Yendo) Fensholt: ursprünglich in Japan heimisch, hochgradig invasiv, eingeschleppt jetzt in weiten Teilen von Nordost-Atlantik (auch in der Nordsee), Mittelmeer und Nordpazifik.
- Sargassum natans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Gaillon
- Sargassum oligocystum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Montagne: im Nordwest-Pazifik, Indopazifik, Pazifische Inseln und Australien
- Sargassum platycarpum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Montagne: im warmen Ostatlantik (Kanaren, Kapverden), in der Karibik und vor Brasilien
- Sargassum polyceratium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Montagne: in der Karibik, im Südwest-Atlantik (Brasilien) und Westpazifik (Philippinen)
- Sargassum tenerrimum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J. Agardh: im Nordwest-Pazifik, Indischer Ozean, Indopazifik und Australien
- Sargassum vulgare Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C. Agardh: weit verbreitet im Nordost-Atlantik (Portugal, Spanien bis Kanaren), Mittelmeer, Karibik, Südost-Atlantik (Westafrika), Westpazifik (Philippinen) und Indischer Ozean
Literatur[Bearbeiten]
- Wolfram Braune: Meeresalgen. Ein Farbbildführer zu den verbreiteten benthischen Grün-, Braun- und Rotalgen der Weltmeere. Ruggell: Gantner, 2008, ISBN 978-3-906166-69-8, S. 246–258. (Abschnitte Vorkommen, Systematik: Verbreitung der Arten)
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Laminaria (2007) | Micrasterias (2008) | Emiliania huxleyi (2009) | Froschlaichalgen Batrachospermum (2010) | Fragilariopsis cylindrus (2011) | Armleuchteralge Chara (2012) | Lingulodinium polyedrum (2013) | Chlamydomonas reinhardtii (2014) | Meersalat Ulva (2015) | Kieselalge Melosira arctica (2016) | Blaugrüne Felskugel (2017) | Klebsormidium (2018) | Chlamydomonas nivalis (2019) | Chromera velia (2020) | Vaucheria velutina (2021) | Stylodinium (2022) | Serritaenia (2023) | Sargassum (2024) | Draparnaldia erecta (2025) | Trebouxia (2026)