Satirepartei
Als Satirepartei wird eine politische Partei bezeichnet, die mit ihrer Arbeit auf die bestehenden politischen, sozialen oder gesellschaftlichen Missstände mit satirischen Elementen hinweisen will,<ref>Veronika Lintner: Kann man eine Partei wählen, für die alles Satire ist? Augsburger Allgemeine, 29. August 2019, abgerufen am 28. Juni 2022.</ref> sich dafür eigens die Form „politische Partei“ angeeignet hat und für ihre Zwecke nutzt.<ref>Kate Brady: Satire im EU-Parlament. "Die Partei" bringt Satire ins EU-Parlament. Deutsche Welle, 16. Juni 2022, abgerufen am 28. Juni 2022.</ref>
Deutsche Satireparteien[Bearbeiten]
In der Bundesrepublik Deutschland existiert seit 2004 Die PARTEI als exemplarische Satirepartei.<ref>Eintrag im Duden. Duden, abgerufen am 28. Juni 2022.</ref>
Ungarische Satireparteien[Bearbeiten]
Eine in Ungarn vorkommende Satirepartei ist die 2014 registrierte Ungarische Partei des zweischwänzigen Hundes (ungarisch Magyar Kétfarkú Kutya Párt (kurz MKKP)).<ref>Dan Nolan: Viktor Orban und der zweischwänzige Hund. In Ungarn nehmen Satiriker die migrationsfeindliche Politik von Premier Viktor Orban aufs Korn. Mit viel Witz kritisieren sie den Regierungschef und dessen Regierungsprogramm. Deutsche Welle, 3. Januar 2017, abgerufen am 28. Juni 2022.</ref>
Luxemburgische Satireparteien[Bearbeiten]
In Luxemburg gibt es seit 2019 die Partei d'PARTEI, sie ist eine Schwesterpartei der Satirepartei „Die PARTEI“.<ref>"d'Partei", eng nei Partei. In: RTL Luxemburg. Abgerufen am 17. September 2023 (luxemburgisch).</ref>
Trivia[Bearbeiten]
Gemeinhin werden Satireparteien durch herkömmliche Parteien auch Spaßparteien genannt,<ref>Georg Leppert: „Die Partei“ im Streit mit Volt: Wehnemann warnt Linke vor Bündnis mit „Neoliberalen“. Frenkfurter Rundschau, 23. März 2021, abgerufen am 28. Juni 2022.</ref> wobei induziert durch den Charakter einer Satirepartei indes die herkömmliche Partei als Spaßpartei bezeichnet wird.<ref>Alisha Mendgen und Alexander Krenn: Die Partei: Auf der Suche nach dem Sinn. RedaktionsNetzwerk Deutschland, 14. September 2021, abgerufen am 28. Juni 2022.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Martin Sonneborn: Das PARTEI Buch: Wie man in Deutschland eine Partei gründet und die Macht übernimmt. Kiepenheuer & Witsch: Köln 2009, ISBN 978-3-462-04090-6.
- Marie Geissler, Norbert Gravius, Riza A. Cörtlen, Tom Rodig, Klaus, Markus Maier, Martin Sonneborn, Nico Wehnemann, Dominic Harapat, Sebastian Cedel, Philippe Demandt, Charlotte Brock, Andreas Schwock, Ph. Hencker, Der kleine Chris, Melanie Brauckhoff, Max Aschenbach: Das MANIFEST der Partei die PARTEI. Dresden 2022.<ref>
https://www.parteibedarf.de/Das-MANIFEST/SW10165</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />