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Flammen-Adonisröschen

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Flammen-Adonisröschen

Flammen-Adonisröschen (Adonis flammea)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Adonideae
Gattung: Adonisröschen (Adonis)
Art: Flammen-Adonisröschen
Wissenschaftlicher Name
Adonis flammea
Jacq.

Das Flammen-Adonisröschen<ref name="FloraWeb" /> (Adonis flammea), auch als Scharlach-Adonis, Brennendes Teufelsauge oder Brennendes Adonisröschen bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Adonisröschen (Adonis) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Flammen-Adonisröschen (Adonis flammea) kann mit dem sehr ähnlichen Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) verwechselt werden, ist allerdings wesentlich seltener.

Datei:Adonis aestivalis + Adonis flammea sl1.jpg
Rechts: locker aufgebaute Sammelfrucht. Links zum Vergleich die Frucht des Sommer-Adonis.
Datei:Adonis flammea sl7.jpg
Blüte von unten; gut erkennbar sind die relativ kurzen und lang behaarten Kelchblätter
Datei:Adonis flammea - Florae Austriaceae, vol. 4, Tab. 355.jpg
Illustration aus Florae Austriaceae, Band 4, Tafel 355

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Adonis flammea wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis, meist 20 bis 50 Zentimetern.<ref name="FloraWeb" /> Die aufrechten einfachen oder im unteren Drittel verzweigten Stängel sind, besonders am Grund, leicht weich behaart, oben zerstreut behaart bis kahl<ref name="FloraWeb" /> (beim Sommer-Adonisröschen hingegen meist kahl).

Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind drei- bis vierfach fiederteilig.<ref name="FloraWeb" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni.<ref name="FloraWeb" /> Die endständigen Blüten stehen einzeln. Die zwittrigen<ref name="FloraWeb" /> Blüten sind bei einem Durchmesser von 1,5 bis 3,5 Zentimetern radiärsymmetrisch.<ref name="FloraWeb" /> Die Kelchblätter sind an íhrer Basis zerstreut lang behaart und verkahlen später.<ref name="FloraWeb" /> Die Kelchblätter weisen – anders als beim Sommer-Adonisröschen – ein anliegendes Indument auf. Die drei bis acht Kronblätter sind scharlach- bis blut-rot, selten gelb und besitzen an ihrer Basis gelegentlich einen dunklen Fleck.<ref name="FloraWeb" /> Die acht Staubblätter sind dunkel-violett.<ref name="FloraWeb" />

In einer Sammelfrucht stehen locker verteilt Nüsschen mit am oberen Ende rundem Höcker, der den schwarzen Schnabel (beim Sommer-Adonisröschen ist der Schnabel grün) zur Seite drückt.<ref name="FloraWeb" />

Die Chromosomenzahl beträgt x = 8; es liegt Tetraploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 32 vor.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="FloraWeb" />

Ökologie[Bearbeiten]

Blütenökologisch handelt es sich um Pollenblumen, die keinen Nektar, aber reichlich Pollen als Belohnung für Bestäuber enthalten. Bestäuber sind kurzrüsselige Bienen, Syrphiden, Käfer sowie Fliegen.<ref name="FloraWeb" />

Als Diasporen (Ausbreitungseinheit) fungieren die Früchtchen. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch Autochorie.<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Flammen-Adonisröschens erstreckt sich zwischen Südeuropa und Westasien. Seine Nordgrenze liegt etwa beim 51. Breitengrad, im Westen erreicht es Frankreich sowie das nördliche Spanien, im Süden Sizilien, Ägypten sowie Kleinasien, und im Osten den Kaukasusraum sowie den nördlichen Iran.

Das Flammen-Adonisröschen ist wärmeliebend und ein Kalkzeiger. Das Flammen-Adonisröschen gedeiht am besten auf kalkreichen, flachgründig-steinigen, sommerwarmen Lehm-, Löss- oder Tonböden. Es besiedelt in Mitteleuropa Getreidefelder, seltener Hackfruchtfelder oder Ödland. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Caucalido-Scandicetum aus dem Verband Caucalidion.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Durch chemische Unkrautbekämpfung ist es in Mitteleuropa selten geworden; es tritt dort nur noch vereinzelt und unbeständig in den Kalkgebieten der Mittelgebirge auf.<ref name="Aichele2000" /> Die Zahl der Fundorte, an denen das Flammen-Adonisröschen nach dem Zweiten Weltkrieg noch vorkam, ist drastisch zurückgegangen.<ref name="Aichele2000" />

Das Flammen-Adonisröschen ist wahrscheinlich während der Jungsteinzeit nach Deutschland gelangt (Archäophyt) und war früher häufig. Infolge intensivierter Anbaumethoden ist es seit Jahrzehnten in Deutschland nur mehr sehr zerstreut zu finden. Adonis flammea ist wie schon 1996 nach Korneck et al. in der Roten Liste der Pflanzenarten Deutschlands auch 2018 nach Metzing et al. mit der Kategorie 1 = „vom Aussterben bedroht“ bewertet.<ref name="FloraWeb" />

In Österreich tritt das Scharlach-Adonis sehr selten besonders im pannonischen Gebiet auf. Die Vorkommen beschränken sich auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Burgenland und Tirol. Es gilt in Österreich als „stark gefährdet“ und im alpinen Bereich und im nördlichen und südöstlichen Alpenvorland als „vom Aussterben bedroht“.

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Adonis flammea erfolgte 1776 durch Nicolaus Joseph von Jacquin in Florae Austriacae, sive plantarum selectarum in Austriae archiducatu sponte crescentium, icones, Band 4 Seite 29, Tafel 355.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Wie auch die übrigen Arten der Gattung Adonis ist Adonis flammea giftig, insbesondere durch seinen Gehalt an herzwirksamen Glykosiden (Cardenolide), wobei Adonitoxin und Cymarin die Hauptglykoside darstellen.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Hanf: Farbatlas Feldflora. Wildkräuter und Unkräuter. Eugen Ulmer, Stuttgart 1990, ISBN 3-8001-4074-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="FloraWeb"> Adonis flammea Jacq. (Flammen-Adonisröschen) auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Adonis flammea Jacq. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Aichele2000"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 421. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Flammen-Adonisröschen (Adonis flammea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien