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Schloss Grandson

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Schloss Grandson
Datei:Grandson Schloss1.jpg
Schloss Grandson

Schloss Grandson

Alternativname(n) Château de Grandson
Staat Schweiz
Ort Grandson
Entstehungszeit 1050
Erhaltungszustand Renoviert
Geographische Lage 46° 49′ N, 6° 39′ OKoordinaten: 46° 48′ 32″ N, 6° 38′ 46″ O; CH1903: 539510 / 184500
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Höhenlage 447 m ü. M.
Schloss Grandson (Kanton Waadt)
Schloss Grandson (Kanton Waadt)
Datei:Grandson-Castle.JPG
Schloss Grandson, Luftaufnahme

Beschreibung und Lage[Bearbeiten]

Das Schloss Grandson (französisch: Château de Grandson) steht auf einem Felssporn am Südufer des Neuenburgersees in der waadtländischen Gemeinde Grandson. Es zählt neben dem Schloss Chillon zu den bedeutendsten mittelalterlichen Festungsanlagen der Schweiz. Die Anlage steht als Kulturgut von nationaler Bedeutung unter Denkmalschutz.

Die heutige Anlage entstand im Wesentlichen zwischen dem 13. und frühen 14. Jahrhundert unter den Herren von Grandson. Sie besitzt einen nahezu quadratischen Grundriss mit vier mächtigen Rundtürmen an den Ecken sowie einem weiteren Turm im Bereich des Zugangs. Die Ringmauern und Türme sind weitgehend erhalten. Ursprünglich reichte der Wasserspiegel des Neuenburgersees bis an die Umfassungsmauer der Burg.

Das Schloss gehört zur Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte des Winterthurer Immobilienbesitzers und Kunstsammlers Bruno Stefanini.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Burg wurde um 1050 von den Herren von Grandson gebaut. Aus dieser Zeit (1049) datiert auch die erste urkundliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen Granzio. Um 1100 wurde das Schloss erstmals erwähnt.<ref>Geschichte. Abgerufen am 18. Juli 2026</ref> Im 13. Jahrhundert wurde ein Neubau errichtet.

Am 19. Februar 1476 begann Karl der Kühne mit seinem 20’000 Mann starken Heer die Belagerung des Schlosses. Neun Tage später musste sich die Besatzung wegen Nahrungsmangels ergeben. Karl liess die gesamte Schlossbesatzung – über 400 Mann – hinrichten. Das sollte die Strafe dafür sein, dass die Schweizer gemeinsame Sache mit Ludwig XI. gemacht hatten.

Als die Nachricht über das Gemetzel vom 28. Februar die Runde machte, entschlossen sich die wütenden Eidgenossen sofort zum Angriff auf den Burgunderherzog. Vier Tage später, am 2. März, rückte ein 18 000 Mann starkes Heer der verbündeten Schweizer auf Grandson vor und stellte in der Schlacht bei Grandson die 20 000 Soldaten des Herzogs. Von den „Kuhhirten“ in die Flucht geschlagen, hinterliessen Karl und seine Mannen ihr ganzes Heerlager samt Zelten und Staatskasse. Es war eine der vernichtenden Niederlagen, die der streitbare Herzog mit seinen Gefolgsleuten hinnehmen musste. Ein Jahr später starb Karl in der Schlacht bei Nancy.

Die Schweizer brauchten drei Tage, um die umfangreiche Beute zu plündern. Der burgundische Schatz brachte eine Million in Goldstücken, Gold- und Silbergeschirr, Schmuck in Form von Diamanten und Rubinen, kostbare Teppiche und das goldene Geheimsiegel des Herzogs. Zudem erbeuteten die Sieger 600 Fahnen, 400 Zelte, 300 Tonnen Schiesspulver, 400 Kanonen, 800 Handfeuerwaffen, 10 000 Pferde, Pferdefutter und riesige Mengen Lebensmittel – alles zusammen wäre heute rund 100 Millionen Schweizer Franken wert.

In Schloss Grandson regierten von 1476 bis 1798 die Landvögte von Freiburg und Bern, die sich alle fünf Jahre in der Regierung abwechselten.

Restaurierung[Bearbeiten]

Zwischen 2012 und 2026 wurde das Schloss umfassend restauriert und denkmalpflegerisch in Stand gesetzt. Ziel des Projekts war die Erhaltung der historischen Bausubstanz, die Modernisierung der Infrastruktur sowie die vollständige Neukonzeption des Museums. Die Arbeiten erfolgten im Rahmen des Projekts «Château de Grandson 2026» unter der Trägerschaft der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) und der «Fondation du Château de Grandson». Das Projekt umfasste Investitionen von über 50 Millionen Franken.<ref>Grandson Stiftung</ref>

Anlässlich des 550. Jahrestages der Schlacht bei Grandson wurde das Schloss am 2. März 2026 wieder eingeweiht und am 1. April 2026 für den regulären Museumsbetrieb eröffnet.<ref>chateau-grandson.ch</ref>

Museum[Bearbeiten]

Nach der Restaurierung wurde das Museumskonzept vollständig neu gestaltet. Mit der Wiedereröffnung am 1. April 2026 ersetzten eine neue Dauerausstellung und wechselnde Sonderausstellungen die früheren thematischen Sammlungen.<ref>Schloss Grandson Medien</ref>

Die Dauerausstellung «Grandson – 1000 Jahre Geschichte» umfasst rund 1000 m² Ausstellungsfläche in 15 Räumen auf vier Geschossen. Sie behandelt die Geschichte des Schlosses von seinen Anfängen im 10. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Schwerpunkte bilden die Entstehung der Burg, die Herrschaft der Herren von Grandson, die Zeit unter Savoyen und Bern, die Burgunderkriege, die spätere Nutzung des Schlosses sowie dessen Restaurierung und denkmalpflegerische Erhaltung.<ref>Besuch</ref>

Die Ausstellung verbindet historische Objekte mit audiovisuellen und interaktiven Vermittlungsformen. Ein eigener Ausstellungsbereich ist der Schlacht bei Grandson von 1476 und ihrer historischen Einordnung gewidmet. Neben den politischen und militärischen Ereignissen werden auch die Burgunderbeute und die Auswirkungen der Kriege auf die Region dargestellt.

Ergänzt wird das Angebot durch Sonderausstellungen, Führungen und kulturelle Veranstaltungen. Für Familien und Schulklassen stehen altersgerechte Vermittlungsangebote zur Verfügung.

Die früher im Schloss untergebrachten Sammlungen – darunter das Waffenmuseum, das Oldtimer-Museum, die Folterkammer sowie die Sammlung historischer Waffen und Rüstungen – sind nicht mehr Teil der Ausstellung.

Für 2027 ist die Eröffnung eines internationalen Armbrustzentrums vorgesehen, das eine bedeutende Sammlung historischer Armbrüste und entsprechender Ausrüstungsgegenstände präsentieren soll.<ref>Die grösste Armbrustsammlung der Welt?</ref>

Literatur[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Schloss Grandson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references/>

Vorlage:Hinweisbaustein