Sebastian Ramminger
Hans Sebastian Ramminger (genannt Schreiber; * zwischen 1560 und 1570 in Heidenheim an der Brenz; † 29. August 1617 in Stuttgart<ref name="Renaissance">Werner Fleischhauer: Renaissance …. S. 169.</ref><ref name="Dinerbuch">Eberhard Emil von Georgii-Georgenau: Hof Mahler. In: Fuerstlich wuerttembergisch Dienerbuch vom IX. bis zum XIX. Jahrhundert. C. F. Simon, Stuttgart 1877, S. 211 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>) war ein württembergischer Maler, der in Stuttgart tätig war und am 1. Juli 1612 zum Hofmaler bestellt wurde.<ref name="Dinerbuch" /> Er war ein jüngerer Bruder von Jacob Ramminger und ein Schwager des Malers Hans Steiner.
Leben[Bearbeiten]
Ramminger stammte aus einer Schreiberfamilie. Er heiratete 1588<ref name="Renaissance" /> und wurde 1590 wohl von seinem Schwager Hans Steiner († 1610) als dessen Geselle zur Ausmalung der Innenräume des neuen Lusthauses nach Stuttgart geholt. Ramminger wird nur in Zusammenhang mit der ersten Phase der Arbeiten im großen Saal erwähnt, und es können ihm keine konkreten Arbeiten im Lusthaus zugeordnet werden.<ref>Werner Fleischhauer: Renaissance …. S. 164.</ref> Im großen Saal wurde recht bald von Hans Melchior Offstein ersetzt,<ref>Werner Fleischhauer: Die Malereien im Stuttgarter Lusthaus. S. 317.</ref> aber er hatte auf jeden Fall „mit verfertigung der Annaten zu thon“. Ob sich dabei um Porträts der früheren Herrscher von Württemberg, die im untern Saal ausgeführt wurden, oder um Bemalung der Porträtbüsten im Umgang des Lusthauses handelte, ist nicht eindeutig.<ref>Werner Fleischhauer: Die Malereien im Stuttgarter Lusthaus. S. 319.</ref>
Danach bekam Ramminger nur kleinere Aufträge von der Stadt Stuttgart.<ref name="Renaissance" /> Im Steuerbuch 1595–1600 ist eine Steuer in Gesamthöhe von nur 1 ℔ und 6 ß verzeichnet.<ref>Hans Rott: Quellen und Forschungen …. S. 290.</ref>
Um 1600 beteiligte sich Ramminger an dem im Auftrag des Herzogs Friedrich von seinem Bruder Jacob gefertigten Seebuch.<ref>Vollständiger Titel: Seehbuch, darinnen alle Seeh und Weyer in dem löplichen Hertzogthumb Würtemberg. Württembergische Landesbibliothek, Cod. hist. Fol. 261.</ref> Sebastian Rammingers Aufgabe war es, in diesem aus 24 Pergamentblättern bestehenden Werk die Wappen des Herzogtums, der Städte und der Ämter einzufügen. Für die kostbaren, in leuchtenden Farben ausgeführten Miniaturdarstellungen, die teilweise mit den Jahreszahlen 1600 bzw. 1601 (eines trägt die Jahreszahl 1596) versehen sind und die Blätter vorteilhaft verzieren, wurde Sebastian Ramminger mit 28 fl entlohnt.<ref>Werner Fleischhauer: Renaissance …. S. 377.</ref>
Nach dem Tod von Johann Philipp Greter wurde Ramminger 1612 zu dessen Nachfolger als Hofmaler bestellt. Erst ab diesem Zeitpunkt bekam er wieder Aufträge vom Herzog.<ref name="Renaissance" /> Obwohl ihn dieser Titel endlich „qualifizierte“, sind keine konkreten Arbeiten von Ramminger und auch Urteile über seine Arbeiten bekannt.<ref>Werner Fleischhauer: Die Malereien im Stuttgarter Lusthaus. S. 322.</ref>
Sebastian Ramminger musste den Tübinger Maler Johann Christoph Neyffer kennen, da dieser sein Schwiegersohn war. Er kannte auch Tobias Spingler, der 1614 versuchte, sich in Tübingen niederzulassen, weil eine von Rammingers Töchtern zu diesem Zeitpunkt mit Spingler verlobt war.<ref name="Anfänge">Werner Fleischhauer: Die Anfänge …. S. 212.</ref>
Außer den Wappen im Seebuch ist von Ramminger keine weitere Malerarbeit erhalten. Es sind auch keine Zeichnungen von ihm bekannt.<ref>Heinrich Geissler: Zeichner …. S. 118.</ref>
Bibliographie[Bearbeiten]
- Werner Fleischhauer: Renaissance im Herzogtum Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1971.
- Heinrich Geissler: Zeichner am Württembergischen Hof um 1600. In: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg. Deutscher Kunstverlag, München 1969, S. 79–126.
- Werner Fleischhauer: Die Anfänge der Tübinger Universitätsbildnissammlung – ein Beitrag zur Geschichte der Malerei der Spätrenaissance im Herzogtum Württemberg. In: Werner Fleischhauer u. a.: Neue Beiträge zur südwestdeutschen Landesgeschichte. Festschrift für Max Miller. Kohlhammer, Stuttgart 1962, S. 197–2Kohlhammer, 16
- Hans Rott: Quellen und Forschungen zur südwestdeutschen und schweizerischen Kunstgeschichte im XV. und XVI. Jahrhundert. II, Alt-Schwaben und Reichsstädte. Strecker und Schröder, Stuttgart 1934.
- Werner Fleischhauer: Die Malereien im Stuttgarter Lusthaus. In: Württembergische Vergangenheit. Festschrift des Württembergischen Geschichts- und Altertumsvereins zur Stuttgarter Tagung des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine im September 1932. Kohlhammer, Stuttgart 1932, S. 305–333
- Ramminger, Hans Sebastian. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 27: Piermaria–Ramsdell. E. A. Seemann, Leipzig 1933, S. Vorlage:VonBis (biblos.pk.edu.pl).
- Klemm: Über die Nachfolger des fürstlichen Baumeisters Tretsch, insbesondere den Meister des Lusthauses. In: Württembergische Vierteljahreshefte für Landesgeschichte. 1889, S. 91–107.
Weblinks[Bearbeiten]
Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ramminger, Sebastian |
| ALTERNATIVNAMEN | Ramminger, Hans Sebastian (vollständiger Name); Raminger Sebastian; Ramminger, Bastian; Raminger, Hans Bastian; Ramminger, Hanns Sebastian |
| KURZBESCHREIBUNG | württembergischer Hofmaler |
| GEBURTSDATUM | zwischen 1560 und 1570 |
| GEBURTSORT | Heidenheim an der Brenz |
| STERBEDATUM | 29. August 1617 |
| STERBEORT | Stuttgart |
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