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Sennheiser MD 421

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Datei:Sennheiser md421.jpg
Farbe der ersten Produktionsreihe. Die Ursprungsausführung hatte das Signet in Schreibschrift.
Datei:Sennheiser MD 421 ks01.jpg
Schwarze Ausführung (Exemplar von 1989)
Datei:Sennheiser MD 421 bass switch ks01.jpg
Roll-Off-Schalter am Steckanschluss

Das Sennheiser MD 421 ist ein von Sennheiser electronic entwickeltes, produziertes und weltweit bekanntes dynamisches Tauchspulenmikrofon mit nierenförmiger Richtcharakteristik. Seit seiner Markteinführung 1960 wurde der eigentliche Schallwandler nicht verändert, lediglich Gehäusedetails und nachgeschaltete Elektronik wurden mit der Zeit angepasst.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Der Membrandurchmesser von 27 mm macht das MD 421 zu einem der wenigen dynamischen Großmembranmikrofone.

Sein von 30 bis 17.000 Hz weitgehend linearer (±3 dB) Amplitudenfrequenzgang übertraf die Vorgaben der HiFi-Norm, womit es bei Einführung klanglich an der Spitze der dynamischen Richtmikrofone und bereits in der Nähe der kapazitiven Wandler (Kondensatormikrofone) lag.

Konstruktiv neu war der kompakte Aufbau des Wandlersystems, das sich vollständig in den Metallkorb verlegen ließ, so dass der Kunststoffgriff keine akustische Wirkung mehr hat. Bei Vorgängern lagen die für die Richtwirkung erforderlichen rückwärtigen Schalleintrittsöffnungen in der Wand des Griffstücks; wurden sie versehentlich mit der Hand verschlossen, änderten sich Richtwirkung und Klangeigenschaften erheblich. Beim MD 421 sitzt die Membran vorn im Korb, wenige Millimeter hinter dem Herstellerlogo, wodurch auch der rückwärtige Schalleintritt im Korb liegt und intuitiv frei gelassen wird. Das einfache Handling machte das MD 421 zum robusten „Arbeitstier“ für Reportagezwecke.

Neu war auch die Brummkompensationsspule, die die Tauchspule umgibt und gegenphasig zu ihr verschaltet ist. Tieffrequente Störeinflüsse von Magnetwechselfeldern, etwa von Netztransformatoren, werden so eliminiert.

Roll-Off-Schalter[Bearbeiten]

Die meisten MD 421 mit Kleintuchel- oder XLR-Anschluss besitzen zwischen Griffstück und Steckverbinder einen gerändelten Kunststoffring, mit dem sich ein verstellbarer induktiver Hochpass (Roll-Off-Filter) bedienen lässt. In Stellung „M“ ist der Filter deaktiviert, was einen linearen Amplitudenfrequenzgang ergibt, in Stellung „S“ dämpft er die Übertragung tiefer Frequenzen stark und kompensiert damit einen Nahbesprechungseffekt. Die Zwischenstellungen dieses Filters sind seit den 70er Jahren mit drei markierten Raststufen versehen. Die Kürzel „M“ und „S“ stehen für „Musik“ bzw. „Sprache“.<ref>laut Original-Anleitung, beim Hersteller nicht mehr verfügbar</ref>

Mikrofone mit anderem Steckverbinder können von Sennheiser nachträglich auf XLR umgebaut werden. Dabei entfällt aber der Roll-Off-Schalter.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie schon das 1953 erstmals produzierte Modell Sennheiser MD 21 mit kugelförmiger Richtcharakteristik wurde das MD 421 vom Hersteller als Studiomikrofon beworben.<ref>Katalog „Sennheiser-Revue 1968“ ff.</ref> Beide Mikrofone sind nach wie vor im Programm des Herstellers. Die zeitweilig produzierten Nachfolgetypen MD 22-U und 422-U konnten sich am Markt nicht durchsetzen.

Das MD 421 etablierte sich seit seiner Einführung im Jahre 1960 in nahezu allen Bereichen der professionellen Tontechnik, besonders der Übertragungstechnik von Hörfunk und Fernsehen wie auch der Beschallungstechnik (PA). Zu seinem Erfolg verhalf dem Mikrofon neben seinen klanglichen Vorzügen auch das oben erwähnte „Musik/Sprache-Filter“. Dieser Hochpass bewährte sich sowohl beim Einsatz als Gesangsmikrofon (Unterdrückung des Nahbesprechungseffekts) als auch bei Außenübertragungen und -Aufnahmen mit Uher-Report- und Nagra III-Tonbandgeräten, die über keinerlei Trittschallfilter verfügten. Hantierungsgeräusche und tieffrequenter Straßenlärm wurden wirksam reduziert.

Die charakteristische Formgebung des MD 421 gehörte bis in die 90er Jahre hinein zum Erscheinungsbild unzähliger Pressekonferenzen, Politikerreden und Fernsehreportagen.

2002<ref name="recordinghacks">recordinghacks.com: Testbericht, abgerufen am 14. Januar 2022</ref> erfuhr das MD 421 eine Design-Überarbeitung und avancierte damit zum MD 421-II. Am Wandlersystem selbst und damit am Klang wurde dabei nichts Wesentliches verändert, auch die typische Form blieb erhalten. Das neue Modell ist nur noch mit XLR-Anschluss erhältlich und günstiger zu fertigen und zu warten, da Gehäuse und akustischer Wandler besser getrennt sind, was Dichtungen und Klebeverbindungen entbehrlich macht<ref name="recordinghacks" />. Äußerlich geht das neue Gehäuse fließender in den Bassschalter/XLR-Anschluss über, und der Sennheiser-Schriftzug an der Vorderseite ist etwas dezenter gehalten.

Verwendung[Bearbeiten]

Historische Beispiele[Bearbeiten]

Datei:Sennheiser MD 421.jpg
MD 421 bei Schlagzeugabnahme

Heute wird es nach wie vor von Journalisten und bei der Musikproduktion verwendet. Einsatzgebiete des MD 421 sind vor allem Trommeln, Gitarrenverstärker, Holz-, Blechblas- und Perkussionsinstrumente. Es ist bekannt für seinen fast linearen Frequenzgang im Bassbereich bis 1 kHz.<ref>Sennheiser MD 421 Test :: bonedo.de. Abgerufen am 19. April 2020.</ref> Auf der Bühne wurde das MD 421 durch optisch kleinere Modelle verdrängt.

Zubehör[Bearbeiten]

Neben Tischfuß- (Modellbezeichnung MZT) und Windschutzmodellen (MZW) aus Nylon und später Schaumstoff gehören zum Zubehör eine Stativhalterung und zeitweilig eine Schnellwechselklemme. Aufgrund seiner ungewöhnlichen Form kann das MD 421 nicht mit einer Standardstativklemme befestigt werden. Zum MD 421 gehört eine steckbare Stativhalterung. Diese wird in eine Nut an der Unterseite des Mikrofons geschoben und mechanisch verriegelt. Für die Verwendung des MD 421 als Gesangsmikrofon gab es zeitweilig es eine sog. Schnellwechselklemme mit Nut für die Stativhalterung.

Versionen[Bearbeiten]

Das Mikrofon wurde in verschiedenen Varianten hergestellt:

  • MD 421-2 mit hellgrau/silberfarbenem Gehäuse und symmetrisch beschaltetem Großtuchel-Anschluss
  • MD 421-5, Sonderversion des -2 mit „Telefunken“-Label statt „Sennheiser“<ref>zu sehen auf [1], abgerufen am 18. Juli 2026</ref>
  • MD 421-N mit hellgrau/silberfarbenem Gehäuse und Kleintuchel-Anschluss
  • MD 421 de Luxe mit schwarzem Gehäuse, goldfarbener Einsprache, technisch baugleich zu MD 421-N
  • MD 421-HL mit hellgrau/silberfarbenem Gehäuse, symmetrisch / unsymmetrisch beschaltetem Kleintuchel-Anschluss und Übertrager für wahlweise hochohmigen Anschluss an Amateurtonbandgeräte u. ä.
  • MD 421-HN mit unsymmetrischem Ausgang für den direkten Anschluss an Bandmaschinen.
  • MD 421-U mit schwarzem Gehäuse und symmetrisch beschaltetem XLR-Verbinder. Praktisch baugleich zum aktuell produzierten, nur leicht überarbeiteten Nachfolger MD421-II. Die Versionen 421 U4 und U5 unterschieden sich durch das Gewinde am (abnehmbaren) Stativanschluss. Version U4 besitzt ein Wechselgewinde, während U5 ein Gewinde mit festem 3/8"-Maß besitzt.
  • MD 521 „Blackfire“ mit schwarzem Gehäuse und symmetrisch beschaltetem XLR-Anschluss, aber ohne Roll-Off-Schalter. Mit der Blackfire-Serie wollte Sennheiser in den 1980er Jahren die hochpreisigen „Klassiker“ MD 421, MD 441, MD 431 und MD 409 in teilweise technisch abgespeckten Versionen für den Musiker-Markt attraktiver machen.
  • MD 421 Kompakt: Seit 2024 gefertigte verkürzte Bauform mit überarbeiteter Klemme für einen platzsparenden Einsatz am Schlagzeug.<ref>Produktinfo auf sennheiser.com, abgerufen am 4. Januar 2026</ref>

Konkurrenzprodukte[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Sennheiser MD 421 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />