Sentence of Death
| Sentence of Death | ||||
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| EP von Destruction | ||||
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Veröffent- |
1984 | |||
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Aufnahme |
September 1984 | |||
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Format(e) |
LP, MC | |||
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Titel (Anzahl) |
6 | |||
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19:33 | ||||
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Besetzung |
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Wolfgang Eichholz | ||||
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Studio(s) |
Caet Studios, Berlin | |||
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Sentence of Death ist die erste EP der deutschen Thrash-Metal-Band Destruction.
Entstehung[Bearbeiten]
Nachdem die Band mit dem letzten Zugang Marcel „Schmier“ Schirmer, der gleich zwei personelle Abgänge (Sänger, Bassist) kompensierte, eine funktionierende Einheit gefunden hatte, wurde die Band in Destruction umbenannt. Im Juni 1984<ref name="MH3/1985">Peter Schwartz: Destruction. The End is Now! […] In: Metal Hammer. März 1985, S. 25.</ref> wurde das Demo Bestial Invasion of Hell aufgenommen, nachdem mit Steamhammer eine Plattenfirma gefunden worden war.<ref name="MH1/1985">Destruction. In: Metal Hammer. Januar 1985, S. 16.</ref>
Geprägt von der New Wave of British Heavy Metal, insbesondere von Jaguar,<ref name="IP">Matthias Mader, Otger Jeske, Arno Hofmann et al.: Heavy Metal Made in Germany (= Iron Pages). 1. Auflage. I.P. Verlag Jeske/Mader GbR, Berlin 1998, ISBN 3-931624-08-0, Destruction, S. 84 ff.</ref><ref name="MH6/2004">Detlef Dengler: 20 Jahre Destruction. Zwei Dekaden Zerstörung. In: Metal Hammer. Juni 2004, S. 50 f.</ref> Raven,<ref name="IP" /> Venom,<ref name="IP" /> Angel Witch<ref name="MH6/2004" /> und Tygers of Pan Tang,<ref name="MH6/2004" /> sowie unter dem Eindruck der jüngsten Entwicklungen, die von Exciter,<ref name="IP" /> Metallica<ref name="IP" /><ref name="MH6/2004" /> und Slayer<ref name="IP" /><ref name="MH6/2004" /> ausgingen, begaben sich die Musiker im September 1984 in die Berliner Caet Studios.<ref name="MH1/1985" /> Produktionstechnisch betreut vom S.A.D.O.-Bassisten Wolfgang Eichholz spielten sie Sentence of Death ein, das drei Stücke vom Demo nebst zwei neuen Songs enthält.<ref name="MH1/1985" /> Innerhalb von vier Tagen wurde das Album aufgenommen und abgemischt. Black Mass und Devil’s Soldiers wurden in der Zeit zwischen dem ersten Demo und der EP geschrieben. Da sich die Band beeilen musste, diese Lieder zu komponieren, da SPV so schnell wie möglich mit den Aufnahmen beginnen wollte, werden diese beiden Lieder von Schmier als die schlechtesten der EP bezeichnet.<ref name="slayer mag">Jon Kristiansen: Metalion: The Slayer Mag Diaries. Bazillion Points Books, Brooklyn, NY 2011, S. 412 f.</ref> Die jungen Musiker genossen das Gefühl der Professionalität ebenso wie das großstädtische Nachtleben.<ref name="IP" /><ref name="MH6/2004" /> Dabei ließen sie ihren Produzenten etwas aus dem Blickwinkel und stellten erst später fest, dass ihnen die übermäßigen Effekte nur partiell zusagten.<ref name="IP" /><ref name="Speed Attack">Mike [Trengert]: Destruction. Interview. In: Speed Attack. German Metal Fanzine. Nr. 2 [Anfang 1985], S. 10 f. (sendbackmystamps.files.wordpress.com [PDF; 42,8 MB]).</ref>
Bei der Materialauswahl kam ihnen die Veröffentlichung von Slayers Show No Mercy zuvor; Destruction hatte zwei gleichlautend betitelte Lieder im Repertoire, die – weil man nicht von der einmal festgelegten Benennung abrücken wollte – aufgehoben wurden.<ref name="MH6/2004" /><ref name="Speed Attack" /> Die Mini-LP erschien in den USA bei Metal Blade Records,<ref name="MH3/1985" /> wo auch Show No Mercy erschienen war.
Titelliste[Bearbeiten]
- Intro – 1:14
- Total Desaster – 4:06
- Black Mass – 4:00
- Mad Butcher – 3:31
- Satan’s Vengeance – 3:16
- Devil’s Soldiers – 3:26
Gestaltung[Bearbeiten]
Für die Veröffentlichung in den USA entschied sich Metal Blade Records, ein anderes als das ursprünglich entworfene Cover zu verwenden; man wünschte sich mehr Totenschädel auf dem Cover.<ref name="slayer mag" /> Martin Popoff schrieb in seinem Buch The Collector’s Guide of Heavy Metal Volume 2: The Eighties, dass das Albumcover eines der übertriebensten in der Geschichte des Metal sei.<ref name="popoff">Martin Popoff: The Collector’s Guide of Heavy Metal. Band 2: The Eighties.. Collectors Guide Ltd, Burlington, Ontario, Kanada 2005, ISBN 1-894959-31-0, S. 95.</ref>
Musikstil und Texte[Bearbeiten]
Zur Zeit der Veröffentlichung bezeichnete die Band ihre Musik als „Black Speed Metal“<ref>Marc Halupczok: Zwischen Tod und Wiedergeburt. In: Metal Hammer. Sonderheft Nr. 1/2012: History of Metal. S. 24.</ref> und dankte „allen Black-Speed-Metal-Besessenen“<ref>Destruction: Sentence of Death. Banzai Records, 1984.</ref>.
Jan Jaedike vom Rock Hard bezeichnet den Stil als „ziemlich originell, nur ‚Devil’s Soldiers‘ klang instrumental sehr nach Venom“.<ref name="rh329">Jan Jaedike: Alles außer hochdeutsch. Die Anfänge von Destruction. In: Rock Hard. Nr. 329, Oktober 2014, S. 30.</ref> In der Rock Hard Enzyklopädie ist von Einflüssen seitens Possessed, Venom und Slayer die Rede, aus denen sich ein spezifischer „Krawall-Stil“ ergebe.<ref name="RHEnz">Holger Stratmann (Hrsg.): Rock Hard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren. Rock Hard GmbH, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, Destruction, S. 89 f.</ref> Bei Matthias Herr (in Band 1 seiner Lexikon-Reihe) ist die Zuordnung Speed Metal zu erfahren.<ref name="Herr">Matthias Herr: Matthias Herr's Heavy Metal Lexikon. Vol. 1. Verlag Matthias Herr, Berlin März 1993, Destruction, S. 46 f. (Neuausgabe).</ref> Martin Popoff merkte an, dass auf der EP vor allem das aggressive Schlagzeugspiel heraussteche. Der Tonträger sei einer der ersten des deutschen Thrash Metal.<ref name="popoff" />
Der Metal Hammer vermisste bei dem „kompromißlosen, beinharten Speed Metal“ die Eigenständigkeit, da die Orientierung an Slayer nicht zu überhören sei.<ref>Destruction. In: Metal Hammer. (Juli/August), 1985, S. 27.</ref> Die EP sei Thrash Metal alter Schule, meint ultimate-guitar.com. Die Gitarrenwucht habe nicht unter der Produktion gelitten und auch der „abgedrehte“ Klang des Schlagzeugs bleibe erhalten. Mit Mad Butcher habe Destruction schon auf der ersten Veröffentlichung einen Klassiker abgeliefert. Es sei ein humorvolles Lied, was nicht auf alle Stücke zutreffe, die sich nämlich eher um Unheilvolles und dessen Personifizierungen rankten. Damit liege man im damaligen Trend, weder hervorstechend gut noch schlecht.<ref name="ugc">Iommi600: Sentence Of Death [EP] Review. In: ultimate-guitar.com. 24. Februar 2012, abgerufen am 13. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ganz anders ist dies in der zeitnahen Metal-Hammer-Rezension dargestellt: Man merke, dass die Gitarren mehrfach überspielt worden seien und „sehr viel Echo auf dem Gesang und dem Schlagzeug“ liege. Das Klangbild sei „etwas verwaschen“. Der Band komme es nur auf Geschwindigkeit an, was auf Chaos hinauslaufe. An Slayer und Metallica reiche Destruction nicht heran.<ref name="MH12/1984">Petra Becker: Destruction. „Sentence of Death“. In: Metal Hammer. Dezember 1984, S. 66.</ref> Und auch Daniel Bukszan stellte in dem Buch The Encyclöpedia öf Heavy Metal fest, dass die EP zwar eine schlechte Klangqualität hat, jedoch höre man die Aggression und den Enthusiasmus der Band deutlich heraus.<ref>Daniel Bukszan: The Encyclöpedia öf Heavy Metal. Sterling Publishing Co., Inc., 2012, ISBN 978-1-4027-9230-4, S. 77.</ref> Laut Classic Thrash zeichnete die EP sich durch „die große Menge an uneingeschränkter Energie, die all diese Stücke demonstrieren“, aus.<ref>Reviews - D. Classic Thrash, abgerufen am 16. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Wegen ihrer okkulten Thematiken seien die „düsteren Texte“ angegriffen worden, heißt es im Band Heavy Metal Made in Germany. Dann wird hinterher geschickt, Destruction habe nur mit diesen zu ihrem Image passenden Themen gespielt.<ref name="IP" /> Jaedike schrieb, die Texte hätten „anfänglich […] eine Venom-Schlagseite“.<ref name="rh329">Jan Jaedike: Alles außer hochdeutsch. Die Anfänge von Destruction. In: Rock Hard. Nr. 329, Oktober 2014, S. 30.</ref> Laut Selbstaussage der Band sind auf dem Tonträger tatsächlich Texte „satanischer“ Prägung vorhanden, musikalisch verfolge man allerdings keineswegs diese Richtung, sondern spiele vielmehr „Hardcore-Highspeed-Metal“.<ref name="MH3/1985" /> In einem Interview mit dem deutschen Fanzine Voices from the Darkside, das Jon „Metalion“ Kristiansen in seinem Fanzine Slayer wiederveröffentlichte, gab Schmier an, dass die Band unter anderem durch Venom beeinflusst wurde. Die Texte würden sich gegen die Kirche aussprechen, da die Band diese verabscheue, jedoch habe sie mit Satanismus nichts zu tun.<ref name="slayer mag" />
Rezeption[Bearbeiten]
Die Internetplattform Allmusic vergab vier von fünf möglichen Sternen.<ref>Sean Westergaard: Destruction. Infernal Overkill/Sentence of Death. In: allmusic.com. Abgerufen am 13. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Metal Hammer wurden zur damaligen Zeit keine Punkte vergeben. Trotz kritischer Anmerkungen zur Produktion und der Speed-Metal-Nacheiferung seien die Lieder alle hörenswert, davon Mad Butcher und Total Desaster am besten.<ref name="MH12/1984" /> Auch das Buch Rock Hard Enzyklopädie weist keine Bewertungspunkte aus, wägt aber ebenfalls Positives und Negatives gegeneinander ab, und zwar die „Unbekümmertheit“ und die „fließenden Gitarrenläufe“ gegen „rhythmische Schwächen“.<ref name="RHEnz" /> Auf ultimate-guitar.com erreichte die EP aufgrund der Maximalwertung „10“ im gesondert bewerteten musikalischen Bereich neben einer minderbedeutenden Wertung für die Texte von sieben Punkten eine „9“.<ref name="ugc" />
Für Heavy Metal Made in Germany betrat Destruction „absolutes Neuland“ und gehörte deshalb zur „Speerspitze“ der Thrash-Ära.<ref name="IP" /> Auch Matthias Herr betont die „Vorreiterrolle“ der Band.<ref name="Herr" />
Zum bald erlangten Kultstatus des Albums äußerte sich Harry Wilkens (der selbst noch gar nicht mitgewirkt hatte) 1990 im Deadline-Interview: „Früher war alles viel einfacher, wie wir alle wissen. DESTRUCTION waren, als die erste Mini-LP heraus kam [sic!] die erste Speed-Metal-Band in Deutschland. Es waren [sic!] eine Marktlücke da, die wir ergreifen [meint: besetzen] konnten. Wenn wir heute ein Debut wie Sentence of Death veröffentlichen würden, dann würde diese Platte gerade[zu] verpuffen. Damals brauchte man ein paar ganz gute Songs, ein Image und eine Platte, und man konnte schon einiges erreichen. Die Leute haben darauf reagiert. Heute ist der Markt total überlaufen.“<ref>Markus Müller: Destruction. In: Deadline. Nr. 4 (Anfang), 1990, S. 16.</ref>
Von der EP setzten sich etwa 14.000 Einheiten ab.<ref name="slayer mag" />
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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