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Sexpuppe

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Datei:Sandy sex doll or poseable mannequin.jpeg
Die vergleichsweise echt wirkende und teure Sexpuppen-Form

Als Sexpuppen werden vor allem lebensgroße Nachbildungen des menschlichen (meist weiblichen, aber auch männlichen), gelegentlich auch tierischen Körpers bezeichnet, die als Sexhilfen<ref>Larissa Rehbock: Sex im Puppen-Bordell: "Die Puppe hat keine Erwartungen"Bento, 29. Dezember 2019</ref> meist im Bereich der Selbstbefriedigung benutzt werden. Seltener werden mit diesem Begriff auch Puppen bezeichnet, die zur Demonstration der Geschlechtsorgane bzw. sexueller Vorgänge von Mensch und Tier eingesetzt werden, um die Sexualorgane bzw. sexuelle Vorgänge zu veranschaulichen, und die damit zu den Biomodellen gehören.

Ausführungen[Bearbeiten]

Sexpuppen lassen sich grob in zwei Kategorien unterteilen:

  • Gummipuppen, die aufgeblasen werden und daher auch Aufblaspuppen genannt werden, und
  • Real Dolls, die von Größe und Aussehen her Schaufensterpuppen ähneln.

Beiden Typen gemeinsam ist, dass sie sogenannte Liebesöffnungen besitzen, welche einen koitusähnlichen Verkehr erlauben.<ref>Nicola Döring, M Rohangis Mohseni, Roberto Walter: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. JMIR Publications, 30. Juli 2020, abgerufen am 29. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), doi:10.2196/18551, PMID 32729841, PMC 7426804 (freier Volltext)).</ref> Auch bewegliche Glieder finden sich zumindest bei den teureren Exemplaren beider Typen.

Auch Modelle, die nur Nachbauten einzelner Geschlechtsteile darstellen, werden der Kategorie Sexpuppen zugeordnet. Meist handelt es sich um originalgetreue Nachbauten bekannter Pornodarsteller. Die meisten dieser Puppen sind weiblich und besitzen Vagina und Anus, aber auch männliche Modelle mit Anus und teilweise Hoden sind erhältlich.

Die Preise für Sexpuppen im Handel reichen von ca. 10 € für aufblasbare Gummi-Puppen bis hin zu mehreren tausend Euro für Luxus-Puppen aus hautähnlichem, realistischem Material.

Sexpuppen können ein gelegentliches Hilfsmittel sein, um vorübergehende Einsamkeit zu überbrücken, sie können aber auch zum Fetisch werden (Pygmalionismus).

In einer wissenschaftlichen Arbeit wiesen die Forscher Ellen Kleist und Harald Moi auf die Möglichkeit der Übertragung von Gonorrhoe durch Gummipuppen bei ungeschütztem Verkehr und Benutzung derselben Puppe durch mehrere Personen hin.<ref name="VerfGeschZ">Ellen Kleist, Harald Moi: Übertragung von Gonorrhö durch eine aufblasbare Puppe. In: Genitourinary Medicine, Vol. 69, Nr. 4, August 1993, S. 332 ff.</ref> Diese Arbeit wurde 1996 mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet.<ref>E. Kleist, H. Moi: Transmission of gonorrhoea through an inflatable doll. In: Genitourinary medicine. Band 69, Nummer 4, August 1993, S. 322, doi:10.1136/sti.69.4.322, PMID 7721299, PMC 1195099 (freier Volltext).</ref>

Männliche Puppen verfügen hin und wieder über einen aufblasbaren Penis. Alternativ werden sie zusammen mit einem Dildo geliefert, der per Saugnapf an der Puppe fixiert wird.

Aufblaspuppen[Bearbeiten]

Aufblaspuppen muten meist wie Karikaturen an. Sie sind dafür aber oft sehr kostengünstig, zudem leichter zu transportieren, zu lagern und insgesamt unauffälliger (da die Luft abgelassen werden kann).<ref>Nicola Döring: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Georg Thieme Verlag KG,Stuttgart · New York, 5. März 2017, abgerufen am 29. Juli 2026 (doi:10.1055/s-0043-101471, ISSN 0932-8114).</ref>

Real Dolls[Bearbeiten]

Feste Puppen wirken natürlicher, sind dafür sperriger und teurer. Der Aufwand bei derartigen Puppen wird inzwischen so weit getrieben, dass manche Hersteller versuchen, Atmung und Orgasmus (bis hin zur Hauterwärmung) zu imitieren.<ref>Oliver Bendel: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, 16. Juli 2020, abgerufen am 29. Juli 2026 (doi:10.1007/978-3-658-29864-7_16).</ref>

Bei Erotikmessen dienen die teils besonders hochwertigen Puppen als Blickfang. In Dortmund etablierte sich 2017 das erste deutsche Puppen-Bordell.<ref>"Bordoll" : In Dortmund gibt es das erste Puppen-Bordell Deutschlands Rheinische Post. Abgerufen am 15. Juni 2021.</ref>

Strafbarkeit[Bearbeiten]

Der Besitz von kindlich aussehenden Sexpuppen und die Herstellung, der Vertrieb und die Werbung sind nach § 184l StGB seit dem 1. Juli 2021, dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder, mit bis zu drei bzw. fünf Jahren Freiheitsstrafe bedroht. Die Verfassungsmäßigkeit dieser Vorschrift wird bezweifelt, weil die Vorschrift darauf hinaus laufe, „unsittliche“ Fantasien, die aber ohne externe Auswirkungen bleiben und bleiben sollen, zu bestrafen.<ref>Jenny Lederer: Strafbarkeit beim Umgang mit Sexpuppen: Wenn bloße Fantasien kriminalisiert werden. Legal Tribune Online, 20. Januar 2025.</ref>

Sexpuppen in der Kultur(geschichte)[Bearbeiten]

Oskar Kokoschkas Alma-Mahler-Ersatzpuppe[Bearbeiten]

Vor allem durch Paulus Mankers Alma-Show ist der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, dass sich Oskar Kokoschka im Juli 1918 bei der Münchener Puppenmacherin Hermine Moos eine lebensgroße Puppe nach dem Vorbild Alma Mahlers anfertigen ließ. Die Puppe sollte Kokoschka als Ersatz für seine verlorene Geliebte dienen, enttäuschte ihn aber so, dass er sie bald zerstörte. In den vergangenen Jahren wurde die lebensgroße Alma-Puppe eigens nach Kokoschkas Plänen nachgebaut.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 13. August 2022.</ref><ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 13. August 2022.</ref><ref>moritzv: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 23. Januar 2008, abgerufen am 13. August 2022.</ref>

Sexpuppen in der populären Musik[Bearbeiten]

In der populären Musik werden und wurden immer wieder Sexpuppen thematisiert.<ref>Andreas Weigel: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 18. Januar 2009, abgerufen am 4. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Transkript einer Radiosendung aus der Reihe Spielräume zum Thema Gummipuppen mit Liedern von Cudie Taa, Jefferson Airplane, Maggie, Tim Minchin, Pukka Orchestra und Roxy Music. (ORF, Ö1, 18. Jänner 2009, 17:30-17:56)).</ref><ref>Sexpuppen in der populären Musik: Inflatable doll: Abwaschbar, aufblasbar, wunderbar.</ref> Vor allem New-Wave-, Punk- und Heavy-Metal-Bands haben sich immer wieder dem Thema Sexpuppen gewidmet. Auch der frühere New-Wave-Sänger und spätere österreichische Kunststaatssekretär Franz Morak hat 1981 mit Abwaschbar ein Loblied auf eine aufblasbare Gummipuppe aufgenommen.<ref>auf dem Album Morak’n’ Roll</ref> Die bekanntesten Sexpuppen-Lieder sind In Every Dream Home A Heartache von Roxy Music<ref>auf dem Album For Your Pleasure (1972)</ref> und Sally (Be My Girl) von The Police.<ref>auf dem Album Outlandos d’Amour (1978)</ref> Beide Lieder wurden in den 1970er Jahren von der BBC als „anstößig“ bewertet und nicht im Radio gespielt.<ref>Brown, Tony (Hrsg.): The Complete Book Of The British Charts, Singles And Albums. London, 2000, ISBN 0-7119-7670-8</ref> Frank Zappa widmete dem Thema Sex-Puppen zwei seiner Lieder: Ms. Pinky<ref>auf dem Album Zoot Allures</ref> und Little Rubber Girl.<ref>auf dem Live-Album You Can’t Do That On Stage Anymore Volume IV</ref> Die deutsche Thrash-Metal-Band „Sodom“ thematisiert in ihrem Lied Die stumme Ursel die Beziehung zwischen Mensch und Puppe. Die deutsche Band Trio dagegen platzierte bei ihren Konzerten stets am Bühnenrand eine Sexpuppe und erklärte dies mit dem Bedürfnis, eine Frau auf der Bühne haben zu müssen, bei ihnen zu Hause gebe es aber keine.

Sexpuppen im Film[Bearbeiten]

In einigen Spielfilmen sind Sexpuppen gelegentlich zur Charakterisierung von Haupt- und Nebendarstellern zu sehen.<ref>Ted Remington: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. SAGE Publications, 28. April 2011, abgerufen am 29. Juli 2026 (doi:10.1177/2158244011408346).</ref> Quasi Hauptrollen spielen Sexpuppen in dem kanadischen Spielfilm Lars und die Frauen sowie in dem japanischen Spielfilm Air Doll. Lars und die Frauen erzählt als eine Art Märchen die Geschichte eines sympathisch gezeichneten Sonderlings, der sich eine Sexpuppe kauft und sie wie einen Menschen behandelt, was Toleranz und Verständnis der Mitwelt auf die Probe stellt. Der japanische Regisseur Hirokazu Koreeda lässt in Air Doll eine Sexpuppe zum Leben erwachen und menschliche Gefühle entwickeln.<ref>Michael Sennhauser: Cannes 09: Air Doll – Kuki Ningyo.</ref>

Dennis Hopper ist in zwei Filmen mit „aufblasbaren Bräuten“ zu sehen: In Das Messer am Ufer lebt er mit einer Gummipuppe zusammen, während er in Chasers – Zu sexy für den Knast seine Aufblaspuppe im falschen Moment aus dem Kofferraum seines Autos holt.

In Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug bläst sich beim Einschalten des Autopiloten auf dem Copilotensitz eine (männliche) bekleidete Sexpuppe auf.

In Tom Sharpes Roman Puppenmord und der gleichnamigen Verfilmung wird eine Sexpuppe zum „Mordopfer“, was zu grotesken Verwicklungen in der Tradition des britischen Humors führt.

Sexpuppen in der deutschen Literatur[Bearbeiten]

Der 2010 erschienene Zukunftsroman Schaumschwester<ref>webdecker- www.webdecker.de: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 4. Januar 2026.</ref> von Thor Kunkel zeigt am Beispiel mit künstlicher Intelligenz ausgestatteter Sexpuppen – sogenannter Gynoiden – das lustvolle Verlöschen der Menschheit. Der Roman wurde in nahezu allen überregionalen Tageszeitungen für seinen Ideenreichtum gelobt. Die Taz nannte am 6. August 2010 den Roman einen "Cocktail aus Houellebecqscher Weltuntergangslust und E.T.A.-Hoffmannschen Pygmalionfantasien"<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>.

Fernsehen, Film[Bearbeiten]

  • Vorlage:IMDb/1, 50 Minuten, in Deutschland als Kabel-eins-Doku Ich liebe eine Puppe! gesendet 25. September 2008
  • Puppenmord, Kinofilm, nach dem gleichnamigen Buch von Tom Sharpe (siehe unten), 1989

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexandra Eul: "Viel praktischer als lebendige Frauen". Der Porno-Puppe folgt jetzt die Porno-Roboterin, in Emma, 335, November–Dezember 2017, S. 58–61 (mit Fotos).
  • dies.: Sexroboter werden alles verändern! Interview mit Kathleen Richardson, Institut für Computerwissenschaft, University of Leicester, ebd. S. 62.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Sex-Puppen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Wiktionary: Sexpuppe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Gummipuppe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />