Siderodromophobie
Siderodromophobie (von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))<ref name="Dornblüth">Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch., Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch, 13./14. Auflage. Verlag von Walter de Gruyter, Berlin / Leipzig 1927, S. 384.</ref> ist ein veralteter Ausdruck, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts die übertriebene Angst oder Furcht vor Zügen, Zugreisen oder Schienen bezeichnete. Sie wurde auch als Eisenbahnphobie,<ref>Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Verlag Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung 1966–1977, 2. Ordner (Carg–Ez), München / Berlin / Wien 1967, ISBN 3-541-84000-5, S. E 41.</ref> Zugphobie, Eisenbahnangst<ref>Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch, 21./22. Auflage, Verlag von Walter de Gruyter, Berlin / Leipzig 1934, S. 456.</ref> oder als Eisenbahnfurcht<ref>Otto Dornblüth: Wörterbuch der klinischen Kunstausdrücke, 1. Auflage, Verlag von Veit & Comp., Leipzig 1894, S. 122.</ref> bezeichnet.<ref name="Dornblüth" /><ref name="Freud2012" />
Symptome[Bearbeiten]
Die Siderodromophobie kann im Laufe des Lebens durch traumatische Erlebnisse oder wie andere Angststörungen (z. B. Klaustrophobie) erworben werden.<ref name="Freud2012">Sigmund Freud: Vorlesungen Zur Einführung in Die Psychoanalyse. Nachdruck des Originals von 1920. Books on Demand, 2012, ISBN 978-3-86403-493-0, S. 465 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name="Rigler1879">Johannes Rigler: Ueber die Folgen der Verletzungen auf Eisenbahnen: insbesondere der Verletzungen des Rückenmarks; mit Hinblick auf das Haftpflichtgesetz. Reimer, 1879 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Die Symptome können wie das sogenannte Reisefieber schon lange vor der eigentlichen Reise beginnen. Es kommt dabei bei einigen Patienten zu Panikattacken, Herzklopfen, Schweißausbrüchen, Verdauungsstörungen, während andere weinen, erstarren oder fliehen. Unbehandelt kann die Phobie sich verschlimmern, so dass es den Patienten nicht mehr möglich ist, Bahnübergänge zu kreuzen, an Bahnhöfen vorbeizugehen oder nicht zu erschrecken, wenn sie ein Zugsignalhorn hören.<ref name="about">Lisa Fritscher: Understanding Siderodromophobia (Fear of Trains). 27. Mai 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juli 2014; abgerufen am 19. Juli 2014. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref><ref name="Oppenheim2012">Hermann Oppenheim: Die Traumatischen Neurosen. Bearbeiteter Nachdruck der Originalausgabe von 1892. Books on Demand, 2012, ISBN 978-3-8457-4269-4, S. 128 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Komplikationen[Bearbeiten]
Der offensichtlichste Effekt der Siderodromophobie ist, keine Eisenbahnen, U-Bahnen oder Straßenbahnen benutzen zu können. Manchen Patienten ist es nicht einmal möglich, touristische Attraktionen wie Eisenbahnmuseen, Freizeitparks mit eisenbahnähnlichen Fahrgeschäften oder denkmalgeschützte Objekte, auf denen Schienen verlegt sind, zu besuchen.<ref name="about" />
Geschichte[Bearbeiten]
Otto Roth schrieb 1883 unter dem Stichwort Siderodromophobie, nach [Johannes] Rigler sei „»die Eisenbahnfurcht« eine Form der Neurasthenia spinalis.“<ref>Otto Roth: Klinische Terminologie. 2. Auflage, besorgt von Hermann Gessler, Verlag von Eduard Besold, Erlangen 1884, S. 365.</ref>
Sigmund Freud vermutete 1906 einen Zusammenhang zwischen Zugreisen und Sexualität beziehungsweise zwischen Zugangst und Triebunterdrückung.<ref>Wilhelm Stekel: Nervöse Angstzustände und ihre Behandlung. pp. 191-198</ref><ref>Wolfgang Schivelbusch: The Railway Journey: The Industrialization of Time and Space in the 19th Century. p. 78</ref>
Damals bezog man die Angst nicht auf Passagiere, sondern auf das Bahnpersonal: „Siderodromophobie, Eisenbahnfurcht, von Riegler [sic!] gewählte Bezeichnung eines psychopathischen, eine bestimmte Form der Hypochondrie darstellenden Zustandes, welcher namentlich bei dem Fahrpersonal der Eisenbahnen zur Entwicklung kommen und in der Rückwirkung stattgehabter, respektive selbsterlebter Eisenbahnunfälle, in der krankhaft gesteigerten Furcht vor solchen seine Ursache finden soll.“<ref>Albert Eulenburg (Hrsg.): Real-Encyclopädie der gesammten Heilkunde. 2. Auflage. 18. Band, Verlag Urban & Schwarzenberg, Wien / Leipzig 1889, S. 305.</ref>
Walter Guttmann setzte 1902 einen anderen Schwerpunkt: Nach Riegler [sic] ist die Siderodromophobie die „krankhafte Furcht vor Eisenbahnunfällen bei Neurasthenikern.“<ref>Walter Guttmann: Medizinische Terminologie. 1. Auflage. Verlag Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1902, Spalte 933.</ref>
Später unterschied man nicht mehr zwischen Passagieren und Bahnpersonal und definierte nach Riegler [Sic! Gemeint war der praktische Arzt Johannes Rigler.] die Siderodromophobie als eine „krankhafte Furcht vor dem Fahren mit der Eisenbahn.“<ref>Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Verlag Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung 1966–1977, 6. Ordner (S–Zz), München / Berlin / Wien 1974, ISBN 3-541-84006-4, S. S 182.</ref>
Auch aktuelle medizinische Wörterbücher nennen die Siderodromophobie noch als eine „krankhafte Angst vor Eisenbahnfahrten.“<ref>Peter Reuter: Springer Klinisches Wörterbuch 2007/2008. Springer-Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34601-2, S. 1699.</ref>
Siehe auch[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />